Hersbrucker Kulturausschuss

Stadt Hersbruck verzeichnet Zuwachs bei Übernachtungen

Hersbruck – hier die schmucken Häuser in der Prager Straße – lockt viele Besucher an. | Foto: J. Ruppert2019/06/Kulturausschuss.jpeg

HERSBRUCK – Die Zahl der Übernachtungen von Urlaubern und anderen Besuchern ist 2018 nach oben gegangen, hat Bürgerbüroleiter Matthias Brunner dem Kulturausschuss des Hersbrucker Stadtrates berichtet. Gut aufgestellt ist die Stadtbücherei, die vor allem junge Leser nutzen. Mandatsträger Marcus Seitz schlug als zusätzlichen Service einen Rückgabekasten außerhalb der Öffnungszeiten vor.

Hersbruck verfügt in drei Hotels, dem AOK-Bildungszentrum, der PsoriSol und in zwölf Ferienwohnungen derzeit über 500 Betten. Diese Angebote brachten mehr als 23 400 Gäste in die Stadt – fast sechs Prozent plus im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufenthaltsdauer betrug durchschnittlich vier Tage. Jürgen Amann wies auf die hohe Bedeutung der AOK-Schule und der Hautklinik hin, die mit zusammen 50 Prozent den Löwenanteil der Besucher aufnehmen, was zum Beispiel Einzelhandel und Gastronomie belebt.

Bürgermeister Robert Ilg nannte noch einen weiteren Vorteil der beiden Einrichtungen: Die dortigen Gäste nehmen viele Eindrücke von Hersbruck mit nach Hause und wecken so das Interesse von potenziellen Urlaubern an der Citta Slow.

Weiteres Hotel?

Gerhard Kratzer wollte wissen, ob es einen Bedarf an weiteren Betten gibt. „Analysen zeigen, der Markt gibt es her, Hersbruck würde ein Hotel gut vertragen“, antwortete der Rathauschef. Das jüngste Gutachten zu dem Thema auf dem Posthofareal ist keine zwei Jahre alt. „Betreiber und Investor müssen halt zusammenpassen“, sagte Ilg. Eine neue Chance für ein Hotel tut sich bekanntlich im Sparkassengebäude auf.

Im Sommer ebenso wie im Winter sind Stadtführungen gefragt. 1850 Teilnehmer ließen sich von örtlichen Experten die Schönheiten Hersbrucks zeigen. Heuer steht wieder eine Reise nach Lossiemouth an. 60 Personen wollen die Partnerstadt Mitte August besuchen.

Peter Matzner lobte die geplante Herausgabe einer neuen Wanderkarte in Kooperation mit dem Tourismusverein Hersbrucker Schweiz in diesem Sommer. Das Werk umfasst acht Routen rund um Hersbruck. Die Auflage beträgt voraussichtlich 10 000 Stück. Dagegen ist das Projekt Wanderapp etwas ins Stocken geraten, sagte Ilg auf Nachfrage von Claudia Häffner.

Ebenfalls Claudia Häffner erkundigte sich nach Pauschalangeboten für Urlauber und Gäste. Früher gab es zum Beispiel die Hersbrucker Biertage. Matthias Brunner sagte, dass die vor einigen Jahren zusammengestellten Möglichkeiten genommen und daraus „neue Pakete geschnürt werden können“. Außerdem habe auch der Landkreis attraktive Vorschläge. Ilg möchte Häffners Anregung aufnehmen.

Viele junge Leser

Die Stadtbibliothek im Stadthaus am Schlossplatz verzeichnet bei den Kinder- und Jugendbüchern das größte Interesse. Über 50 Prozent der Entleihungen entfallen auf diesen Bereich, sagte Leiterin Susanne Schaefer. Bei den Sachbüchern geht wegen der Konkurrenz des Internets der Trend weg von klassischen Nachschlagewerken und hin zu Ratgebern wie etwa Gesundheit, Reiseführer und umweltfreundlichem Verhalten. Insgesamt gab es 2018 fast 75 000 Ausleihen, davon nur zehn Prozent eMedien.

Schaefer und ihr Team bieten auch „Extra-Termine“ wie Spielenachmittage (zusammen mit der Evangelischen Jugend), Vorlesestunden und Bücherflohmärkte. Ilg dankte der Bibliothekschefin besonders für den Sommerferien-Leseclub, der immer wieder viele Mädchen und Jungen zum Schmökern anregt: „Ein Highlight und beeindruckend in einer zunehmend digitalen Welt.“

Rund 50 Prozent der Büchereinutzer kommen nicht aus Hersbruck, sondern aus dem Umland. Peter Matzner und Franz Benaburger würden es deshalb gerne sehen, wenn sich die Nachbargemeinden finanziell an der Bücherei etwas beteiligen. „Ich kann dieses Anliegen meinen Bürgermeisterkollegen ans Herz legen, es handelt sich aber um eine freiwillige Leistung“, sagte Ilg. Jürgen Amann relativierte das Problem. Die meisten „Auswärtigen“ dürften Jugendliche sein, die Hersbrucker Schulen besuchen. „Ich bin froh, wenn diese Altersgruppe liest“, sagte der FRB-Fraktionssprecher.

Künftig mittwochs zu

Im Zuge von Einsparmaßnahmen („Haushaltskonsolidierung“) verringern sich die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek: Ab dem 1. Juli bleibt die Einrichtung mittwochs geschlossen. „Eine schmerzliche Maßnahme“, fasste der Bürgermeister die Meinung aller zusammen. Claudia Häffner warnte, dass die Hersbrucker Altstadt mittwochs eh schon nicht sehr frequentiert ist, weil an dem Tag zum Beispiel viele Ärzte nachmittags keine Sprechstunden haben. Letztlich fiel der Reduzierungsbeschluss aber einstimmig aus. Marcus Seitz schlug einen Rückgabekasten als Service vor.

Susanne Schaefer möchte eine kostengünstige Lösung im Stadthaus prüfen.
Hans Schaffer erkundigte sich nach öffentlichen Stromladestationen für Pedelecs, E–Bikes und ähnliches. „Es gibt noch keine, dies wollen wir im Sommer aber ändern und welche aufstellen“, sagte Ilg. Angedacht sind Möglichkeiten rund ums Rathaus beziehungsweise bei Kratzers Biergarten, weil dort die Nachfrage am größten sein dürfte. An der Südseite der Lossiemouthbrücke steht ein Schild, das mit Wappen und Händedruck auf die Partnerschaft zwischen der schottischen Stadt und Hersbruck hinweist. „Es sieht verwittert aus“, kritisierte Claudia Häffner. Robert Ilg versprach ein „Aufhübschen“ spätestens zum 50-jährigen Bestehen der Städteehe.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert