Zwei Teams aus dem Nürnberger Land machen beim Yukon River Quest mit.

78 Stunden fast nonstop im Kanu

2013 haben Miriam und Horst Schönweiß aus Rückersdorf das längste Kanurennen der Welt bereits absolviert – jetzt wollen sie es noch einmal wissen. Verstärkung kommt aus Altdorf, vom Team Oliver und Lucas Kellermann. | Foto: Privat2019/06/yukon-river-quest-roth-paar.jpg

Rückersdorf/Altdorf/Whitehorse. Wenn Ende Juni im kanadischen Whitehorse wieder das längste Kanurennen der Welt startet, der Yukon River Quest, sind zwei Teams aus dem Nürnberger Land dabei. Das Paar Miriam und Horst Schönweiß aus Rückersdorf sowie das Vater-Sohn-Duo Oliver und Lucas Kellermann aus Altdorf begeben sich auf ein 715 Kilometer langes Paddelabenteuer.

Anders als die beiden „Newcomer“ aus Altdorf wissen Miriam Schönweiß und ihr Mann genau, worauf sie sich einlassen: 2013 legten die beiden die Strecke auf dem „Great River“ binnen 78 Stunden zurück – fast nonstop (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Lediglich zwei Pausen, drei und sieben Stunden, sind vorgeschrieben.

„Uns hat der sportliche Ehrgeiz gepackt“, sagt die 34-Jährige, die bereits die Koffer für den Trip nach Kanada packt. Trainiert haben die Rückersdorfer mit ihrem Rennkanadier auf der Altmühl und auf dem Weißen Main, aber vor allem im Fitnessstudio. Wichtig sei neben einer gewissen Grundfitness der richtige Rhythmus. „Der Rest ist im Kopf“, sagt Schönweiß.

Vortrag im PZ-Kulturraum

Oliver und Lucas Kellermann werden es schwerer haben: Für sie ist es die erste Rennteilnahme. Der Vater, Oliver, hat Blut geleckt, als er einen Vortrag von Miriam Schönweiß im PZ-Kulturraum in Lauf sah. Dort berichtete sie von ihrer Teilnahme 2013.

Für den 50-Jährigen war das Nonstop-Kanurennen genau die Herausforderung, die er gesucht hatte – und das, obwohl Schönweiß eher davor gewarnt hatte. „Ich dachte erst, er hat mir nicht richtig zugehört“, sagt sie. Doch der Altdorfer sagt von sich selbst, dass er gerne an seine eigenen Grenzen geht. Und sein 23-jähriger Sohn war auch sofort begeistert.

Das Rennen, das von Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon-Territoriums, nach Dawson an der Mündung des Klondike River führt, ist „auch eine große Party“, sagt Schönweiß. Immerhin nehmen daran Teams aus bis zu 15 Ländern teil. Doch unterschätzen sollte man es trotzdem nicht: „20 bis 30 Prozent geben unterwegs auf.“ Mit Blasen übersäte Hände sind ebenso obligatorisch wie Muskelkater.

Den beiden Teams aus dem Landkreis geht es aber nicht nur ums Abenteuer. Sie sammeln Geld für einen guten Zweck. Auf ihrer Website www.paddle-4-more.de kann man für den Verein Kinderarmut e.V. spenden, der Kindern aus armen Familien unter anderem die Teilnahme an einem Kanucamp ermöglicht.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel