Fein ausgeführtes Programm der Kantorei

Musikalische Sommerkost

Begeisterte einmal mehr in einem sehr gut besuchten Konzert: die Kantorei von Schwarzenbruck. | Foto: privat2016/07/db-schwarzenbruckkantoreigemeindefest.jpg

SCHWARZENBRUCK – Anlässlich des Gemeindefestes der evangelischen Kirche hat die Kantorei Schwarzenbruck ein begeisterndes, sommerliches Programm vorgestellt. Vom Barock bis zur Romantik reichte die musikalische Palette, die der Chor unter der Leitung von Manfred Meier-Appel, der auch an der Orgel zu hören war, sowie drei Gesangssolistinnen boten. Die Darbietenden wurden zum Schluss von den zahlreichen Besuchern in der Martin-Luther-Kirche mit großem Applaus gefeiert.

Anfangs erklang mit großer Eindringlichkeit die Motette „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein auch klanglich von tiefem Gottvertrauen und großer Zuversicht geprägtes Lob- und Dankgebet, dem der Psalm 100 zugrundeliegt.

Sein ganzes Können an der Orgel bewies Meier-Appel mit zwei Stücken von Joseph Bonnet (1884–1944): Aus der Feder des französisch-kanadischen Organisten, Orgelprofessors und Komponisten stammen die „Douze Pièces Nouvelles“, Op. 7, aus denen Meier-Appel ebenso virtuos wie gefühlvoll „Chant de Printemps“ und „Elfes“ spielte. „Wie lieblich ist der Maien“, ein Kirchenlied von Johann Steuerlein (1546–1613), das auch im evangelischen Gesangbuch enthalten ist, das barocke Gotteslob „Exultate Deo“ des Komponisten Alessandro Scarlatti sowie Giovanni Gastoldis Liebeslied aus der gleichen Zeit „An hellen Tagen“ – sie bildeten den barocken Block des Konzertes, in dem der Chor seine stimmliche Vielseitigkeit bei einem schönen Gesamtklang, feinsinniger Dynamik und klarer Intonation zeigen konnte.

Leichte Seite der Orgel

Das „Andante in F-Dur“ KV 616 für eine Orgelwalze in einer Uhr von Wolfgang Amadeus Mozart lässt die Orgel von ihrer leichten und verspielten Seite erklingen. Manfred Meier-Appel spielte dieses berühmte Stück mit viel Charme und Eleganz.

Danach begeisterte Susanne Winter mit dem „Laudate Dominum“ für Sopran, Chor und Orgel von Mozart mit ihrer wunderbaren, hellen Stimme zusammen mit der Kantorei die Zuhörer. Ebenso eindrucksvoll trug Dorothea Koch – auch Sopran – klangschön das „Gloria sei Dir gesungen“ von Johann Sebastian Bach vor.

Zusammen mit ihrer Schwester Susanne sang schließlich die Altistin Sabine Jöckel Bachs Duett „Christe eleison“ aus der „Hohen Messe in h-Moll“. Es gehörte mit dem „Gloria“ zu weiteren Glanzpunkten des Konzertes, weil die drei Sängerinnen mit ihren kraftvollen, klaren Stimmen für eine besondere, emotional anrührende Wirkung der Bachschen Musik sorgten.

Zum Schluss des Konzertes: Paul Gerhards geistliches Lied „Nun ruhen alle Wälder“, vertont von Bach, wurde von der Kantorei wunderbar und andächtig gesungen und brachte, als der Beifall nicht enden wollte, als Zugabe das wohl berühmteste deutsche Gedicht von Matthias Claudius in der Vertonung von Max Reger, dessen Todestag sich im Mai zum hundertsten Male jährte: „Das Abendlied“.

Einfach nur schön. Diese musikalische Kost sommerlicher Lieder, verfeinert mit getragen anrührenden Weisen zum Ende, ließ die zahlreichen Besucher mit der Hoffnung zurück, bald wieder ein Konzert der Kantorei besuchen zu können.

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