„Lieblingsmenschen“ im Kellertheater des Laufer Gymnasiums

Von der Einsamkeit zu zweit

Wie es in den Studenten (Bildmitte) wirklich aussieht, erfährt das Publikum immer dann, wenn deren Gedanken durch die Nebenfiguren (links und rechts im Bild) laut artikuliert werden. Foto: Privat2014/03/79755_lieblingsmenschencjttheater_New_1395934865.jpg

LAUF — „Lieblingsmenschen“ lautet der 
Titel des Theaterstücks, das die Schüler des Laufer CJT-Gymnasiums an fünf Abenden mit großem Erfolg im Kellertheater der Schule aufgeführt haben.

„Tschüss ihr Lieblingsmenschen“, so verabschieden sich am Sonntagabend die Schüler des Kurses Theater voneinander, wenn sie spätnachts das Schulhaus verlassen. Um „Lieblingsmenschen“ geht es auch in dem Stück, das sie dem Laufer Publikum präsentierten.

Die Vorlage stammt von der jungen Schweizerin Laura de Weck und diese wurde in tagelanger Arbeit überarbeitet und durch eigene Texte von den Schülern ergänzt. Die Winterferien und einige weitere Tage verwendeten die Gymnasiasten für das ­Schreiben und Proben. Die Mühe hat sich gelohnt.

Die Zuschauer tauchen in den Alltag einer Gruppe junger Studenten ab und erleben vor allem das Scheitern und Nichtfunktionieren deren Lebensentwürfe und Beziehungen. Lieblingsmenschen, wie es der Titel des Stücks nahelegen würde, sind und haben diese jungen Leute nicht. Ihre Beziehungen scheitern vor allem an ihrer Selbstzentriertheit, ihren Ängsten und der mangelnden Fähigkeit, miteinander zu sprechen. Die am laufenden Band ausgetauschten Oberflächlichkeiten lassen die Einsamkeit der Protagonisten nur umso deutlicher zu Tage treten. Und so steht auf dem Plakat, die Inszenierung in der Schule bewirbt auch ein Zitat von Erich Kästner: „Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit“.

Doch auch komische Momente gibt es in der Inszenierung. Vor allem dann, wenn die Gedanken der einzelnen Charaktere laut ausgesprochen werden. Dies geschieht durch einen identisch gekleideten Schüler, der neben der Hauptfigur auftritt und den Subtext des Protagonisten zur Sprache bringt.

Viel Applaus vom Publikum

Die Zuschauer belohnen das leidenschaftliche Spiel der Oberstufenschüler mit viel Lachen, der einen oder anderen Träne und viel Applaus.

Traurig ist dann auch der Abschied voneinander, von der gemeinsamen Arbeit und der gemeinsam verbrachten Zeit. Auf die meisten der Oberstufenschüler wartet in einigen Wochen das Abitur. „Aus so einer Produktion kann man neben der Bühnenerfahrung einfach eine der schönsten Erinnerungen aus der gesamten Schulzeit mitnehmen“, sagt Eva Pöllinger, die Leiterin des Theaterkurses. Und natürlich einige neue Lieblingsmenschen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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