„Muckefuck“ am Land

Vor dieser schönen Landschaftskulisse soll der „Stelenweg“ entstehen. Künstler aus der Region werden dafür zwei Meter hohe Hölzer mit Malerei oder Schnitzwerk verzieren. Foto: T. Kohl2010/08/5_2_1_2_20100813_DEHNB.jpg

DEHNBERG (ko) — Unter dem Motto „KulturLandschaft“ findet am 3. Oktober der 13. „Tag der Regionen“ im Nürnberger Land statt – diesmal in Dehnberg. Mehr als 80 Aussteller bieten ein informatives, unterhaltsames Programm für Jung und Alt. Organisator Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark erwartet, dass an diesem Tag etwa 10.000 Besucher in das Dorf nördlich von Lauf kommen, das selbst nicht mal 200 Einwohner hat.

Der Tag der Regionen wird seit 1998 jedes Jahr an wechselnden Orten im Landkreis veranstaltet – bisher immer im Hersbrucker Land, heuer erstmals im Laufer Gebiet. Das Motto richtet sich nach den örtlichen Besonderheiten, in Dehnberg heißt es „KulturLandschaft“.

Der Begriff hat eine doppelte Bedeutung erklärt Organisator Wölfel. „Zum einen ist die Kulturlandschaft gemeint, die – im Gegensatz zur Naturlandschaft – der Mensch vor allem durch die Landwirtschaft geformt hat.“ Das meiste, was wir in unserer Gegend als Natur bezeichnen – Wiesen, Felder, Forstgebiete, Teichanlagen – ist ja meistens ein Kunstprodukt, das seine Form durch jahrhundertelange Nutzung erhalten hat. „Außerdem soll die kulturelle Landschaft dargestellt werden“, sagt Wölfel. Dazu gehört das Dehnberger Hof Theater als überregional bekanntes kulturelles Aushängeschild. Aber auch viele andere Künstler aus der Region werden ihre Kreativität zeigen – unter anderem auf einem „Stelenweg“.

Über 80 Aussteller werden in Dehnberg vielfältige Angebote präsentieren. Landwirtschaftliche Direktvermarkter, verschiedenste Gewerbetreibende, Künstler sowie Verbände, Vereine und Behörden. „Es ist aber nicht einfach irgendein Markt oder eine beliebige Gewerbeschau. Der regionale Gedanke ist ganz wichtig. Hier geht es nicht vorrangig ums Verkaufen, sondern auch um Gespräche unter den Menschen, um das Miteinander“, betonte Rainer Wölfel bei einem Vorbereitungstreffen im Dehnberger Hof Theater. Die regionalen Anbieter können hier ihre Vielfalt und Leistungsfähigkeit zeigen, aber auch deutlich machen, dass sie ihre potenziellen Kunden als Menschen schätzen.

Es soll ein Erlebnistag für die ganze Familie sein. Kinder können die Natur und ihre eigene Kreativität entdecken, auf der Strohhüpfburg herumtollen und in romantischer Umgebung Märchen lauschen. Erwachsene können sich über regionales Wirtschaften informieren und die Vorzüge heimischer Produkte und Dienstleister erfahren. Ausstellungen informieren zum Beispiel über die heimische Obstsortenvielfalt (mit Obstsortenbestimmung), über pflanzliche Einwanderer, die Artenvielfalt auf dem Acker im ökologischen Landbau, Landbewirtschaftung früher und heute. Gezeigt werden historische Schlepper, Holzbearbeitung, umweltverträgliche Mobilität und vieles mehr. Das Wildlandmobil informiert über Tiere, die in unseren Wäldern leben, und über die Jagd. Wer wissen will, was es mit dem berüchtigten „Muckefuck“ auf sich hat, ist bei der Vorführung „Kaffeezubereitung wie zur Jahrhundertwende“ richtig. Dass es auch leckere Speisen aus heimischen Zutaten gibt, versteht sich von selbst.

Kurzweilige und dennoch lehrreiche Führungen stehen auf dem Programm. Die Besucher können viel praktisches Wissen mit nach Hause nehmen, etwa über Wildkräuter und ihre Verwendung – oder darüber, wie man Kinder (und sich selbst) für die Schätze unserer Heimat begeistern kann. Die Ortschaft wird für den Verkehr gesperrt. Eine große Wiese am Südrand des Dorfes wird als Parkplatz ausgewiesen. Besucher aus der näheren Umgebung sollten überlegen, ob sie nicht besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen.

Der Tag der Regionen findet seit 1998 regelmäßig im Nürnberger Land statt: 1998 in Unterkrumbach (Motto „Regional genießen“), 1999 in Eschenbach („Hutanger, Holz und heimische Produkte“) 2000 in Hersbruck („Neue Wege gehen“), 2001 in Engelthal („Gemeinsame Wege gehen“), 2002 in Vorra („WertSchöpfung in unserer Hersbrucker Alb“), 2003 in Förrenbach („Unsere Region trägt Früchte“), 2004 in Offenhausen („Offen für Vielfalt“), 2005 in Kirchensittenbach („Hutanger, Tradition mit Zukunft“), 2006 in Alfeld („Natur, Kultur und Brauchtum verbindet“), 2007 in Henfenfeld („Regional denken – Zukunft sichern“), 2008 in Reichenschwand („Regionale Vielfalt an der alten Handelsstraße“), 2009 in Engelthal („Im Wald und auf der Heide“).

Infos im Internet: www.naturschutzzentrum-wengleinpark.de

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