Bilder von Waldemar Kobiela im Schwarzenbrucker Rathaus

Sich von der Kunst berühren lassen

Der in Schwarzenbruck lebende Künstler Kobiela bei der Vernissage im Rathaus vor zwei seiner Bilder. Foto: Krätzer2015/01/kobiela_New_1421760901.jpg

SCHWARZENBRUCK – Wer zurzeit das Foyer des Schwarzenbrucker Rathauses betritt, wird von den dort gezeigten Bildern geradezu überwältigt. Großformatige, abstrakte Farbexplosionen aller Couleur hängen einvernehmlich neben gegenständlichen Gemälden im Stil eines Renoir oder Feuerbach. Dazu gesellen sich Porträts schöner Frauen sowie schwarze Tusche- und Acrylbilder im Stil von Karl-Otto Götz, mal gezeichnet von breiten Spachtelspuren, mal faserig auslaufend.

Es ist ein Querschnitt aus rund 33 Jahren, den hier der seit einigen Jahren in Schwarzenbruck lebende Maler Waldemar Kobiela in Zusammenarbeit mit dem Schwarzenbrucker KulturNetzwerk zeigt. Es erstaune ihn immer wieder aufs Neue, welche Künstler in Schwarzenbruck leben, fasste Hausherr Bürgermeister Bernd Ernstberger seine Begeisterung in Worte.

Für das KulturNetzwerk eröffnete der Schwarzenbrucker Künstler Peter Zajdler die Ausstellung. Herzlich begrüßte er die vielen Gäste und stellte kurz Kobielas künstlerischen Werdegang vor. Zudem verwies er auf die von Ehefrau Lucy Kobiela kreierten Schmuckstücke im Schaukasten – eine kleine Ergänzung.

Chronologie des Schaffens

Chronologie einer künstlerischen Entwicklung könnte man diese Ausstellung auch nennen, denn sie zeigt neben Werken aus den Anfangszeiten von Kobielas Malerei solche, die erst in den letzten Jahren entstanden. Vom Gegenständlichen zum Abstrakten verlief diese Entwicklung, die 1982, damals noch in seiner polnischen Heimat, mit Studium unter der Schirmherrschaft von Professorin Krystyna Janota und der Kunsthistorikerin Maria Dzerzynska begann. Sie habe auch beinhaltet, von den großen Malern durch Kopieren zu lernen, sagt Kobiela. Aus dieser Schule heraus entstanden die großen Frauenporträts, die so nuanciert und mit viel Liebe zum Detail sie fast lebendig erscheinen lassen. Sie und die großen (1,40 Meter mal 2 Meter) abstrakten Gemälde dominieren die Rathaus-Ausstellung. Letzere entstanden in der neuesten Zeit, sind Kobielas Vorbild Gerhard Richter nachempfunden. Im Gegensatz zu Richter, der seine Bilder in Öl malte, bleibt Kobiela auch hier bei Acrylfarben. In mehreren Schichten aufgetragen, verzieht er die Farben anschließend mit einem zwei Meter breiten Abstreifholz (Rakel). Rasch müsse er dabei arbeiten, so der Maler, denn Acryl trocknet sehr schnell. Die Effekte, die mit dieser Technik entstehen, sind beeindruckend, vielleicht auch durch ihre Größe. Wie ein leuchtendes Farbfeuerwerk von Gelb über Rot und Grün sieht das aus, wie Kaskaden von Farbschnüren, die das Bild hinunterlaufen. Wenn man für sie schon Begrifflichkeiten bemühen will, so erinnert eines vielleicht am ehesten an Bäume, die sich im Wasser spiegeln, ein anderes an bunte Farbspuren an einem Fenster. Ganz bewusst betitelt der Maler seine Werke nicht, sie sollen wirken. „Man muss sie nicht verstehen, sie sollen berühren.“ Die Ausstellung im Foyer des Schwarzenbrucker Rathauses, Regensburger Straße 16, ist bis zum 3. März zu sehen. Dorothée Krätzer

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