ETA baut Standort in Altdorf aus

20-Millionen-Projekt mit Kletterwand

Die geplanten Gebäude von Nordwesten aus gesehen: Der blaue Bereich an der Außenfassade markiert die mögliche Kletterwand. In Abstimmung mit dem Alpenverein will ETA Details dazu klären. | Foto: Grafik2021/02/Altdorf-ETA.jpg

ALTDORF – Am Standort Altdorf baut ETA ein neues Lager, ein Kommissionier-Gebäude und einen neuen Bürotrakt. Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses äußern sich begeistert über die Pläne, weil Energieeffizienz und Nachhaltigkeit obenan stehen. Die Fertigstellung ist für das Jubiläumsjahr 2023 geplant.

Die Firma ETA erweitert ihren Standort in Altdorf. Im Bauausschuss der Stadt gab es jetzt grünes Licht für ein 20-Millionen-Projekt, dessen Planungen bereits 2018 begonnen haben. ETA Geschäftsführer Clifford Sell spricht von einem „breit angelegten Strukturplan“ für eine langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren. Mit dem Neubau werde der Standort Altdorf „massiv aufgewertet“, betont Sell. Altdorf bleibe langfristig die weltweite Drehscheibe des Unternehmens.

Das neue Lager entsteht auf einer Fläche zwischen Fritz-Bauer- und Industriestraße. Energieeffizienz und CO2-Neutralität standen bei den Planungen ganz obenan, außerdem die Ausstattung mit Photovoltaik und eine Begrünung der Dächer und Außenfassaden. Bedingt durch die geplanten Photovoltaik-Anlagen, wird auf dem Neubau mehr Strom erzeugt, als die Logistik und die Büros hier verbrauchen. Geheizt werden soll mit der Wärme aus dem Altdorfer Hackschnitzelheizwerk Am Fallhaus, das bereits Schulen und Hallenbad versorgt. ETA verhandelt mit dem Wärmeanbieter.

Schmankerl für Sportliche

Der Knüller für die Altdorfer allerdings könnte eine Kletterwand am neuen Lagergebäude werden. Wie die im Detail gestaltet werden kann und wo genau sie positioniert wird, steht noch nicht fest. Dazu gibt es Gespräche mit dem Altdorfer Alpenverein.

Neue Parkplätze wird ETA an der Fritz-Bauer-Straße schaffen. Hier ist vorgesehen, auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche 100 neue Stellplätze zur Verfügung zu stellen, die den Verlust bestehender Plätze durch das neue Bauwerk kompensieren. Ausgestattet werden die neuen Stellplätze mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Die neuen Gebäude bei ETA, Lager, Kommissionier-Gebäude und neuer Bürotrakt, sollen im Sommer 2023 in Betrieb gehen.

Im Bauausschuss der Stadt gibt es ausnahmslos positive Reaktionen auf die Pläne des Familienunternehmens. Von einem „guten Zeichen für die Kommune“ spricht Eckart Paetzold (Grüne), der selbst viele Jahre Mitarbeiter in der Logistik bei ETA war. Ein gutes Zeichen deshalb, weil das Unternehmen am Standort Altdorf eine große Summe investiert. Mit dem Standort Altdorf ist ETA ja auch sehr zufrieden, sagt Sell dazu. Die Zusammenarbeit mit der Stadt klappt reibungslos.

Keine neuen Arbeitsplätze, dafür sichere

Ernst Bergmann (SPD), Thomas Kramer (CSU) und Thomas Dietz (FW/UNA) freuen sich über die Qualität der Bebauung. Auch Dieter Pletz (Grüne), der darauf hinweist, dass seine Fraktion bei Bauvorhaben immer Forderungen in Sachen Ökologie stellen müsse. ETA allerdings liefere bereits. Allein Margit Kiessling (Grüne) entdeckt einen Wermutstropfen im Projekt von ETA. Mit dem 20-Millionen-Bauvorhaben werden nämlich keine neuen Arbeitsplätze am Standort geschaffen. Dem hält Thomas Kramer (CSU) entgegen, dass das Projekt aber Arbeitsplätze in Altdorf sichere: „Gerade in Corona-Zeiten ist das sehr wichtig.“ Die Zustimmung zu den ETA-Plänen im Altdorfer Bauausschuss ist einstimmig. Wenn die jetzt eingereichten Bauanträge am Landratsamt zügig genehmigt werden, steht im Herbst der Baubeginn an. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2023 sollen die neuen Gebäude dann eingeweiht werden.

ETA wurde 1948 von Jakob Ellenberger und Harald A. Poensgen gegründet und befindet sich seitdem im Familienbesitz. Heute beschäftigt das Unternehmen 1200 Mitarbeiter und ist in über 60 Ländern auf der ganzen Welt tätig.

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