Eltern werden finanziell entlastet

Ab Mai gebührenfrei

Nicht viel los ist derzeit in der Kinderburg Horizont in Winkelhaid. Doch die Nachfrage auf die Notbetreuung nimmt stetig zu. | Foto: Alfred Markgraf2020/04/Winkelhaid-Kinderburg-Horizont-scaled.jpg

WINKELHAID – Bürgermeister Michael Schmidt ist zufrieden mit den Beitragspauschalen zur Übernahme der Kita-Gebühren und verspricht den Eltern eine unbürokratische Umsetzung.

Rund sechs Wochen ist der Beschluss der bayerischen Staatsregierung nun alt, Schulen und Kitas aufgrund der Corona-Pandemie landesweit zu schließen. Während seit gestern zumindest die Abschlussklassen wieder die Schulen besuchen dürfen, bleiben Kitas und Kindergärten weiterhin bis auf unbestimmte Zeit geschlossen. Was aus gesundheitlicher Sicht nachvollziehbar erscheint, stellt Eltern jedoch vor große Herausforderungen, müssen sie doch versuchen, den Arbeitsalltag und die Kinderbetreuung selbst zu organisieren und unter einen Hut zu bekommen.

Immerhin: Eltern, die nicht auf die Notbetreuung der Kindertagesstätten zurückgreifen können, werden ab sofort vom Freistaat finanziell entlastet und sind für drei Monate von den anfallenden Kita-Gebühren befreit. Doch wie läuft die angekündigte Rückerstattung und Kostenübernahme in den Gemeinden im Landkreis ab?

Winkelhaid winkt ein Überschuss

Unbürokratisch“, verspricht Michael Schmidt. Winkelhaids Bürgermeister zeigt sich erfreut über die von der Landesregierung ausgewiesenen Beitragspauschalen: „Da kommen uns die sehr günstigen Gebühren im Ort entgegen“, erklärt er und ergänzt: „Die Kita-Gebühren im Landesdurchschnitt sind um einiges höher als bei uns vor Ort. So können wir sogar mit einem finanziellen Überschuss rechnen, den wir am Ende wieder in die Kindergärten stecken können.“ Um welche Summe es sich handelt, die die Gemeinde Winkelhaid als finanziellen Ausgleich der bayerischen Regierung entgegennehmen darf, ist unklar. Offensichtlich ist sie jedoch hoch genug. „Wir werden auf jeden Fall nicht draufzahlen müssen“, beteuert Schmidt.

Von einer Rückerstattung kann im Falle der Gemeinde Winkelhaid allerdings nicht gesprochen werden. „Der April ist ja schon längst bezahlt“, stellt Schmidt klar. Er betont den hohen Aufwand, den eine Rückerstattung mit sich bringen würde und spricht gar von einem „verwaltungstechnischen Unsinn.“ Stattdessen setzt Winkelhaid den Einzug der Gebühren für die Monate Mai, Juni und Juli aus. „Die Eltern werden von uns benachrichtigt“, sagt Winkelhaids Bürgermeister und verweist darauf, dass etwaig eingerichtete Daueraufträge von den betroffenen Eltern jedoch „selbst storniert werden müssen.“
Doch nicht nur finanziell werden Eltern fortan entlastet, auch die systemrelevanten Berufsgruppen wurden von der Staatsregierung ausgeweitet. Bislang mussten beide Eltern zum Beispiel im Bereich der Gesundheitsvorsorge, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Lebensmittelversorgung oder in einem anderen Beruf der kritischen Infrastruktur arbeiten. Jetzt können Eltern ihre Kinder auch dann betreuen lassen, wenn nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Nun zählen auch die wieder in den Schulen unterrichtenden Lehrer, die Bereiche der Rechtsberatung, Rechtsvertretung und Steuerberatung sowie die Seelsorge in den Religionsgemeinschaften dazu. Ebenfalls neu: Auch Alleinerziehende, die arbeiten müssen, können ihre Kinder zur Notbetreuung bringen, egal ob sie in einem systemrelevanten Beruf arbeiten oder nicht.

Vermehrte Anfragen zur Notbetreuung

Aktuell haben wir in der Notbetreuung drei Krippenkinder, sechs Kindergartenkinder und zwei Hortkinder“, sagt Monika Bernet, Leiterin der Kinderburg Horizont in Winkelhaid. „Doch die Anfragen nehmen mit den Anpassungen der systemrevelanten Berufsgruppen zu.“ Besonders in der Corona-Zeit versteht Bernet es als zentrale Aufgabe, „den Eltern ein gutes Gefühl zu vermitteln.“ Unter strikter Einhaltung der neuen Hygienevorschriften betreuen Bernet und ihre Kollegen die Kinder innerhalb der Notbetreuung. „Eltern müssen, bevor sie die Kinder bei uns abgeben, die Hände waschen und auch die Räume werden öfter gelüftet. Eine Maskenpflicht besteht jedoch nicht. Das ist unserem Personal freigestellt“, sagt Bernet, die sich nichts sehnlicher wünscht, als möglichst bald schon den normalen Arbeitsalltag wieder aufnehmen zu können. „Das Leben im Haus fehlt. Das Kinderlachen, ihre Freude, die Eltern: Alles fehlt momentan.

Eine baldige Rückkehr zur Normalität ist jedoch nicht zu erwarten. In einer Pressemitteilung der Gemeinde schreibt Bürgermeister Schmidt: „Sollte die Übernahme der Kindergartengebühren durch den Freistaat verlängert werden, wird die Gemeinde Winkelhaid diese analog verlängern.“

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