Von Leben und Tod

Freuen sich über die gelungene Kooperation und das Festival „Der Tod ist groß“: Laufs Büchereileiter Andreas Reichel, Pressereferentin Ina Gombert, Veranstaltungsleiterin Renate Grabmeier, VHS Chef Denis Leifeld, Sabine Stoll von der VHS und Alexia Kraus von der Gemeindebücherei Schwaig. Foto: Isabel Krieger2020/03/20200219_120921-scaled.jpg

Der Tod gehört zum Leben, darüber zu sprechen oder gar zu schreiben, war aber nicht zu jeder Zeit salonfähig. Dabei gehören Sterben und Verlust zu den großen Erfahrungen im Leben, sie prägen, sie sind schmerzhaft, sie können aber auch tröstlich sein. Mitte März startet unter dem Titel „Der Tod ist groß“ ein Kulturfestival in Lauf, das sich dem Tod und dem Sterben aus verschiedenen Perspektiven heraus nähert.

Im Zentrum steht die literarische Auseinandersetzung mit dem Tod. Gerade in der Literatur haben sich Autoren zu allen Jahrhunderten am Tod abgearbeitet. Kaum ein anderes Motiv wurde literarisch so oft variiert. Ob Goethes „Werther“ oder Thomas Manns „Zauberberg“ – stets dienten Tod und Sterben auch als literarische Metaphern für den Zustand der Gesellschaft.

Auch Mariana Leky und Thommie Bayer beschäftigen sich in ihren Romanen „Was man von hier aus sehen kann“ und „Das innere Ausland“ mit dem Tod. Leky, deren 2017 veröffentlichter Roman über Monate auf der Spiegelbestsellerliste stand, zeichnet darin das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt, so auch das Leben und der Tod. Es ist ein Roman über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, über Hoffnungen und Träume:

Selma kann den Tod voraussehen. Immer wenn der alten Dame im Traum ein Topkapi begegnet, stirbt jemand im Dorf. Unausweichliches Schicksal oder Chance? Im Gespräch mit Tom Viewegh vom Bayerischen Rundfunk wird Mariana Leky am 1. April, um 19 Uhr in der Laufer Stadtbücherei über Leitmotive des Lebens und den Tod sprechen.

Ihr zur Seite: Autor und Musiker Thommie Bayer, der 2018 mit „Das innere Ausland“ einen ebenso berührenden wie humorvollen Roman vorlegte. Auch in ihm geht es um den Tod – aber auch um Freundschaft und Kräfte, die dazu ermutigen, diesen nicht als Ende alles Lebens zu sehen.
Auch die Ente in Wolf Erlbruchs wunderbaren Kinderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ muss sich mit dem Tod beschäftigen, er wird ihr Begleiter, als das Ende sich nähert. Kaum ein deutschsprachiges Bilderbuch widmet sich in den vergangenen Jahren dem Thema behutsamer in Sprache und Bild. Ab 16. März bis 5. April sind die poetischen Illustrationen des großen deutschen Kinderbuchautors und Illustratoren in der Laufer Stadtbücherei zu sehen. Dazu gibt es eine Kurzfilmfassung der Erzählung.

Der Tod beschäftigt auch junge Autoren, die auf Einladung des Vereins Stadtkultur, der das Festival in insgesamt acht bayerischen Städten, darunter Lauf, initiierte, an einem Schreibwettbewerb teilnahmen.
Junge Autoren. Die vier Preisträger sind am Mittwoch, 18. März, 19 Uhr zu Gast in Lauf und präsentieren dort ihre Texte. Moderiert wird der Abend von Pauline Füg, der Vorsitzenden des Fränkischen Schriftstellerverbandes.

Die Gemeindebücherei Schwaig lädt in Kooperation mit der VHS Unteres Pegnitztal am Donnerstag, 26. März, zu einem Vortrag zum Abschied, Sterben und Tod ein und am Sonntag, 29. März, gibt es eine christlich-jüdische Friedhofsführung in Schnaittach. Beginn ist um 14 Uhr am Taharahaus.

Das Festival „Der Tod ist groß“ ist eine Kooperation der Laufer Stadtbücherei mit der Gemeindebücherei Schwaig und der Volkshochschule Unteres Pegnitztal auf Initiative des Vereins Stadtkultur. Kostenlose Eintrittskarten für den Preisträgerabend sind bei der Stadtbücherei erhältlich.

Eintrittkarten für die Lesung von Mariana Leky und Thommie Bayer gibt es ab 9. März bei der Buchhandlung Dienstbier und der Stadtbücherei. Für die Führung in Schnaittach ist eine schriftliche Anmeldung bei der VHS nötig. Infos unter www.stadtbuecherei-lauf.de

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger