2300 Euro für haarige Storys

Alle ziehen an einem Zopf für den guten Zweck: v. li. Marcel Schneider, Ulla Konold, Martin Burkert, Patrick Temmesfeld und Gabriele. Foto: Wilcke2011/02/haarig.jpg

ALTENFURT – Mit haarigen Geschichten Spenden sammeln für die Frühförderung der Bildungsanstalt für Blinde und Sehbehinderte? Kein Problem für Friseurmeister Marcel Schneider bei der 26. Benefiz-Veranstaltung in seinem Friseursalon in Altenfurt. Insgesamt 2300 Euro konnte er an Direktor Patrick Temmesfeld und die Leiterin der Frühförderung, Gabriele Feigl, überreichen.
Die haarigen Geschichten vom Zauber der Liebe und Magie der Haare unter dem Motto „Rapunzel, lass mir Dein Haar herunter“ waren das Premierenprogramm der Märchenerzählerin Ulla Konold . Gern ließen sich die Besucher in diese Welt entführen und lauschten gebannt den Erzählungen und Ausführungen über die Magie der Haare. Dabei zeigte Ulla Konold auf, dass sich schon in der Antike die Frauen dieser Ausstrahlung bewusst waren und – wie heute – damit die Männer verführten und bezauberten. Dabei spielt natürlich auch die Haarfarbe eine Rolle, wobei Blond die beliebteste Farbe ist.
„Haare sind das Flirtsignal Nr. 1 und die Herren der Schöpfung sollten lernen, darauf zu achten“, gab Ulla Konold den männlichen Besuchern mit auf den Weg. Zu ihnen gehörten auch der Schirmherr der Veranstaltung, Bundestagesabgeordneter Martin Burkert,  sowie Kreis- und Gemeinderat Manfred Dauphin aus Feucht.
Patrick Temmesfeld und Gabriele Feigl bedankten sich bei Marcel Schneider und den Gästen und informierten sie über die hervorragende Arbeit, die an der BBS geleistet wird. Neben den 430 Schülern, die an Grund- und Hauptschule mit Mittelschulbereich und an sechs Berufsschulen betreut werden, liegt ein Hauptaugenmerk auf der interdisziplinären Frühförderung. Dabei fahren die Frühförderinnen zu den Familien, die blinde oder sehbehinderte Kinder haben, und unterstützen diese von Anfang an. Das jüngste Kind wurde schon als Baby zwei Wochen nach der Geburt betreut, es war gänzlich ohne Augen zur Welt gekommen.
Die Zunahme der Tumorerkrankungen, die sich auf den Sehnerv legen oder sich auf den Augen ausbilden, bedrückt die Frühförderinnen. Deshalb gibt es ein großes Spektrum bei den sehbehinderten oder blinden Kindern, die der Förderung bedürfen. Drei Teams engagieren sich dafür bei momentan 130 Kindern in ganz Nordbayern mit den Standorten Nürnberg, Regensburg und Kulmbach.
Der mobile Einsatz in den Familien bezieht auch die Geschwister- und Nachbarkinder mit ein, um den betroffenen Kindern ein möglichst normales Leben zu vermitteln. Einmal pro Woche kommt die Frühförderin mit einem großen Spielzeugkorb, um mit spielerischem Lernen die Kinder vorzubereiten und sicher zu machen für das Leben in der Gemeinschaft, sie selbstständig, selbstbestimmt und glücklich werden zu lassen.
Für die riesige Unterstützung in diesem Bemühen bedankten sich auch die Kinder der Frühförderung bei Marcel Schneider. Sie hatten ihm aus Luftballons zwei „Frisurenköpfe“ gebastelt und ernannten ihn zum „Frühförder-Zauberer“ mit Zauberhut und –stab, weil er für sie Sachen zaubert, deren Anschaffung sonst nicht möglich wäre. Schneider versprach, in diesem Bemühen nicht nachzulassen und „engagierte“ gleich Ulla Konold und Martin Burkert zusammen mit Patrick Temmesfeld für einen erneuten Benefiz-Abend. Mit dem Dank an die Künstlerin und die Gäste für ihre Spendenbereitschaft endete ein „haariger Abend“, der nicht nur bei den Besuchern in guter Erinnerung bleiben wird.

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