Stimmung im Advent

Voller Stimmenklang erfüllte Gotteshaus

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LAUF — Ein bewegendes und beeindruckendes Ereignis war das Konzert der Johanniskantorei Lauf und der Stadtstreicher in der Johanniskirche unter der Gesamtleitung von Kantor Markus Kumpf.

Mit der barocken Weihnachtskantate „Willkommen, süßer Bräutigam“ von Vincent Lübeck gelang Chor und Orchester ein besinnlicher, gleichzeitig beschwingter Auftakt. Gleich zu Beginn überzeugten die Stadtstreicher durch perfekte Intonation und Musikalität bei der Eingangssonate, ebenso wie die Sopranistinnen Stefanie Hruschka und Angela Rudolf, die zwei Verse mit viel Gefühl interpretierten. Der Chor überraschte mit Leichtigkeit und Schwung, insbesondere bei Vers 4 „Sag an, mein Herzensbräutigam“ und Vers 5 „Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ“.

Heidi Braun dirigierte die Stadtstreicher bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichersinfonie Nr. 2 D-Dur. Die Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen zehn und über 70 Jahren bilden eine wunderbare Einheit. Dem spritzigen Allegro und dem ruhigen, getragenen Andante folgte ein mitreißender dritter Satz „Allegro vivace“. Heidi Braun leitete ihr Ensemble stets konzentriert an und vermittelte mit klarer Gestik ihre musikalischen Vorstellungen, die umgehend umgesetzt wurden.

Der Höhepunkt des Konzerts war Camille Saint-Saëns‘ spätromantisches Weihnachtsoratorium „Oratorio de Noël op. 12“ für fünf Solisten, Chor, Harfe und Streichorchester. Nach dem zarten, durchscheinenden Prélude, bei dem Organistin Eva-Marie Sachs zusammen mit dem Orchester klare Akzente setzte, und einem berührenden Solistenquartett von Sopran, Alt (Johanna Sander), Tenor und Bass, das die Engelsbotschaft verkündete, gelang dem Chor mit dem romantisch-schwelgerischen „Gloria“ ein Auftakt nach Maß.

Markus Kumpf behielt stets Chor und Orchester im Blick und sorgte mit seinem Dirigat für präzise Einsätze, Dynamik und Ausdrucksstärke. Beeindruckend der Chor beim verzweifelten Aufschrei „Quare fremuerunt gentes“, der ewig aktuellen Frage „Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Törichtes?“ und der hoffnungsvoll und zuversichtlich stimmenden Antwort kurz darauf beim „Gloria patris – Ehre sei dem Vater“.

Im folgenden Trio bezauberte der wunderbare Zusammenklang von Harfe, gespielt von der hervorragenden Harfenistin Barbara Fichtner, und den schönen Stimmen der Solisten Angela Rudolf, Manuel Krauß und Christopher Kessner. In festlicher Stimmung endete das Konzert mit dem jubelnden Schlusschor „Tollite hostias“, bei dem auch die Solisten mit einstimmten.

Mit einem lang anhaltenden Applaus dankte das Publikum allen Mitwirkenden für ein besonderes musikalisches Erlebnis in der Vorweihnachtszeit, für ein Konzert, das Zuhörern wie Mitwirkenden spürbar viel Freude bereitet hat.

N-Land Anne Stegmeier
Anne Stegmeier