Verkehrsunternehmen Meidenbauer in der Kritik

Ärger über Schulbusse im Altdorfer Raum

Mit dem neuen Fahrplan, der ab Montag gilt, sollen die Probleme mit den Buslinien endlich der Vergangenheit angehören. | Foto: Hornung2016/12/Altdorf-Busse-Otokar1.jpg

ALTDORF – In Altdorf und Umgebung gibt es erheblichen Ärger mit dem neuen Nahverkehrsunternehmen Meidenbauer aus Hersbruck. Eltern von Schulkindern klagen über verspätete Busse und weitere Probleme und beschweren sich jetzt bei der Stadt Altdorf. Die ist aber gar nicht zuständig, Vertragspartner des neuen Busunternehmens ist der Landkreis Nürnberger Land.

Mit der turnusmäßigen Fahrplanänderung zum 11. Dezember ging auch eine Neuvergabe des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einher. Die entsprechende europaweite Ausschreibung lag in den Händen des Landkreises Nürnberger Land. Den Zuschlag erhielt das Hersbrucker Verkehrsunternehmen Meidenbauer Regiobus GmbH.

Mit der Stabübergabe von der Firma Merz an die Firma Meidenbauer begann dann der Ärger. Erboste Eltern haben die Stadt Altdorf kontaktiert und über Verspätungen und erhebliche organisatorische Defizite berichtet. Der Schülerverkehr in Altdorf ist nun vollständig in den ÖPNV integriert, wenn es dann Pannen mit dem Fahrplan gibt, ist es nachvollziehbar, dass Eltern auf die Barrikaden gehen. Bürgermeister Erich Odörfer weist aber darauf hin, dass die Stadt Altdorf weder an der Auswahl des Unternehmens noch der federführenden Gestaltung des Fahrplanes bzw. der Einrichtung der Haltestellen beteiligt gewesen ist.

„Die meisten Probleme behoben“

Der Altdorfer Rathauschef steht zwischenzeitlich in Kontakt mit dem Landratsamt. Seine Forderung: Die Mängel müssen schnellstmöglich abgestellt und der Fahrplan eingehalten werden. „Das Landratsamt Nürnberger Land und das Verkehrsunternehmen Meidenbauer arbeiten eifrigst daran, dass der Linienbetrieb spätestens Ende der Woche reibungslos funktioniert“, versichert deshalb Dr. Rolf List, Sprecher von Landrat Armin Kroder. Das Verkehrsunternehmen Meidenbauer habe inzwischen die meisten Probleme behoben, habe bei den anderen die Ursache gefunden und arbeite an der Lösung. So gab es beim Hersteller der Busse technische Probleme mit den Motoren, so dass die Auslieferung gestoppt wurde und das Verkehrsunternehmen kurzfristig Ersatzbusse beschaffen musste. In diesen funktionierte das Routensystem nicht korrekt, so dass die Busfahrer teilweise falsche Haltestellen oder gar Ortschaften anfuhren. „ Mit zunehmender Ortskenntnis der Fahrer und einer Nachjustierung des Routensystems wird dies nicht mehr vorkommen“, so List weiter.

Verzögerungen

Verzögerungen gab es insbesondere auf den Linien 555 (Ezelsdorf – Gymnasium Altdorf) und 554 (Raschbach – Hegnenberg – Röthenbach). Dies ist auf den neuen Streckenverlauf zurückzuführen, der mehr Schulen als bisher einbindet. Ferner hat sich herausgestellt, dass bei der Linie 554 der morgendliche Verkehrsfluss nicht so reibungslos verläuft wie geprobt. Daher wird die Linie 554 künftig zehn Minuten früher abfahren als im Fahrplan angekündigt.

Darüber hinaus hat die Übergabe der Haltestellen vom bisherigen Linienbetreiber Merz auf den neuen Linienbetreiber nicht geklappt: Die bisherigen Haltestellen wurden entfernt, bevor neue aufgestellt werden konnten. Somit konnten auch keine Fahrpläne angebracht werden.
Für Unmut sorgten teilweise auch die neuen barrierefreien Fahrzeuge, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben die bisher eingesetzten Reisebusse abgelöst haben. Einige Eltern hätten  daraufhin die Busfahrer zur Rede gestellt und damit für Verzögerungen im Fahrplan gesorgt, sagt Meidenbauer-Geschäftsführer Manfred Kugler im Gespräch mit dem Boten. Tatsächlich gibt es für die Schulkinder keinen rechtlichen Anspruch auf einen Sitzplatz im Bus.
„Wir arbeiten jedenfalls mit Hochdruck daran, die Mängel so schnell wie möglich abzustellen“, so Kugler, dessen Mitarbeiter derzeit noch ortsunkundig sind.

Noch bis zum vergangenen Sonntag musste das Hersbrucker Unternehmen neue Fahrer für seine Linien im hiesigen Raum rekrutieren.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten