„Ouernsouser Veits-Kinnäh“ zeigen ihr Stück „Opa, es reicht“

Wenn Opa clever die Fäden zieht

Die Städter machen es sich gemütlich, während um sie herum das turbulente Landleben tobt. | Foto: Brinek2017/04/theater-veitskinnah-ottens1.jpg

OTTENSOOS — Ausverkauft war die Ottensooser Mehrzweckhalle zur Premiere des Dreiakters „Opa, es reicht“ am Ostersamstag. Besucher aus nah und fern wollten den Schwank von Bernd Gombold sehen, den die beliebte Laienspielgruppe „Ouernsouser Veits-Kinnäh“ in diesem Jahr einstudiert hatte. Das große Publikumsinteresse spornte die Akteure offensichtlich an, denn ihre Spielfreude riss die Zuschauer mit und am Ende wurden sie mit donnerndem Applaus verabschiedet.

Nicht nur die Ottensooser mit ihrem 1. Bürgermeister Klaus Falk, sondern auch viele Gäste aus der Umgebung waren gespannt darauf, welches Stück die Theatergruppe „Die Ouernsouser Veits-Kinnäh“ in diesem Jahr für ihre Spielzeit zu Ostern ausgesucht hatte. Mit dem Dreiakter „Opa, es reicht“ von Bernd Gombold landeten sie einen Erfolg, der den Aufführungen der vergangenen Jahre in nichts nachstand. Der Schwank war vollgepackt mit Pointen und Situationskomik und das erfrischende Spiel der Laiendarsteller führte immer wieder zu Szenenapplaus.

Befreundete Theaterspielgruppen aus Auerbach, Breitenbrunn, Obertrubach und Schönberg waren nach eigener Aussage zum „Spionieren und Lernen“ nach Ottensoos gekommen. Sie alle erlebten einen Ostersamstagabend, der nicht nur Gaudi, sondern auch kulinarische Überraschungen zu bieten hatte.

Zu Beginn steht die Schwiegertochter Magda (Susanne Falkner) – das „geizige Monster“ wie Opa (Walter Müller) sie nennt – im Mittelpunkt. Die jedoch hält Opa vor, ein verschwenderischer und fauler Lump zu sein und das Geld „nauszuhaun“. Oma Lena, toll gespielt von Ingrid Hofmann, ist leicht zerstreut und vergesslich. Als der Versicherungsvertreter Friedhelm (Thomas Zitzmann) ihr eine Police unterjubeln will, verwechselt sie ihn mit einem Zeitungsverkäufer und verwirrt auch Friedhelm dermaßen, dass er schließlich selbst nicht mehr weiß, ob er ihr eine Versicherung oder einen Staubsauger andrehen wollte.

Opa verursacht mit seinem Motorrad einen Unfall und die beiden Unfallopfer quartieren sich daraufhin in seinem Haus ein, um Urlaub zu machen und sich von dem Schock zu erholen. Die vornehmen Menschen aus der Stadt (Andrea Falkner und Frank Ultsch) sorgen dann endgültig für das große Chaos auf dem Hof. Sie bringen selbst den friedlichen Bauern (Andreas Adelmann) in Rage, doch seine geldgierige Ehefrau wittert beim Übernachtungspreis ihre Chance.

Zu allem Unglück erscheint die Tochter Sylvi (Nadine Luber), die ein halbes Jahr in Italien studiert hat, und beichtet, sie sei schwanger. Die bodenständigen Bauersleute vermuten sofort einen italienischen Gemüsehändler als Kindsvater und jammern: „Allmächd, ein Kind von einem Italiener und dann nicht evangelisch“. Sie ahnen nicht, dass der Vater des Kindes Thomas (Wolfgang Ultsch), der heimliche Freund der Tochter aus der Umgebung ist.

Schließlich nimmt das Stück eine unerwartete Wendung und der Opa präsentiert sich als der große Macher, der alle Fäden in der Hand hält. Die geizige Schwiegertochter wird zahm, ihr Mann trumpft plötzlich auf und die liebenswerte Oma macht weiter wie immer. Die beiden Stadtmenschen fühlen sich wohl auf dem Land und die beiden jungen Leute finden sich. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Noch zwei Aufführungen

Das Stück wird nochmals am Freitag, 21., und Samstag, 22. April, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle aufgeführt. Karten gibt es für sieben Euro an der Abendkasse und bei den beiden Banken in Ottensoos.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek
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