„Tag der Musik“ in Lauf

Musiker hatten gegen Regen wenig Chancen

Tapfer trotzten die jungen Musiker des Laufer Schüler-Spielmannzuges dem Regen, vor der überfluteten Marktplatzbühne.2012/07/tag_der_musik_spielmannzug.jpg

LAUF — Einen ganzen Tag voller Musik, allein von Laufer Musikschaffenden gestaltet, war die gute Idee der Stadt Lauf, insbesondere von Kulturbürgermeister Georg Schweikert. Dass das Event nur zum Teil gelungen ist, lag zum großen Teil am Wetter, das ab Mittag für lange Gesichter sorgte, und zum anderen an Organisation und Durchführung.

Dabei fing alles so schön an: Der Blick aus dem Fenster am Morgen bestätigte die Wettervorhersagen, dass eine Freiluftveranstaltung möglich sein würde, die Bühne am Oberen Marktplatz, so glaubte man, würde auch bei leichtem Regen ausreichend Schutz bieten.

Dem Streichorchester des CJT-Gymnasiums, sicher geleitet von Musiklehrerin Caren Forster, gelang dann auch am Vormittag ein unbeschwerter Auftakt; die Zuhörer mussten sich allerdings den Platz mit den Marktbetreibern teilen. Der Qualität der Darbietungen tat dies dennoch keinen Abbruch: Schüler der Städtischen Sing- und Musikschule unterhielten in den folgenden Stunden aufs Beste, ergänzt von einer musikalischen Einlage der Jagdhornbläsergruppe Lauf.

Eine unglaubliche Vielfalt an Instrumenten und Stilrichtungen präsentierten die jungen Mitwirkenden: Mozart, auf ungewohnte Weise interpretiert vom Akkordeonensemble, rhythmisch vertrackte Percussion-Klänge, mitreißend getrommelt vom Rainer Weber und seinen Schülern, oder beeindruckende sängerische Glanzleistungen wie von Miriam Eryazici, die Adeles „Someone Like You“ mit Bravour vortrug, kennzeichneten den fürs Publikum zwar etwas beengten, dennoch unterhaltsamen und abwechslungsreichen Vormittag am Marktplatz.

Nach den ersten Songs der Musikschul-Rockgruppe setzte dann das plötzlich hereinbrechende, heftige Unwetter der Veranstaltung ein abruptes Ende. Während die Zuschauer unter die Marktschirme oder in die Geschäfte flüchteten, brachten die Musiker eilends ihre Instrumente in Sicherheit. Als die Verantwortlichen noch über den weiteren Fortgang berieten, entschloss sich der Leiter des Spielmannszugs der Schulen, Rainer Hacker, dem nachlassenden Regen zu trotzen. Tapfer marschierten die Musikanten über den Markt, während sich nach und nach sogar wieder Zuschauer einfanden.

Die sieben folgenden Programmpunkte am Marktplatz fielen dann aus – anstelle der vorgesehenen Eröffnung durch den Bürgermeister musste Georg Schweikert schon das Ende der Hauptevents verkünden: Das schlechte Wetter und nicht zuletzt die Tatsache, dass die technischen Gerätschaften völlig durchnässt waren, ließen eine Fortsetzung nicht zu.

Der Spielort Johanniskirche war zwar trocken, doch das auch am Nachmittag anhaltend wechselhafte Wetter hielt zunächst viele davon ab, die ungewohnte, zeitgenössische Blockflötenmusik der Gruppe „Calyoso“ unter der Leitung von Michael Kämmle zu genießen. Auch Johannis Brass, das VHS-Kammerorchester oder die Günthersbühler „Liedertafel“ hätten noch mehr Publikum verdient gehabt.

Den abendlichen Teil eröffnete der Evang. Posaunenchor Schönberg. Das Wetter erlaubte den Bläsern, ihre mitreißenden und fetzigen, teils modernen, teils traditionellen Werke im Freien zu spielen. Die weit tragenden Klänge lockten dann doch noch Zuhörer aus allen Richtungen an. Davon profitierten auch der Choral Total, ebenfalls aus Schönberg, der mit seiner lebendigen und kreativen Energie das Publikum in der Kirche begeisterte, sowie die Laufer Stadtstreicher unter der Leitung von Heidi Braun. Deren „Indian Summer“, ein Werk mit spannungsreichen Harmonien, nuanciert interpretiert, bescherte dem Publikum ein wunderschönes Hörerlebnis. Zum Abschluss erfreute die Singgemeinschaft Lauf mit Volksliedern.

Auch Sänger und Gitarrist Martin Meinzer musste kurzerhand umdisponieren: Statt unter freiem Himmel in der Spitalstraße unterhielt er eine eingeschworene Fangemeinde im Lumpensammler mit Songs aus seinem umfangreichen Repertoire.

Im Freibad sollte die Marchingband des TSV das 50-jährige Jubiläum der städtischen Einrichtung würdigen. Da sich dort weder Schwimmer noch Zuhörer einfinden wollten, reagierte Georg Winter entsprechend. Denn wenn das Publikum nicht zur Band kommt, geht die Band eben zum Publikum. Zum spontanen Auftritt am Marktplatz versammelten sich nach und nach auch etliche Zuhörer.

Zufrieden zeigte sich der Wirt vom „Zwinger Melber“. Geschützt durch Regenschirme konnte das Freiluftprogramm auf seiner Terrasse wie geplant durchgeführt werden: Ganz junge Gitarristen der Musikschule Delphin zeigten dort ihr Können, und das Mandolinen- und Gitarrenorchester der Naturfreunde Lauf erfreute mit einem umfangreichen Repertoire und versetzte die Zuhörer, die sich sogar an der Mauer des Stadtgrabens drängten, in südliche Gefilde. Zum Schluss spielte Peter Lindl mit seinen Mitstreitern zünftig auf und unterhielt mit fränkischer Volksmusik.

Alles in allem: Der „Tag der Musik“ ist eine gute Idee, die, so Schweikert selbstkritisch zum durchwachsenen Gesamtergebnis, im nächsten Jahr mit besserer Planung und Organisation, vielleicht auf zwei Tage verteilt, wieder aufgegriffen wird.

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