Stadtkapelle Velden bei „Klassik am Schloss“

Nass, aber großartig

Die Stadtkapelle Velden bei der Eröffnungsfanfare „Also sprach Zarathustra“ noch vor Einsetzen des Regens. Foto: D. Meyer2016/06/7242380.jpeg

VELDEN (pm) – Beim Open-Air-Konzert der Stadtkapelle Velden, „Klassik am Schloss“, blieben viele Zuhörer trotz des immer wieder einsetzenden Regens bis zum Ende. Sie hörten großartige Melodien.

Wirklich Respekt verdienen die 32 Musiker mit ihrer Dirigentin Corinna Nollenberger für diesen Auftritt. Wegen der schlechten Witterung spielten sie das komplette dreistündige Programm ohne längere Pause durch, was vor allem den Bläsern ein Maximum an Kondition und Konzentration abverlangte.

Auch ohne Verstärkeranlage, die wegen des Regens abgedreht werden musste, überzeugten die Veldener mit ihrem satten Sound, der wie aus einem Guss kam. Herausragend war außerdem die makellose Intonation über sämtliche Dynamikstufen hinweg. So erklang das gewaltige „Große Tor von Kiew“ aus Mussorgskys Bildern einer Ausstellung ebenso klar wie der leise Eingang von Ravels „Bolero“. Sämtliche feine agogische Bewegungen der Dirigentin machte das Orchester spielend mit, damit unter anderen Puccinis „Nessun Dorma“ oder Auszüge aus dem „Phantom der Oper“ ihre Wirkung voll entfalten konnten.

Einzig das Wetter trübte die Stimmung im Hof des wunderbar dekorierten Pflegschlosses. Beim Gefangenenchor aus „Nabucco“ öffnete der Himmel seine Schleusen und es goss kurz in Strömen. Ein Großteil der Zuhörer flüchtete sich in die anliegenden Gewölbekeller. Viele allerdings blieben dennoch bis zum Schluss und warteten die Regenpausen ab, um herauszukommen. Die Melodie von Johann Strauß‘ „Kaiserwalzer“ erklang derart mitreißend, dass Zuhörer sogar in strömendem Regen tanzten. Begeistert war am Ende auch Bürgermeister Herbert Seitz, der eine Wiederholung — hoffentlich bei Sonnenschein — anregte.

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung