Verkehrsstatistik

Hersbrucker Polizei vermeldet weniger Unfälle

Im letzten Sommer verteilte die Hersbrucker Polizei an der unerlaubt zugeparkten Straße rund um den Happurger Stausee (im Hintergrund die Abzweigung nach Kainsbach) um die 1000 Strafzettel. | Foto: Ruppert2021/03/redwebPI1.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – „Ein unauffälliges Jahr“ bringt Polizeichef Bernhard Distler die Verkehrsstatistik auf einen kurzen Nenner. Insgesamt gab es 2020 fast 870 Unfälle auf den Straßen Hersbrucks und der umliegenden Orte nach 950 beziehungsweise 920 in den Vorjahren. Bernhard Distler stellte mit Nadine Schwemmer auch die künftige Leiterin der Jugendverkehrsschule vor.

Trotz des Trends nach unten, der sicher viel mit Corona Ausgangssperre, fehlende Ausflugsziele, Daheimbleiben, um sich nicht mit dem Virus anzustecken – zu tun hat, blieb die Zahl der Schwerverletzten allerdings nahezu konstant: 33 statt 34. „Im Gegensatz zu 2019 gab es 2020 leider auch zwei tödliche Verkehrsunfälle“, ergänzte Marcus Piehler, der neue Ansprechpartner für die heimischen Gemeinden in Sachen Straßenverkehrsfragen.

Sturz endet tragisch

Es handelte sich zum einen um einen Motorradfahrer, der nahe Dietershofen mit einer Gruppe unterwegs war und ohne Fremdverschulden aus ungeklärten Gründen auf den Grünstreifen der linken Seite geriet. Er stürzte dann an einem Betondurchlass und erlag seinen Verletzungen. Zum anderen versagten in Neuhaus die Bremsen an einem Elektrokrankenstuhl und der Insasse landete auf abschüssiger Fahrbahn an einer Mauer. Er konnte nicht gerettet werden.

Die häufigste Unfallursache ist laut Bernhard Distler „ungenügender Sicherheitsabstand“. Etwa ein Drittel fuhr schlicht zu nah auf und hatte dann keine Chance mehr zu reagieren. Überhöhte oder zumindest nicht angepasste Geschwindigkeit war hingegen nur in sechs Prozent der Fälle ausschlaggebend. Vorfahrtsverstöße kommen in der Unfallstatistik noch seltener vor.

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Zusammenstöße oder Vorkommnisse mit Wild gibt es im Bereich der Polizeiinspektion „en masse“: 246 im Jahr 2020. Die meisten passieren in den frühen Morgenstunden zwischen fünf Uhr und neun Uhr, erläuterte Marcus Piehler. Eine flachere Spitze bildet sich abends.

Rempeln am Parkplatz

Ein „Hauptärgernis“ nennt Bernhard Distler die vielen Unfallfluchten. Von den 156 Fällen konnten 54 aufgeklärt werden. Es handelt sich oftmals um Parkrempler. Der Polizeichef dankt den Zeugen, die sich melden und damit einen wertvollen Beitrag beim Ermitteln leisten.

Bei den Unfallverursachern zeigt sich bei den Senioren ab 65 Jahre eine rückläufige Tendenz, bei den jungen Erwachsenen bis 24 Jahre ein Anstieg. Möglicherweise spielt da Corona ebenfalls eine Rolle, denn Ältere blieben in den Hochphasen der Pandemie oft lieber zu Hause.

Die Radler waren an 43 Unglücken beteiligt. Die Opferzahl liegt mit 44 sogar höher. Denn einmal stürzten zwei Pedalritter auf ihren Rennmaschinen in einer Kurve, die sie offenbar unterschätzt hatten. Als Hauptverursacher stehen die Pedalritter 30 Mal in der Statistik. Marcus Piehler wies darauf hin, dass von insgesamt zwölf Unfällen mit Alkohol allein fünf den Radlern zuzuschreiben sind. Außerdem musste sich die Hersbrucker Polizei 2020 um sechs Vorkommnisse mit Pedelecs kümmern.

Disziplin am Gasgriff

Kein Problemschwerpunkt sind die Motorradfahrer. Eine spezielle Kontrollgruppe der Polizei kommt im Sommer jedes zweite oder dritte Wochenende in die heimischen Täler. „Das spricht sich herum“, sagt Bernhard Distler. Nach einer Gesetzesverschärfung wurden 2020 etliche Fahrverbote wegen Geschwindigkeitsverstößen verhängt. Bekanntlich hatte die Änderung keinen Bestand, die meisten „Sünder“ kamen glimpflich davon. Insgesamt ist der PI-Chef mit dem Fahrverhalten der Wagenlenker sehr zufrieden. Bei 82 000 Tempomessungen waren nur 1,67 Prozent zu flott unterwegs.

Weniger gut sieht die Bilanz am Happurger Stausee aus. Wie berichtet, wurde die Straße entlang des beliebten Ausflugsziels regelrecht zugeparkt. Die Ordnungshüter griffen mit viel „Manpower“ durch und verteilten rund 1000 Knöllchen. Wenn Rettungswege verstellt waren, ließen sie auch abschleppen. In Zusammenarbeit mit Landkreis und Gemeinde sollen eventuell mehr Hinweisschilder kommen, damit Ausreden wie „Landschaftsschutzgebiet? Wo steht das?“ nicht mehr möglich sind.

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