Dehnberg

Wohnhaus soll Teil des DHT bleiben

Noch wohnt DHT-Gründer Wolfgang Riedelbauch in diesem Sandsteingebäude (rechts), das den Theaterhof nach Westen abschließt. Der DHT-Verein will es nun erwerben, um es auf Dauer für die Kultureinrichtung zu sichern und es für Zwecke des DHT auszubauen. | Foto: Krieger2019/11/DHT-Gebaude-wohnhaus.jpg

DEHNBERG — Vor fast 150 Jahren wurde im Laufer Ortsteil Dehnberg ein großzügiger Gebäudekomplex errichtet. Hopfen war damals die Währung, die es den Besitzern ermöglichte, ein mächtiges Wohn- und Stallhaus samt mehreren Nebengebäuden zu errichten. 100 Jahre später verliebte sich Musiker Wolfgang Riedelbauch in die fränkische Gutsanlage vor den Toren der Stadt und machte ab 1976 den Hof zum Zentrum für Musik, Theater, Literatur und Lyrik. Das Dehnberger Hof Theater mit der Theaterscheune als Mittelpunkt war geboren. 43 Jahre später nun will der Theaterverein das Wohnhaus, das noch dem Gründer gehört, erwerben, um das denkmalgeschützte Ensemble auch in Zukunft für die Kunst zu erhalten. Er hofft auf Unterstützung durch die Bevölkerung.

Mindestens 100 Bausteine will Theaterchef Ralf Weiß in den nächsten Wochen unter die Leute bringen, die dem Verein den Kauf des mehr als 250 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche umfassenden Sandsteinbaus samt Bauerngarten möglich machen. 450.000 Euro muss der Verein dafür aufbringen. „Das ist zu viel für uns“, sagt Weiß. „wir haben diese Eigenmittel nicht“.

150.000 Euro von der Stadt

Eine Sammlung unter Mitgliedern brachte bereits 12.000 Euro. Auch auch die Stadt Lauf und der Landkreis als Mitglieder des Kuratoriums haben signalisiert, den Kauf des historischen Wohnhauses zu unterstützen. Im verabschiedeten Haushalt der Stadt sind 150.000 Euro fest für das DHT eingeplant. Seitens des Landkreises hofft der Intendant ebenfalls auf einen positiven Bescheid. „Der Plan ist, die Summe zu dritteln, also müssen wir ein Drittel organisieren“. Auch der Bezirk, hofft Weiß, kommt noch ins Boot, schließlich widmet sich das DHT seit seiner Gründung dem Fränkischen Volkstheater und seit Jahren der Idee von „Heimat auf dem Teller“.

So soll das Wohnhaus, wenn das alles klappt, ein Haus für Künstler, Besucher und das ganze Dorf werden. Im ehemaligen Kuhstall im Erdgeschoss hatte das Theater 1976 seinen Betrieb aufgenommen. Auf schlichten Stühlen lud Wolfgang Riedelbauch zu Lesungen und Mundarttheater ein, bis immer mehr Besucher kamen und der heutige große Saal mit Bühne in der Scheune den Betrieb aufnahm.

Dem Theatermacher schweben im Wohnhaus in Zukunft Räume für Lesungen, Seminare und Workshops vor. Auch Vereine sollen diese nutzen können, betont Weiß: „Das DHT gehört zum Dorf“. Im ersten Stock des Hauses sollen zehn Zimmer entstehen, in denen Schauspieler, Regisseure und Gäste während der Proben wohnen können, aber auch etwa Radwanderer Unterschlupf finden.

Das ideelle Erbe des 80-jährigen Theatergründer Riedelbauch, der Franken 2020 den Rücken kehren und seine Zelte in der Türkei aufschlagen will, wo er künstlerisch seit Jahren erfolgreich tätig ist, sind die Themen Musik, Heimat, Kultur und Sprachpflege. Sie sollen irgendwann vielleicht in eine Akademie münden.

Zudem hinterlässt Riedelbauch dem DHT sein umfangreiches Musikarchiv, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Nicht zuletzt biete der Garten Möglichkeiten der Nutzung, findet der Theatermann. Er soll in Zusammenarbeit mit dem Freilandmuseum Bad Windsheim angelegt werden. „Vielleicht machen wir ein Tagescafe rein“.

Doch bevor all die Pläne realisiert werden können, geht es ums Geld. Gut 130.000 Euro fehlen dem Verein noch, um den Kauf des Hauses zu stemmen. Ende März hat sich Weiß als Zielmarke gesetzt, „bis dahin wollen wir das Geld zusammen haben“. Für 500 oder 1000 Euro sind Bausteine zu haben, die namentlich hinterlegt werden, auch kleinere Spenden sind willkommen.


Unter www.gut-fuer-nuernberg.de kann für das DHT gespendet werden.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger