Elke Kottmair auf Schloss Henfenfeld

Schwarzer Humor

Für Heiterkeit sorgte „Verrückt nach jedem neuen Pianisten“, als die Sängerin von den schönen Händen der Klavierkünstler schwärmte. Allerdings gibt es auch hier ständig neue Partner, als der erste erstickte, der zweite in den Konzertgraben fiel und der letzte sich für immer im Flügel versteckte. Foto: Johann Dechant2015/10/Elke_Kottmair_43991.jpg

HENFENFELD – Für gewöhnlich hört und sieht man die Sopranistin Elke Kottmair auf großen Bühnen. Seit einigen Jahren gehört sie zum Solistenensemble der Staatsoperette Dresden. Nun kam sie zum zweiten Mal nach Henfenfeld und widmete sich dem Chanson.

Das Motto hört sich eigentlich abschreckend an, wenn im Schloss Henfenfeld „Männer, Mord und Musik“ auf dem Programm stehen: War es aber nicht, dahinter versteckten sich pechschwarzer Humor und herrliche Lieder, gesungen von der Sopranistin Elke Kottmair, die von Denette Whitter am Flügel begleitet wurde.

Zum Auftakt gab es feurige Klänge, als Kottmair „Hör‘ ich Cymbalklänge“ von Franz Léhar darbot. Doch sogleich ging es zur Sache, als die Sängerin aus dem Buch „Wenn Frauen morden“ zitierte. Im Chanson „Schwarz steht mir so gut“ folgten fünf mysteriöse Todesfälle, welche die Witwe gelassen hinnahm, denn danach gab es ja immer wieder eine weiße Hochzeit. Was eine Diva mit einem Musikkritiker macht, besang Kottmair in Georg Kreislers „Er hat mich so verrissen“. Die Lösung: Man heirate ihn und kann so den Gatten kritisieren.
Robert Stolz ist bekannt für seine Liebeslieder. Eine deutliche Abweichung stellt „Auch du wirst mich einmal betrügen“ dar, mit der Weisheit, dass Liebe mit Leiden bezahlt wird. Richtig boshaft wirkte „Geben sie acht“, in dem Lied starben all jene Männer, deren Tod sie geträumt hatte. Im Stil einer mondänen Diva sang Kottmair die „Birnbaum Rhapsodie“, deren Melodie der ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt entnommen wurde. Dabei zeigte sie ihre gesangliche Vielfalt.

Schwarzer Humor pur war auch „Bitte erschieß deine Gattin“, hervorragend im Wiener Schmäh gesungen. In diesem Chanson ging es nicht gerade zimperlich zur Sache, vor allem das Resümee: Stirbt deine Gattin nicht, erschieß meinen Mann! Eine Hommage an einen wilden Naturmann war der Ausflug in die Steinzeit, als der Neandertaler ins Rampenlicht gerückt wurde.
Zum Abschluss des Programms gab Kottmair noch eine herrliche Persiflage bei einem Léhar-Medley. Nach tosendem Beifall gab es noch eine besondere Zugabe, als Kottmair eine verliebte Putzfrau verkörperte.

N-Land Johann Dechant
Johann Dechant