Gefühlvoller Jazz mit Triosence in der Bürgerhalle

Vielfarbige Musikbilder

Bernhard Schüler (Pianist, Komponist), Matthias Akeo Nowak (Bass) sowie Bodek Janke (Schlagzeuger, Percussion).2015/01/triosencekonzert_New_1421415602.jpg

SCHWARZENBRUCK – Klang gewordene Poesie, Klangmalerei vom Feinsten – so oder ähnlich könnte man versuchen, die Musik des viel gerühmten Jazz-Trios Triosence zu umschreiben. Lyrisch, melodiös, ins Ohr gehend, zart und dabei doch mit ungemein viel Substanz, sanft, mit Temperament, weich, kraftvoll, akzentuiert, kreativ – oder einfach: großartiger Jazz, Musik, die von Beginn an begeistert. Auf Initiative des Innenarchitekten und Galeristen Jürgen Pfaff und unterstützt durch das Schwarzenbrucker Kulturnetzwerk waren die drei Musiker für einen Abend zu Gast in der Bürgerhalle.

Flügel, Bass, Schlagzeug/Percussion, mehr brauchen Bandleader, Pianist Bernhard Schüler – aus seiner Feder stammen alle gespielten Songs – und seine Kollegen, Bassist Matthias Akeo Nowak sowie der für Stephan Emig am Schlagzeuger spielende Bodek Janke nicht, um ihre vielfarbigen und gefühlvollen Musikbilder zu malen. Bilder, in denen Schüler seine Erlebnisse und Gedanken verarbeitet, ob erste Verliebtheit in Andrea, über Freundschaft oder Dinge, die sich nie ändern, so sehr man auch gegen sie anrennt.

Übersetzt in Klänge hört sich das einfach großartig an, feinsinnige, filigrane Melodien, Themen, die vom Ohr sofort ins Herz treffen. Sehr behutsam entwickeln sie sich, mal mit ruhiger Melodieführung im Kontrast zum treibenden Rhythmus, mal mit kaum merklichen Themaveränderungen, die sich immer weiter von ihrem Ursprung entfernen. Bei „My Best Friend“ stellt Komponist Schüler beispielsweise zwei Charaktere gegenüber – ein verträumtes, romantisches Thema im Dreivierteltakt verbindet er mit einem rhythmischen, einer großartigen Synthese aus Rock, Funk und Swing, bei der man sofort mitwippen muss.

Kein Wunder, dass sich die Fachpresse mit Lob schier überschlägt und Triosence seit ihren Anfängen 1999 bis jetzt in Sachen Auszeichnungen so ziemlich jeden Preis erhalten haben, den es zu gewinnen gibt. Das begann mit dem ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ und reicht bis hin zur Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

In Schwarzenbruck stellten sie vor allem Songs ihrer neuesten CDs „Turning Points“ und „One Summer Night“ vor.

Unterschiedlichste Musikstile

Ihre Musik verbindet und mischt gekonnt die unterschiedlichsten Musikstile von Latin bis Swing, wobei sich alle drei Musiker gleichberechtigt ergänzen. Begeisternd, Schlagzeuger Janke in Aktion zu erleben. Ob am Schlagzeug, Cajon, den Tablas, ob mit einem Blatt Papier oder Tambourin – es scheint, als ob der gebürtige Pole über mehr als zwei Arme verfügt. Bei seiner Mischung von Perkussion plus Schlagzeug verbindet sich Afrika mit Indien, Osteuropa mit Lateinamerika.

Etwas zurückhaltender Bassist Nowak, der mit seinem Bass zwischen Melodie und Rhythmus pendelt, mal melodischer Gegenpart zum Klavier, mal ergänzend zum Schlagzeug.

Er drücke sich durch seine Kompositionen, durch seine Songs aus, sagt Schüler in einem Radiointerview, nicht wie sonst meist im Jazz üblich, durch die Improvisationen. Wohl einer der Gründe, warum seine Musik so sehr anspricht. Mangel an Anregungen scheint er nicht zu kennen und erzählt in seiner Anmoderation gerne, wie es zu diesem oder jenen Lied kam.

„Hidden Beauty“ beispielsweise, das die innere Schönheit der Seele beschreibt, resultiert aus der Buchbeschreibung einer Nahtoderfahrung. Im Alltagsgetümmel werde sie kaum wahrgenommen, so Schüler und so versteckt er das Motiv dieses Liedes im Hintergrund, lässt die Musik darüber den Alltag zeichnen, mit seiner Hektik, dem Lärm, dem Gehetze, bei dem man sich gut eine Großstadt zur Hauptverkehrszeit vorstellen kann.

Triosence – großartige Musik und Musiker, ein begeisternder Abend und herausragender musikalischer Glanzpunkt zum Jahresanfang.

Dorothée Krätzer

N-Land Der Bote
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