Laufer Literaturtage

Ab morgen gibt’s Karten

Foto: Renner, Hassiepen, Römling, Lüders, Suffert, Eckert, Pertramer, Lengemann2019/10/Bildschirmfoto-2019-10-04-um-10.23.36.png

LAUF — Der Countdown läuft: Vier Wochen, dann beginnen die 24. Laufer Literaturtage. Vom 4. bis 10. November geben sich in der Pegnitzstadt fünf Autorinnen und vier Autoren die Klinke in die Hand. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, 5. Oktober.

Für das Literaturfestival steht im 24. Jahr eine Premiere an: Erstmals finden die großen Lesungen nicht in der Bertleinschule, sondern im CJT-Gymnasium statt. „Schuld“ daran ist der Umbau der Schule (die Pegnitz-Zeitung berichtete).

Stadtbücherei und Gymnasium legen sich ins Zeug, um nicht nur ein Ausweichquartier zu bieten. „Es wird chic“, verrät Literaturtage-Organisatorin Renate Grabmeier. Die Stadt Lauf hat ein Budget für einen neuen Teppichboden und eine breitere Bühne locker gemacht, die Bestuhlung stellt wie bisher die Bertleinschule.

600 Zuhörer sollen in der „Christoph-Jakob-Treu“ Halle, unter deren Namen die Turnhalle des Gymnasiums jetzt firmiert, unterkommen. Geparkt wird am Bitterbachparkplatz.

Die Preise für die einzelnen Lesungen steigen 2019 um einen Euro auf sechs Euro im Vorverkauf.

In Lauf gibt es drei Verkaufsstellen: Stadtbücherei, Buchhandlung Dienstbier und PZ-Ticket-Shop. Auch unter www.nn-ticketcorner.de und unter www.reservix.de gibt es Karten. Der ZAC-Rabatt wird nur über die NN-VVK-Stellen gewährt. Für die Kinderlesungen gibt es Karten nur in der Stadtbücherei Lauf und bei der Pegnitz-Zeitung.

LESUNGEN IM ÜBERBLICK

Montag, 4. November, 20 Uhr
Vea Kaiser
Die österreichische Literaturszene ist eine sehr aktive und vereint zahlreiche bekannte Namen. Nach Lauf kommt der aktuelle Literaturliebling aus dem Nachbarland: Vea Kaiser sicherte sich 2012 mit ihrem Debüt „Blasmusikpop“ auf Anhieb einen Platz auf den Bestsellerlisten. Die 1988 geborene Autorin lebt in Wien. „Rückwärtswalzer“, den sie in Lauf vorstellt, ist ihr dritter, von der Presse hoch gelobter Roman, eine witzige und skurrile Reise von Wien nach Montenegro. Hedi, Wetti und Mirl bringen gemeinsam mit ihrem arbeitslosen Schauspielerneffen den tiefgefrorenen Leichnam von Onkel Willi im Fiat Panda nach Hause in die alte Heimat. Der Leser reist mit und damit auch in die Vergangenheit der Familie. Ein Rückwärtswalzer mit Verve, Witz und Herzenswärme und ein Blick in ein eher unbekanntes kulturelles Stück Österreich an der Schnittstelle zum ehemaligen kaiserlich-königlichen Großreich.

Dienstag, 5. November, 20 Uhr
Barbara Honigmann
Für Literaturtage-Organisatorin Renate Grabmeier ist die in Ost-Berlin geborene Autorin jüdischer Herkunft eine ganz „wunderbare Erzählerin“, die in klaren einfachen Worten Geschichte zu beschreiben vermag. Honigmann arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin und veröffentlichte vielschichtige Prosawerke, u.a. das mit dem Aspekte-Literaturpreis gewürdigte Debüt „Roman von einem Kinde“ (1984). Als bildende Künstlerin erhielt sie zuletzt den Jakob-Wassermann-Preis der Stadt Fürth. In Lauf stellt sie die Familiensaga „Georg“ über ihren Vater vor, gleichzeitig eine Geschichte des deutschen zwanzigsten Jahrhunderts. Mit lakonischem Sprachwitz und zärtlicher Distanz begibt sich Barbara Honigmann auf die Spuren ihres Vaters, einer schillernden Figur: im Nationalsozialismus verfolgter Jude, Journalist, Bohemien und Sozialist, der in der DDR zum Kultur-Funktionär aufstieg.

Mittwoch, 6. November, 20 Uhr
Jan-Philipp Sendker
Jan-Philipp Sendker war Korrespondent von Magazinen wie dem „Stern“ in asiatischen Ländern, kennt China, Burma und andere Staaten dieses Teils der Erde ganz aus der Nähe. Seit 15 Jahren zaubert der früherer Journalist aus seinem Erfahrungsschatz berührende, aber auch akkurat vorrecherchierte Geschichten aus Burma und dem Reich der Mitte in die Köpfe seiner Leser. Inzwischen gehört der gebürtige Hamburger, Jahrgang 1960, zu den Topsellern und meist übersetzten Autoren weltweit. In den USA besetzte sein Burma-Erstling „Herzenhören“ (2002), der zurzeit verfilmt wird, monatelang Platz eins der Bestsellerlisten. Nicht weniger beliebt ist die China-Trilogie. Der druckfrische dritte Titel der Burma-Serie „Das Gedächtnis des Herzens“, den er in Lauf vorstellt, handelt von der universellen Macht der Liebe.

