Interview mit Peter Wagner und Harald Thiel

Was reizt Künstler am Kick?

Haben mit ihrem Verein wieder ein tolles Pogramm zusammengebastelt: Die KiCK-Vorsitzenden Peter Wagner (links) und Harald Thiel. | Foto: Porta2017/09/8401498.jpg

HERSBRUCK – Sigi Zimmerschied, Diknu Schneeberger oder „Spider Murphy“-Pianist Ludwig Seuss – das Kick-Programm kann sich wieder einmal sehen lassen. Seit 2004 bringt der Verein „Kleinkunst im City-Kino“ alljährlich eine beachtliche Mischung an hochkarätigen Musikern oder Kabarettisten auf die Bühne im Lichtspielhaus. Die HZ unterhielt sich mit den beiden Vorsitzenden Peter Wagner und Harald Thiel über Highlights, Honorare und zupackende Helfer.

Ein Blick ins aktuelle Programm des Kick lässt Musikfreunde wieder mit der Zunge schnalzen. Wie schaffen Sie es, Jahr für Jahr derart tolle Künstler nach Hersbruck zu locken?
Peter Wagner: Dafür sorgt unsere „Programmgruppe“ um Max Prätorius, Armin Rothgang, Christa Rauenbusch, Chris Heß, Harald und Dani Thiel. Jeder Einzelne macht Vorschläge, wen wir ansprechen könnten. Und uns hilft die Mund-zu-Mund-Propaganda der Bands untereinander, wir bekommen inzwischen jeden Tag ein paar E-Mails mit Bewerbungen von Künstlern, die gerne bei uns auftreten würden.

Stehen die Vorschläge, dann…
Harald Thiel: …schreibe ich die Bands an und handle was aus. In der Regel sind das ja alles ausgebildete Musiker, die von ihren Auftritten leben. Grob gesagt, können wir ihnen aber immer nur das als Gage zahlen, was wir mit dem Verkauf der Tickets einnehmen. Die dürfen aber nicht zu teuer sein, kosten selten einmal mehr als 20 Euro. Da muss ich den Bands schon einiges abverlangen, was mir selber leid tut.
Wagner: Wir müssen auch die Gema-Gebühren und den Beitrag an die Künstlersozialkasse bezahlen. Dazu kommen Verpflegung, Saalmiete und Übernachtung. Die übernimmt bis zu vier Personen ein Sponsor, sind es mehr Musiker, bekommen wir einen Sonderpreis. All das bestreiten wir aus unseren Vereinsmitteln, also dem, was uns unsere derzeit 120 Mitglieder mit ihrem Jahresbeitrag von 35 Euro – manche auch mehr – und die Stadt mit ihrer Förderung von 250 Euro zur Verfügung stellen.

Und trotzdem kommen die Künstler gerne nach Hersbruck.
Ja, weil sie hier – meistens von Harald Thiel – sehr fürsorglich betreut werden, weil wir eine sehr gute Technik und neben Max Setschödi einige von den Künstlern sehr geschätzte junge „Mischer“ haben. Die bekommen dann schon mal direkt von der Bühne ein Extralob. Und natürlich mögen viele Künstler die außergewöhnliche Atmosphäre im alten Kino. Das hat sich in der Szene rumgesprochen.
Thiel: Ein gutes Beispiel ist Diknu Schneeberger. Dessen Vater Joschi hatte wegen der „knappen“ Gage bereits abgewunken, aber Diknu – der in der Vergangenheit ja schon ein paar Mal beim Gitarrenfestival aufgetreten ist – wollte unbedingt nach Hersbruck kommen, weil er weiß, dass er hier viele Fans hat.

Stichwort Fans: Woher kommen eigentlich die 80 bis 85 Zuhörer, die ins Kino passen?
Früher fast nur aus Hersbruck. Inzwischen sind es aber auch viele aus Schnaittach, Lauf, Altdorf oder Sulzbach. Wir hatten schon eine Familie aus Jena oder Urlauber aus dem Ruhrgebiet. Aktuell hat jemand aus Würzburg eine Karte reserviert. Das sind oft Fans einzelner Gruppen, die die Auftrittsorte von deren Homepage wissen. Für uns wäre es wichtig, einen festen Besucherstamm aufzubauen, um auch mal etwas wagen zu können.

Und am Ende des Jahres trotzdem eine „schwarze Null“ in der Vereinsbilanz stehen zu haben?
Wagner: Genau. Heuer hilft uns dabei sicher, dass wir beim Altstadtfest „Null auf Null“ rausgekommen sind. Viele glauben, wir würden dort unseren Reibach machen, aber das ist nicht so.
Thiel: Das ist immer eine Gratwanderung, wie auch beim Kick-Programm. Aber dank der ehrenamtlichen Mitarbeit unserer Mitglieder – zum Beispiel beim Auf- und Abbau – schaffen wir es wohl wieder. Ende der vergangenen Saison konnten wir uns sogar eine neue LED-Beleuchtung leisten.

Was sind für Sie die Highlights im aktuellen Programm?
Für mich Diknu Schneeberger, Bavaschôro, Tango Transit und natürlich Ludwig Seuss. Ich freue mich auch auf das Monaco Swing Ensemble und Moi et les autres, die Chris Heß vorgeschlagen hat.
Wagner: Und wir haben mit dem VIP Trio – mit der Tochter der Pianistin Hilde Pohl – auch wieder heimische Musiker dabei. Einer von drei, vier Jazzabenden in dieser Saison…

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N-Land Klaus Porta
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