Gelungener Auftakt der PZ-Kindertheaterwoche

„Theater des Staunens“ für die Kinder

Patrik Lumm erzählt bei der Kindertheaterwoche mit seinen Bronzefiguren die Geschichte von Hänsel und Gretel. Foto: Stegmeier2014/10/91200_kindertheatertagepz_New_1414599364.jpg

LAUF — Gelungener Auftakt der ersten „Kinder- und Jugendtheaterwoche“ im PZ-KulturRaum: Unter dem Namen „Theater des Staunens“ begeisterte der gelernte Schau- und Puppenspieler Patrik Lumma mit seinen Bronzefiguren und der Geschichte von Hänsel und Gretel sein junges Publikum. Präsentiert wird die Theaterwoche von der VHS und vom PZ-KulturRaum.

Wie der Künstler auf seiner Homepage erklärt, geht die Bezeichnung auf ein Zitat des amerikanischen Flugpioniers Samuel Pierpont Langley zurück, der meinte: „Bringe ein Kind zum Staunen und du hast ihm den Weg zum Verstehen gezeigt.“

Um das zu erreichen, setzt Lumma wenige, aber originelle Mittel ein. Für seine Interpretation des Märchens von Hänsel und Gretel lässt er selbst gefertigte Mini-Skulpturen aus Metall agieren. Sie haben riesige Hände, sind eher sperrig und alles andere als niedlich. Die Hexe fährt auf einem rollstuhlähnlichen Gebilde und verfügt über Spinnenbeine.

Ein alter Herd dient als Bühne für diese Figuren: als Wohnhaus von Hänsel und Gretel, als Hexenhaus, als Gefängnis für Hänsel oder – ganz passend – tatsächlich als Backofen, aus dem dann zu guter Letzt rötlicher Qualm dringt, wenn die böse Hexe zur Freude der Kinder dran glauben muss. Um den finsteren Wald zu skizzieren, genügen dem Künstler ein paar Metallstäbe. Sind seine Figuren unterwegs, dreht er einfach ein auf seiner Bühne montiertes Brett im Kreis.

Der Schauspieler erzählt die Geschichte zwar mit eigenen Worten, hält sich aber im Großen und Ganzen an den originalen Text. Zwischendurch lässt er einige Töne – mal schauerlich schrill, dann wieder sphärisch-geheimnisvoll – auf seiner grünen Geige erklingen, die die jeweilige Stimmung untermalen. Beim Erzählen setzt er Mimik und Gestik gekonnt ein, was bei den jungen Zuschauern besonders gut ankommt. Dabei verzichtet er zwar auf direktes Rollenspiel, gleicht dies aber durch erzählerische Kniffe, wie Wiederholungen an passenden Stellen, wieder aus.

Die Kinder – vorwiegend aus Kindertagesstätten der Umgebung – gehen von Anfang an begeistert mit. Vor allem die musikalischen Einlagen kommen gut an. Zum Schluss intoniert er – wie schon zu Beginn – das bekannte Kinderlied „Hänsel und Gretel“. Doch während er es am Anfang abrupt abbricht und damit die bedrohliche Handlung einleitet, dürfen die Kinder das ganze Lied zum guten Ausgang der Geschichte mitsingen.Anne Stegmeier

Auf dem weiteren Programm der „1. Kinder- und Jugendtheaterwoche“ im PZ-KulturRaum in Lauf stehen heute Nachmittag, Donnerstag, 30. Oktober, „Wie das Grün auf die Welt kam“ um 14.30 Uhr und „Ellis Biest“ um 16.00 Uhr. Gespielt jeweils vom Theater Kopfüber. Am Sonntag, 2. November, endet die Theaterwoche mit „Der Gestiefelte Kater“ um 14.30 Uhr und „Das Tapfere Schneiderlein“ um 16 Uhr, in Szene gesetzt vom Fußtheater Anne Klinge. Für alle Veranstaltungen der Kindertheaterwoche gibt es noch Karten im PZ-ServiceCenter bei der VHS oder an der Abend- bzw Nachmittagskasse.

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