Lesung im Café Fink mit Matthias Nawrat

Sterben und schön leben

Matthias Nawrat | Foto: privat2016/10/nawrat.jpg

FISCHBACH – Matthias Nawrat, mehrfach ausgezeichnet und u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert, liest am Donnerstag, 27. Oktober, ab 18.45 Uhr im Café Fink aus seinem von Kritikern sehr gelobten Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“, ein Familienepos einer polnischen Familie vor dem Hintergrund der Geschichte Polens und Europas im 20. Jahrhundert. Emilia Gerstel von „Geschichte Für Alle e.V.“ bereichert die Lesung mit Interessantem zum historischen Hintergrund.  „Ein unterhaltsamer, kurzweiliger, aber auch informativer Abend erwartet unsere Gäste“, so Veranstalterin Nadine Fink von „Erlesenes“.

Jede Familie hat Geschichten, die bei gemeinsamen Treffen immer wieder erzählt werden. Dabei werden sie ausgebaut, angereichert und prägen die individuelle Familiengeschichte. Viele solcher Anekdoten erzählt der in Polen geborene, 2014 für den Deutschen Buchpreis nominierte Autor, Matthias Nawrat in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“. Opa Jureks Enkel erinnern sich episodenhaft an ihre Familiengeschichte und an das bewegte Leben ihres Opas im Polen der Kriegs- und Nachkriegsjahre.

Humor als Überlebensstrategie

Die Figur des Opas Jurek wird oft mit Roberto Benignis Figur aus „Das Leben ist schön“ verglichen. Es scheint so, dass Opa Jurek nur dank seines Humors das Grauen, das er erlebt hat, zum Beispiel als Zwangsarbeiter in Auschwitz, auch überleben konnte. In einer anderen Episode wird er nach dem Krieg Direktor des „Lebensmittelgeschäfts Nr.6“ in Opole. Opole ist übrigens auch der Geburtsort von Matthias Nawrat, der im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach Bamberg emigrierte und aktuell in Berlin lebt.

Mit viel Geschick und Einfallsreichtum arrangiert sich Opa Jurek mit den oft schwierigen Verhältnissen in Polen zur Zeit des Kommunismus. Die vielen kleinen Anekdoten verbinden sich letztendlich zu einem mehrere Generationen überspannenden Familienepos.

Unterhaltsamer Schelmenroman

Laut den Pressestimmen und Literaturkritikern ist Matthias Nawrat mit „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ ein unterhaltsamer Schelmenroman gelungen, der mit seinen liebenswert verschrobenen Charakteren an „Forrest Gump“ oder Jonas Jonassons Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ erinnert. Zwischen Momenten gleichzeitig voller Traurigkeit und Komik findet der Roman seinen ganz eigenen Ton, um Ereignisse zu erzählen, die gerade dabei sind, Geschichte zu werden.

Die Handlung spielt zwar in der Vergangenheit, die Themen aber, wie Emigration und Flucht oder Toleranz und Mitmenschlichkeit, reichen bis in unsere heutige Zeit hinein und gewinnen gerade wieder eine beklemmend aktuelle politische Dimension.

Karten sind im Vorverkauf im Café Fink, Hutbergstraße 3, Nürnberg-Fischbach, 0911/831847 zu den Öffnungszeiten (Mi-So 13.30-18 Uhr erhältlich) oder über erlesenes-mit-genuss@web.de.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen im Café Fink auch unter www.facebook.com/ErlesenesMitGenuss/.

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