Benefizkonzert in der Opernakademie Henfenfeld

So sehen die „Stars von Morgen“ aus

Die 15-jährigen Zwillinge Eric und Robin Engel. Foto: D. Whitter2016/05/Stars.jpg

HENFENFELD – Zu einem Benefizkonzert für und mit jungen Musikern zwischen zehn und 20 Jahren hatte die Opernakademie auf Schloss Henfenfeld eingeladen. Denette Whitter stellte den zahlreichen Besuchern die „Stars von Morgen“ vor – 16 junge, preisgekrönte Musiker an Cello, Gitarre, Klavier und Violine.

Die Anspannung der jungen Musiker vor ihrem Auftritt war geradezu spürbar. Auch David Dinh kämpfte erheblich mit dem Lampenfieber bei seiner Klaviersonate in G-Dur von Domenico Scarlatti und führte sie talentiert zu Ende. Karl Edzard ließ sein Cello mit blühendem Ton und herrlichem Vibrato konzertreif „singen“; ebenso Lan Chi Le bei „Finnländisch“ von Max Bruch.

Faszinierend war auch der Auftritt der Mezzosopranistin Eva Schoetz, während Schlossherrin Denette Whitter sie ausdrucksvoll am Klavier begleitete. Dayen Nguyen und Da Huong Nguyen bezauberten auf ihren Gitarren mit einer Bourree – einem französischen Hoftanz – in e-moll von Bach und brachten südländisches Flair von Fernando Sor ins Spiel. Das Gitarrenduo der Zwillinge Eric und Robin Engel bestach in homogenem Spiel und einer glänzenden Leistung mit barocken, spätromantischen und modernen Werken, unter anderen einem tonalen Rondo von Hindemith und einem rhythmischen Tanz von Manuel de Falla. Kein Wunder, dass es viel Applaus gab für das reife Spiel.

Mit einem überraschenden wie gelungenen Melodienwechsel bezauberten Antonia Greifenstein auf der Oboe und Hannah Trapp am Klavier. Und auch die jungen Pianisten überzeugten durch sichere Intervallsprünge, erstaunliche Technik und expressive Gestaltung: Cosima Fischer von Mollard brillierte mit drei Etüden, während ihr Vater Sigmund am Mischpult für gute Tonqualität sorgte. Sara Kuboth ließ überirdische Musik von Mozart in der Sonate Es-Dur erklingen, bevor Milena Müller „Rondo capriccioso“ von Mendelssohn-Bartholdy krönte. Vi Liem Dinh überraschte mit dem Präludium von Bach.

Die begnadete Geigerin Annika Elsässer verblüffte mit edlen Tönen und sauber intonierenden Doppelgriffen – sie ist mehrfache Preisträgerin bei Violin-Wettbewerben. Dagmar Groth moderierte den Abend und war ebenso eine subtile Klavierbegleiterin des gelungenen Konzert von den „Stars von Morgen“.

N-Land Alfred Eichhorn
Alfred Eichhorn