Oma schwebt im siebten Himmel

Beschwingt und dynamisch: der Weihnachtsdreiakter der Theatergesellschaft Hüttenbach. Foto: Dorn2019/12/theater-Huttenbach-Schwiegertochter-Erika-und-Oma-Margarete-him.jpg

Sie spielt, die Theatergesellschaft Hüttenbach, und das seit 30 Jahren. Eigentlich gibt es den Verein schon seit 1913, doch hat er lange pausiert, bevor 1989 der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde und die jeweiligen Theaterabende der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu den gesellschaftlichen Fixpunkten im oberen Schnaittachtal gediehen. Zum Jubiläum hat der Verein ein Stück ausgesucht, das viel Anlass zur Heiterkeit gibt.

Bevor sich aber die Schauspieler an diesem 2. Weihnachtsfeiertag bei der Premiere des Dreiakters „Wenn alte Scheunen brennen“ in Szene setzen, kommen erst einmal verdiente Mitglieder, die dem Verein seit 30 Jahren aktiv oder passiv die Treue halten, auf „ihre“ Bühne: Jutta Beckstein, Karin und Gerhard Egloffstein, Bürgermeister Perry Gumann, Hans Peter Haid, Ex-Bürgermeister Andreas Kögel, Thomas Schlenk und zu guter Letzt auch noch die amtierende 1. Vorständin Brigitte Anders.

Einige weitere sind am heutigen Abend verhindert, bekommen aber ihre Urkunden zugestellt. Egloffstein hat zudem viele Theaterstücke fotografiert und präsentiert die Aufnahmen über Beamer in den Pausen. Die Bilder werden ausgiebig bestaunt; bei vielen Besuchern werden Erinnerungen wachgerufen, denn so manche Aktrice, mancher Akteur haben die Bühne endgültig verlassen.

Dann startet das Theaterstück in der fast vollen Aula der Grundschule Bühl, und das Publikum kommt kaum aus dem Lachen heraus.
Die Geschichte ist im Kern schnell erzählt, denn der Titel ist Programm: Oma Margarete lernt den heimlichen Verehrer ihrer verwitweten Schwiegertochter Erika kennen und verliebt sich Knall auf Fall in den charmanten Mann. Für den feschen Heinrich schwärmt aber auch die Nachbarin Trude, eine Ratschtante ersten Grades. Erika ihrerseits hat als weiteren Verehrer den Bestattungsunternehmer Albert, und zwischen Enkelin Caroline und Nachwuchs-Bestatter Emilius funkt es womöglich auch. Soweit scheint die Handlung nach wenigen Szenen vorhersehbar, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt….

Die Verwicklungen, die sich ergeben, sind köstlich, turbulent und Zwerchfell strapazierend. Die Sprüche und ihre manchmal wörtliche Umsetzung bergen viel Situationskomik in sich, und natürlich spielen die vertraute Mundart und ihre derbe, schnoddrige Umsetzung mit passenden Anspielungen auf die örtliche Szene ihre Rolle.

Wenn Frauen zu Rivalinnen werden, fliegen halt nun einmal die Fetzen, und wenn es auf so schlagfertige, unterhaltsame Art und Weise geschieht, dann bleibt kein Auge trocken.

Die Ton- und Lichttechnik funktioniert perfekt, das Bühnenbild ist maßgeschneidert, die Dialoge laufen fast immer flüssig, und die Spiellaune aller Akteure wirkt ansteckend, Zuschauerinnen und Zuschauer amüsieren sich: Eine gelungene Premiere. Es agieren: Kerstin Richter (Erika), Doris Stief (Margarete), Carina Langhans (Caroline), Günter Greger (Heinrich), Jeanette Wagler-Martin (Trude), Jakob Ries (Albert) und Maximilian Witschel (Emilius).

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