Interview mit Manuel Winbeck

Monobo Son spielt in Hartmannshof

„Wir holen immer alles raus, was drin steckt“, sagt Manuel Winbeck (Mitte) über Monobo Son. | Foto: Monobo Son2019/08/GEMA_Theathron_Leopold.jpg

HARTMANSHOF – Man nehme eine Prise Jazz, etwas Elektro-Pop und Hip-Hop, dazu Klassik und Latin-Klänge und mixe alles kräftig mit bayerischer Mundart – fertig ist die Musik von Monobo Son. Bandbegründer und La Brass Banda-Posaunist Manuel Winbeck erklärt, was den Reiz an dieser Mischung ausmacht und was die Besucher beim Konzert in Hartmannshof erwartet.

Sie sind als Posaunist mit La Brass Banda international unterwegs. War das noch nicht genug?
Nein. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich ganz viele Lieder halb fertig daheim herumliegen habe, die aber einen anderen Rahmen brauchten. Deshalb habe ich ein paar Leute gefragt, ob sie Lust auf eine Band haben, und so hat sich das ergeben. Anfangs war es für jeden ein klassisches Nebenprojekt und man hat sich viel Zeit für alles gelassen. Erst in den vergangenen ein bis zwei Jahren sind die Konzerte immer größer geworden.

Ist für euch schon eine Grenze erreicht?
Nein, wir haben uns auch keine gesetzt, im Gegenteil. Erst vergangenes Jahr haben wir für uns die Weichen neu gestellt und uns der Band mit mehr Aufmerksamkeit gewidmet.

Wieso gerade Blasmusik?
Mein Vater war Hobbytenorhornist und ich bin mit dieser Musik aufgewachsen. Mir war sehr schnell klar, dass ich Posaune lernen will, ohne genau zu wissen, wieso. Dadurch kam ich mit den unterschiedlichsten Musikarten in Berührung und habe gemerkt, dass die Posaune hier eine große Auswahl bietet. Es ist interessant, wo sich bei den vielen Stilen die Schnittmenge bildet.

Auch die Musik von Monobo Son ist ein bunter Stilmix. Kann man 
sie trotzdem in ein Genre einordnen?
Ich denke, man kann unsere Musik grob unter die Überschrift „Pop“ stellen. Aber ein Pop, der durch unsere Besetzung anders klingt, als man es kennt. Bei uns stehen zum Beispiel die Bläser und die Querflöte im Vordergrund. Und wir mischen gerne andere Stile bei, wie Reggae, klassische oder auch elektronische Elemente. Da sind wir einfach neugierig. Und die Überlegung, welchen Stil das Lied hat, kommt erst, wenn es schon fertig ist.

Hat die Band ein Motto?
Wir holen immer alles raus, was drinsteckt – egal wo wir spielen. Das könnte man als Motto nehmen. Das gilt für Festivals genauso wie beispielsweise für Messeevents, bei denen die Besucher nicht wissen, was sie erwartet, oder überhaupt nicht in Konzertstimmung sind. Wenn wir dann den Spaß, den wir haben, auch so rüberbringen und die Leute zum Feiern bewegen, ist das der höchste Lohn.

Wird Monobo Son häufig als die „kleine Schwester“ von La Brass Banda gesehen oder macht ihr euer eigenes Ding?
Beides. Manche sehen uns nur in Verbindung mit La Brass Banda. Ich bin aber bei einem Konzert mit Monobo Son auch schon gefragt worden, ob ich La Brass Banda kenne, weil das wäre doch eine gute Kombi… Die Verbindung kann ein Türöffner, aber auch ein Kredit sein, den man aufnimmt. Denn wenn Leute mit La Brass Banda im Hinterkopf zu unserem Konzert gehen und dann ein bisschen was anderes bekommen, kann es für uns schwierig werden.

Eines eurer Lieder trägt den Titel „Scheißn“. Nehmt ihr auch sonst kein Blatt vor den Mund?
Wir sprechen die Dinge schon gern an. Aber es geht uns nicht vorrangig darum, zu provozieren. Und manchmal muss man sich wirklich nichts drum scheiß’n.

Monobo Son – was bedeutet das?
Der Name war nicht wirklich intellektuell durchdacht. Son ist das spanische Wort für Klang – das spielt auf jeden Fall mit rein. Und Monobo liegt zum Teil der Bonobo zugrunde – weil das affenmäßige liegt uns auch ganz gut. Wir haben auch schon viele Interpretationen von anderen Leuten gehört, bei denen wir uns dachten: „Ah jo, des passt eigentlich recht gut.“

Was erwartet die Besucher in Hartmannshof?
Unsere Tour rollt gerade so richtig an, wir spielen jetzt jede Woche zwei bis drei Konzerte – sind dann also ganz gut eingespielt, damit’s a fetzn Gaudi wird.

Monobo Son spielen am 26. Oktober ab 20 Uhr in der Sängerhalle Hartmannshof. Karten gibt’s im Vorverkauf im Service-Center der Hersbrucker Zeitung.

N-Land Marina Gundel
Marina Gundel