Neuer Treffpunkt für Buchliebhaber in Leinburg

Reif für die Bücherinsel

Die Besucher der Eröffnung finden die kleine Bibliothek super. | Foto: privat2016/12/Leinburg-Buecherinsel-online1.jpg

LEINBURG – Lesend die Zeit vergessen, in ein gutes Buch abtauchen, mit anderen über das Gelesene sprechen, Tipps austauschen, sich neuen Lesestoff holen und die Lieblingsbücher weiter geben: Im umgebauten alten Schulhaus der Gemeinde Leinburg, nun Gemeindezentrum, ist das seit Kurzem möglich. Drei Bücherfreundinnen verwirklichten hier ihren Traum vom „offenen Bücherschrank“ und setzten noch eins drauf: Eine gemütliche Ecke zum Lesen und Reden. Mitbegründerin Simone Kaspar erzählt, wie es dazu kam und was die Bücherinsel zu bieten hat.

Bote: Frau Kaspar, was ist das für ein neuer Ort für Buchliebhaber in Leinburg?

Simone Kaspar: Die Leinburger Bücherinsel soll wie ein offener Bücherschrank funktionieren. Unser Regal ist mit gebrauchten, gespendeten Büchern gefüllt, die behalten, wieder gebracht oder ausgetauscht werden dürfen – je nach Belieben des Lesers. Elke Plewinski, Hannelore Ströber und ich beaufsichtigen die Bücherinsel ehrenamtlich.

Wie kamen Sie dazu?

Kaspar: Elke Plewinski und ich hatten beide seit Jahren – getrennt voneinander – die Idee, in Leinburg einen offen zugänglichen Bücherschrank einzurichten. Leider konnte uns die Gemeinde keinen geeigneten Ort im Freien zur Verfügung stellen. So einigten wir uns auf einen Platz im neuen Gemeindezentrum. Auch hier war es allerdings schwierig, einen Platz für das Regal zu finden. Letztendlich entschieden wir uns, es in einen der VHS-Räume zu stellen. Da hier nur begrenzte Öffnungszeiten möglich sind, ist es kein komplett “offener“ Bücherschrank, sondern eher ein Bibliotheksersatz.

Aber nicht nur, oder?

Kaspar: Stimmt. Die Bücherinsel ist noch mehr. Elke Plewinski ist selbst Autorin. Sie hat bereits Lesungen mit eigenen Texten veranstaltet. Ihr war es wichtig, nicht nur Bücher auszugeben, sondern mit Lesern ins Gespräch zu kommen. So entstand die Idee, eine Lese-Ecke einzurichten. Dort können die Besucher sich entspannt in ein Buch vertiefen oder zwanglos ins Gespräch kommen. Der Gedanke an einen ruhigen, idyllischen Ort, an den man sich zurückziehen kann, brachte Hannelore Ströber auf die Idee, den Ort „Bücherinsel” zu nennen.

Wie viele Bücher gibt es dort und aus welchen Genres?

Kaspar: Wir haben ein Regal mit einer Standfläche von derzeit sieben Metern gut füllen können. Momentan haben wir etwa nochmals die gleiche Menge an Büchern privat zwischengelagert. Das ist ein gut aufgestellter Vorrat, mit dem wir nach und nach das Regal wieder auffüllen können. Genres sind fast alle zu finden: Sach-, Koch- und Reisebücher, Bücher über Musik und Malerei, Bilderbücher für Kleinkinder und Bastelbücher, Jugendbücher mit Pferdegeschichten und Fantasy, Frauenromane etwa von Nora Roberts und Barbara Wood, aber auch Klassiker von Konsalik und Simmel, Krimis und historische Geschichten. Leider wurden uns auch Bücher abgegeben, die nicht für ein öffentliches Regal geeignet sind. Daher durchforsten und sortieren wir jede Bücherspende.

Die Leinburger Bücherinsel ist donnerstags 15 bis 16.30 Uhr geöffnet. Sie befindet sich in Raum 2 des Gemeindezentrums, in dem auch die VHS einige Kurse abhält.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung
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