Donnerstag, 7. November, 20 Uhr
Elena Uhlig
Die Vollblutschauspielerin sprüht vor Energie – auf der Leinwand wie bei ihren Buchvorstellungen. Die gelernte Bühnenkünstlerin erlangte Bekanntheit als Kommissarin Nina Metz in der Fernsehserie „Mit Herz und Handschellen“. Neben Henry Hübchen und Hannelore Elsner brillierte Uhlig in der Kinokomödie „Alles auf Zucker!“, Ende 2018 in der Verfilmung von Hape Kerkelings Roman „Der Junge muss an die frische Luft“. Ihr Autorendebüt „Mein Gewicht und ich“ – eine Liebesgeschichte in großen Portionen (2016) stürmte die Bestsellerlisten. Elena Uhlig ist mit dem Schauspieler Fritz Karl liiert. Ihr brandneuer Roman „Doch, das passt, ich habs ausgemessen“ ist am 1. Oktober erschienen. Er beschreibt temporeich und selbstironisch die turbulenten Umzüge der Familie.

Freitag, 8. November, 20 Uhr
Rita Falk
Alles was sie anfasst und schreibt, wird ein Erfolg: Niemand mordet in der deutschen Krimilandschaft so liebevoll ironisch wie Rita Falk. Seit ihrer Kindheit ist die Bestsellerautorin Bayern tief verbunden. Und das merkt man ihren Charakteren auch an – sie haben eine Seele und könnten einem jederzeit begegnen. Rita Falk, die selbst mit einem Polizeibeamten verheiratet ist, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um Dorfgendarm Franz Eberhofer in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Im 10. Band, „Guglhupfgeschwader“, den sie in Lauf vorstellt, bietet der Lotto-Otto dem Eberhofer seine Hilfe an, mit weitreichenden Folgen. Die Moderation des Abends hat Florian Wagner vom Bayerischen Rundfunk, mit dem Rita Falk seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Genauso erfolgreich ist auch die Verfilmung der Eberhofer-Serie. Das Örtchen Frontenhausen, in den Romanen Niederkaltenbach, ist seither ein Pilgerort der Eberhofer-Fans, nicht zuletzt, weil sogar ein Verkehrskreisel seinen Namen trägt.
Der PZ-Kulturraum zeigt am Sonntag, 10. November, um 18 Uhr begleitend zu der Lesung von Rita Falk bei den Laufer Literaturtagen den ersten Kino – und Krimihit „Dampfnudelblues“.

Samstag, 9. November, 20 Uhr
Adele Neuhauser
Mit Adele Neuhauser ist eine weitere bekannte Österreicherin zu Gast bei den Laufer Literaturtagen. Seit Neuhauser im Wiener Tatort die Bibi Fellner spielt, hat die Krimiserie aus Österreich steigenden Zulauf. Die Schauspielerin mit der markanten Stimme wurde 1959 in Athen geboren und übersiedelte als Vierjährige mit ihrer Familie nach Wien. Nach der Schauspielausbildung begann Adele Neuhauser ihre Karriere am Theater, machte Furore als Mephisto in Goethes Faust und verlieh Euripides‘ Medea eine raubtierhafte Präsenz. In diesem Frühjahr verkörperte sie Helene Weigel in Heinrich Breloers Filmbiografie über Bertolt Brecht. In großer Offenheit schaut Adele Neuhauser in ihrer Autobiografie zurück auf ein Leben, das von Höhen und Tiefen geprägt ist. Das Jazzrock-Trio Edi Nulz, bekannt für den originellen Umgang mit Stilen und Effekten, begleitet die Lesung in Lauf.

Sonntag, 10. November, 11 Uhr
Matinée mit Harald Lesch
„Wenn nicht jetzt, wann dann? Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen“ so lautet der Titel des Buches, das der bekannte Physiker Harald Lesch in diesem Jahr zur Matinée der Laufer Literaturtage mitbringt. „Das Umweltthema ist ein hochpolitisches, wir wollen diesem einen wissenschaftliche Basis geben“, sagt Büchereileiter Andreas Reichel, der sich über das Kommen von Lesch sehr freut. Der hochdekorierte und habilitierte Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator bringt seit zwanzig Jahren einem Millionenpublikum in Sendungen wie „Leschs Kosmos“ komplexe Themen in einfachen Worten nahe. Lesch, Mitglied des Bayerischen Klimarats, unterrichtet in München an der Ludwig-Maximilians-Universität Astrophysik. Sehr erfolgreich sind auch seine Publikationen. Sein Buch „Die Menschheit schafft sich ab“ wurde zum Spiegel-Bestseller.

Lesungen für Kinder und Jugendliche in der Stadtbücherei Lauf

Mittwoch, 6. November, 16 Uhr
Wieland Freund
Michael Ende gehörte zu den bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Bis zu seinem Tod arbeitete er an einem neuen Roman, versehen mit dem Titel „Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe“. Nur drei Kapitel wurden fertig. Jetzt, nach 25 Jahren und pünktlich zu Michael Endes 90. Geburtstag, hat der Kinderbuchautor Wieland Freund die Geschichte mit Witz und verschmitzter Logik vollendet, auf moderne Weise und dennoch ganz im Stile Michael Endes. Begleitend zur Lesung zeigt die Stadtbücherei die Ausstellung „Ein Raubritter und sein Knirps mit den Illustrationen von Regina Kehn.

Samstag, 9. November, 15 Uhr
Christopher Tauber
Die Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews aus Rocky Beach, besser bekannt als die „Drei ???“ haben längst Kultstatus. Im Juli erschien die 200. Hörspielfolge. „Das Ritual der Schlangen“ ist die dritte Graphic Novel der erfolgreichen Jugendserie von Christopher Tauber. Der Autor, Zeichner und Verleger. zeigt im Lesecafé der Stadtbücherei Filmsequenzen, die er aus seinen Illustrationen erstellt hat. Keine Lesung im klassischen Sinn also, sondern eine Multimediashow mit Atmosphäre und Spannung.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger