Alfelder Kirchenmauer hatte Vorrang

Sanierte Mauer statt Barrierefreiheit

Der Süd-Ost-Bereich der Kirchenmauer (rechts) wurde aufwendig saniert. | Foto: K. Rösel2018/08/Kirchenmauer1.jpeg

ALFELD – Eigentlich sollte die Alfelder Kirche barrierefrei werden – jetzt hat sie eine sanierte über 500 Jahre alte Kirchhofmauer. Man könnte auch sagen, es kommt oft anders als geplant.

Eigentlich bestand im Jahr 2014 die Absicht, die Wege um die Sankt-Bartholomäus-Kirche in Alfeld zu sanieren und dabei auch einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Danach war die Innenrenovierung angedacht. Doch bei einem Termin mit Fachleuten vor Ort wurde man auf die Kirchhofmauer aufmerksam. Es wurde angeregt, diese einmal genauer zu untersuchen.

So wurden dann im Herbst 2014 und weiter 2015 statische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse hieraus waren sehr ernüchternd, im Süd-Ost-Bereich wurde die Mauer sogar als „einsturzgefährdet“ eingestuft. Es erfolgte schließlich eine Notsicherung in diesem Bereich. Im Frühjahr 2015 begannen die Beratungen über die weitere Vorgehensweise. Die Kirchengemeinde hatte bereits in den Jahren 2012 bis 2014 für die Sanierung des Geläutes und des maroden Daches rund 50.000 Euro ausgegeben. Nun standen plötzlich unerwartete Kosten in Höhe von 475.000 Euro für die Süd-Ost-Ecke und für den Teil der Nordmauer und der Wege im Raum.

Aus eigenen Mitteln

Nachdem der Beschluss im Kirchenvorstand gefasst wurde, beide Bauabschnitte auszuführen, begannen im Herbst 2015 die Vorarbeiten. Im Januar 2016 kam die kirchenaufsichtliche Genehmigung mit der Zuschusszusage in Höhe von 140.000 Euro für den ersten Bauabschnitt. Den Rest musste die kleine Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Ausschreibung erfolgte noch 2016, und 2017 wurde dann mit der Sanierung begonnen.

Insgesamt hat die Kirchengemeinde Alfeld mittlerweile rund 420.000 Euro für die Sanierungsarbeiten ausgegeben. Von der Landeskirche sind dafür die 140.000 Zuschuss für den ersten Bauabschnitt und noch einmal rund 40.000 Euro für den zweiten Bauabschnitt geflossen. Kleinere Zuschüsse gab es auch vom Landesamt für Denkmalpflege mit 8000 Euro und von der Gemeinde Alfeld mit 5000 Euro.

Wenn die Baumaßnahme komplett abgeschlossen ist, kann die Kirchengemeinde endlich mit den zugesagten Zuschüssen von Landkreis, Bezirk und Denkmalpflege in Höhe von 32.000 Euro rechnen. Dazu muss aber noch mindestens bis zum Frühjahr 2019 gewartet werden. Erst dann können nämlich die Restarbeiten an den Außenmauern im Ostteil erledigt werden.
Durch die Dicke der Mauern musste dort eine Menge Füllmaterial eingebracht werden. Erst wenn dieses komplett ausgetrocknet ist, können die Arbeiten beendet werden.

Spendable Bürger

Erfreut zeigt sich Alfelds Pfarrer Helmut Gerstner über die große Spendenbereitschaft der Kirchenmitglieder. In den Jahren 2015 bis 2017 wurden insgesamt rund 25.000 Euro an Spenden für die Erhaltung der Kirchenmauer gegeben. Auch die Stiftung „Lebendige Kirche im Dorf“ konnte in den zurückliegenden Jahren aus ihren Ausschüttungen jährlich etwa 5000 Euro beisteuern. Der Rest der Finanzierung erfolgte aus Rücklagen der Kirchengemeinde.

Im Außenbereich der Kirche sind nun nur noch einige Wegbeleuchtungen und vereinzelte Handläufe zu installieren. Der Großteil der Wege ist ansprechend gepflastert. Alle Arbeiten sollen im Herbst abgeschlossen sein. Das ursprüngliche Vorhaben, die Kirche barrierefrei zu machen, ist aber leider noch nicht umgesetzt.
Allerdings kann Rollstuhlfahrern durch eine Rampe der Besuch des Gottesdienstes jederzeit ermöglicht werden. Hier ist nur eine Anmeldung bei der Mesnerin erforderlich. Beim Gottesdienstbesuch am Kirchweihsonntag kann sich nun jeder selbst ein Bild von der gelungenen Außensanierung machen.

N-Land Kerstin Rösel
Kerstin Rösel