Van Bluus war einer der Höhepunkte bei FkK

Ready for the blues

Den fünf Herren im besten Alter merkt man an, dass sie mit Freude bei der Sache sind: Clemens Hoga, Frank-Michael Müller, Horst Spandler, Armin Pojda und Lothar Kalau (v. l. ). Foto: Spieß2015/06/vanbluusbeifkk_New_1434376831.jpg

FEUCHT – Petrus hatte es auch am Samstag gut gemeint mit den Organisatoren und den Künstlern bei „Feucht kann Kultur“. Es blieb nicht nur trocken, es war ein warmer Sommerabend, also die beste Voraussetzung für das Konzert von Van Bluus.

Und diese besten Bedingungen nutzten sie auch, die vier Musiker um Sänger Horst Spandler, und nahmen ihr Publikum mit auf eine rasante Fahrt durch die Welt des Blues.

Die Formation aus der Region existiert schon seit 1981. Doch trotz mehrfacher Besetzungswechsel in all den Jahren ist der Stil der Formation immer gleich geblieben: grundehrliche Blues-Musik mit Rock-Einfluss. Erst 2014 war ihre vielbeachtete CD „white boy blue“ erschienen und deren Titel waren auch alle auf der Setlist vertreten. Dazu kamen Klassiker aus den 40er und 50er Jahren von Harry Ledbetter oder Muddy Waters und jede Menge Nummern aus den letzten 20 Jahren.

Schon bei den ersten Songs war klar: Da legen Armin Pojda am Schlagzeug und Frank-Michael Müller am Bass einen dicken Teppich, und nur so wünscht man sich eine Rhythmusgruppe, auf dem sich Gitarrist Lothar Kalau, Tasten-Mann Clemens Hoga und Sänger Horst Spandler so richtig austoben können.

Intensiv, aber kontrolliert

Dies geschieht immer intensiv – mal heftig, mal verhalten – aber stets kontrolliert. So geraten etwa die melodiösen, technisch versierten Soli Kalaus nie selbstverliebt ausufernd, was Gitarristen leider häufig passiert, sondern finden auch nach ausgefuchsten Läufen stets rechtzeitig und vor allem harmonisch ins Lied zurück.

Das Gleiche gilt für Hoga am E-Piano: Wunderbar sein Tastenzauber etwa bei der Eigenkomposition „Spaceman“ und sein rotziges Gitarrensolo bei „Rest Of My Life“ – ab und an greift er auch zum Saiteninstrument – als wäre es tatsächlich sein letztes.

Auf Horst Spandlers Gesang passt am besten eine Zeile aus „Hummingbird“: „All I have to give.“ Schmerz, Verzweiflung, Wut – der Mann deckt die ganze Spannweite emotionaler Minenfelder ab und bleibt melodisch, auch wenn er summt und brummt.

Kurz erwähnt werden sollten noch ihr CD-Titelsong „White Boy Blue“, eine wunderbar geradlinige, aber trotzdem irgendwie geheimnisvolle Liebeserklärung an die dunkelhäutigen Bluesmusiker und „Vision on a Subway“, eine große Nummer, die im besten Sinn an Billy Joel denken lässt.

Spätestens im letzten Drittel des Konzertes waren dann die Tanzwütigen an der Bühne ganz in ihrem Element, und alle waren sich einig: Ohne Zugabe kommen sie nicht von der Bühne.

Mit „Alabama Bound“, zauberten sie abschließend noch eine ganz feine Stimmung in den Abend. Druckvoller, ehrlicher Blues-Rock – aber mit feinen Nadeln gestrickt.

Erich W. Spieß

N-Land Der Bote
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