Chor singt am Sonntag in der Bartolomäus-Kirche

Zwei Windsbacher Knaben beim Heimspiel in Eschenau

Leon und Yannick traten mit dem Chor in den Osterferien in Spanien auf.2013/04/62243_Windsbacherknabenchoreckentaler_New_1367336766.jpg

ESCHENAU — Die Windsbacher kommen – und zwar nach Eschenau. Am Sonntag, 5. Mai, um 17 Uhr, gastiert der berühmte Knabenchor unter Leitung von Martin Lehmann mit einem geistlichen Konzert in der Sankt Bartolomäus Kirche. Für zwei der „Knaben“ ist der Auftritt ein Heimspiel: Yannick und Leon Henrici kommen nämlich aus Eckental.

Ein bisschen aufgeregt ist Yannick Henrici schon. Viele Städte und Länder hat der 18-Jährige mit den Windsbachern in den vergangenen Jahren bereist – in seinem Heimatort war er mit dem Chor aber noch nie. „Das wird schon ein bisschen komisch sein, da mit unserem Bus einzufahren und zu singen“, sagt der Gymnasiast, der derzeit die elfte Klasse des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums in Windsbach besucht und im kommenden Jahr sein Abi machen will. Zehn Jahre werden es dann sein, die er als Mitglied des berühmten Knabenchors verbracht hat und ihm ist jetzt schon klar: „Ich werde das einmal sehr vermissen.“

Dabei war der Anfang im evangelisch-lutherischen Studienheim, gut 50 Kilometer von den Eltern entfernt, nicht leicht. „Es hat schon ein paar Monate gedauert, bis ich heimisch wurde“, erinnert sich Yannick. Bruder Leon, 13, hatte es da schon leichter, immerhin lebte der große Bruder bereits im Internat, „er kannte das alles schon von mir“.

Gastspiele auf der ganzen Welt

In der dritten Klasse lädt der Chor in der Regel Jungen zum Vorsingen ein, zu Beginn der vierten Klasse werden sie dann aufgenommen und leben ab da im Internat in Windsbach. Untergebracht in Zweibettzimmern, ab der zehnten Klasse in Einzelzimmern, reisen sie nur ein bis zweimal im Monat nach Hause. Die restliche Zeit, auch die Wochenenden, sind angefüllt mit Schule, Proben und Vorbereitungen auf Aufnahmen und Tourneen, die in der Regel in den Ferien stattfinden.

Sie führen die Windsbacher regelmäßig in die weite Welt, zuletzt nach Spanien, wo auch die beiden Eckentaler Brüder in den Osterferien mit von der Partie waren. Auch in Berlin haben Yannick und sein Bruder schon gesungen, im Bundestag und im Schloss Bellevue, wo der damalige Bundespräsident Christian Wulff den Chor im Anschluss spontan durchs Schloss führte.

Sie seien ganz normale Teenager mit einem ausgeprägten Hang zur Musik und zum Singen, betont Yannick, der in seiner Freizeit auch gerne Fußball und Handball spielt, ebenso wie sein jüngerer Bruder. Und er höre nicht nur klassische Musik, sondern auch gerne mal Pop, betont der 18-Jährige, wenngleich die geistlichen Stücke schon etwas Besonderes seien: „Je besser man damit vertraut wird, desto mehr erschließen sie sich einem. Und manche sind wirklich wunderschön.“

Die Liebe zur Musik entwickelte sich bei den beiden Brüdern schon früh, nämlich als Mitglieder der „Brunnenspatzen“ in Eschenau, deren Chorleiter damals ihr Talent erkannte und sie darin bestärkte, in Windsbach vorzusingen.

Dass es zwischendrin auch mal Hänger gab, gerade im Stimmbruch, als Yannick fast drei Jahre lang im „Mutantenstadl“, wie die Windsbacher den Übergangschor selbstironisch nennen, singen musste, bis sich sein Bass voll ausgebildet hatte, verhehlt der 18-Jährige nicht. „Das war keine leichte Zeit, denn man möchte ja dabei sein“. Auch geht die Schule, in der Musik ein Hauptfach ist, stets vor und so müssen die Brüder – der 13-jährige Leon singt Alt II – schon diszipliniert sein, damit sie alles unter einen Hut bringen und dann auch mit auf die großen Tourneen und Gastspiele dürfen. „Aber es ist zu schaffen“, sagt Yannick.

Ob er nach seiner Zeit bei den Windsbachern musikalisch weitermachen will, das weiß der junge Eschenauer, der ebenso wie sein Bruder Klavier spielt, noch nicht: „Ich werde in jedem Fall erst einmal eine Pause machen bevor ich irgendetwas anfange.“ Die Jahre in Windsbach aber haben sein Leben geprägt, „die Gemeinschaft hier und der Zusammenhalt, das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Es gibt noch Karten

Einlass für das Konzert des Windsbacher Knabenchores unter dem Motto „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ am kommenden Sonntag ist um 16 Uhr, Beginn um 17 Uhr. An der Orgel wird Dekanatskantor Andreas Schmidt sitzen. Pfarrerin Birgit Winkler freut sich schon auf das Großereignis, „Wir sind sehr stolz darauf, den Chor bei uns in der Kirche zu begrüßen“, sagt sie. 350 Sitzplätze gibt es, es sind noch Restkarten beim Pfarrbüro in Eschenau unter der Telefonnummer 09126/288508 erhältlich.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger