„Leberkäs‘ und rote Strapse“

Theatergruppe Oberkrumbach schwelgt in alten Zeiten

Beim „Herrenabend“ ließen es Johannes Volk, Thomas Wendler, Andreas Bock und Stefan Schmidt (von links) so 
richtig krachen. | Foto: M. Gniffke2019/04/DSC03614.jpeg

OBERKRUMBACH – „Leberkäs‘ und rote Strapse“ – Mit der Aufführung des Lustspiels von Regina Rösel begeisterte die Theatergruppe des Schützenvereins Eichenlaub die Zuschauer. Im voll besetzten Schützenheim in Oberkrumbach sorgten die Laiendarsteller mit ihrem ausdrucksstarken Spiel für viele Lachsalven. Szenenapplaus gab es darüber hinaus insbesondere für die Kostüme im zweiten und das Bühnenbild im dritten Akt.

Das Thema des Dreiakters ist weithin bekannt: Mit den Jahren haben sich Alltag und Langeweile in die Ehen eingeschlichen, statt wilder Partys gibt es am Wochenende das „Traumschiff“ auf dem Sofa. Die einst „begehrtesten Junggesellen im Landkreis“ (Stefan Schmidt, Andreas Bock und Thomas Wendler) sind in die Jahre gekommen und auch die „Restaurierung“ der Damen (Gerda Bock, Regina Rösel und Stefanie Keilholz) braucht immer mehr Zeit – genial in Szene gesetzt durch die geteilte Bühne: Während die Frauen sich in der Küche auf der rechten Seite von Friseurin Emilie Meister (Heike Müller) die Haare machen lassen, die einzige Ledige unter den Frauen, sammeln sich die Männer auf der anderen Seite in der Küche des Steuerbeamten Friedhelm Bundschuh und machen sich über den Leberkäse im Kühlschrank her.

Zwei Welten

An den Gesprächen in beiden Küchen zum gleichen Thema wird amüsant die unterschiedliche Wahrnehmung von Männern und Frauen aufgezeigt, und die verschiedenen „Welten“ werden deutlich. Während es unter den Männern aber sichtlich mehr Zusammenhalt gibt, geht es bei den Frauen nicht ohne den einen oder anderen Seitenhieb ab: „Tja, das Blondinen-Gen hat man eben oder man hat es nicht.“ Doch der gewünschte Erfolg der „Verschönerungsmaßnahmen“ bleibt leider aus: Dem Ehemann fallen beim Heimkommen noch nicht einmal die grünen Haare auf.

Beide Seiten kommen zu dem Ergebnis, die alten Zeiten, als man noch „jung, ledig und schön“ war, noch einmal aufleben zu lassen – allerdings getrennt voneinander. So planen die Männer einen „wilden Herrenabend“ und lassen auch Friedhelms Chef (Johannes Volk) teilhaben. Die Frauen brechen zur „Ladies Night“ in den Club auf, in dem Untermieterin Liane Kowalski (Lena Lämmermann) als Bedienung arbeitet, statt zum spendierten Wellness-Wochenende.

Mit Feuer im Hintern

Die Erfahrungen sind jedoch auf beiden Seiten ernüchternd. Die Zeit lässt sich eben nicht mit bunten Kostümen, Rockmusik oder durch Strapse und blondierte Haare zurückdrehen. Schließlich treffen beide Gruppen incognito im Club „Blind Date“ aufeinander: Drei „feurige Italiener“ und vier unternehmungslustige Damen, die noch „Feuer im Hintern“ haben. Findet so auch Emilie in Dr. Dr. Müller-Tiefensee noch einen (Tanz-)Partner? Weitere „blaue Wunder“ nicht ausgeschlossen.

Ganz zu Recht gab es zur Premiere am Ende des Stücks viel Beifall für die Akteure. Als Souffleur agierte Max Müller, für die Tontechnik war Norbert Woitschik verantwortlich. Die Gesamtleitung hatte Winfried Bock. Er bedankte sich bei allen Helfern, Sponsoren und Unterstützern und natürlich den Darstellern. Schon seit 22 Jahren hebt sich übrigens beim Schützentheater der Vorhang, und drei Akteure feiern in dieser Spielzeit ihren 100. Auftritt auf der Bühne: Gerda Bock, Heike Müller und Thomas Wendler.

N-Land Monika Gniffke
Monika Gniffke