15 Jahre Sound-Orchester Burgthann

Liebe, Leidenschaft und Zeit

BURGTHANN – Die jährlichen Konzerte des Sound-Orchesters Burgthann (SOB) sind legendär. Wo es auftritt, begeistert es mit seinem Sound und der Professionalität seiner Musiker. Dieses Jahr feiert das SOB sein 15-jähriges Bestehen und mit ihm Erhard „Eddie“ Feil, sein Gründer und Leiter. Den studierten Musiker, freiberuflichen Musiklehrer und im Hauptberuf Versicherungsmakler begleitet Musik von Kindesbeinen an. Kein Wunder, war ja sein Vater, Musikprofessor Franz Feil, in seiner früheren Heimat Siebenbürgen/Rumänien ein gefragter Waldhornist und im Ensemble der Staatsoper. Sehr stolz sei er gewesen, erinnert er sich Eddie Feil, als er als Jüngster zusammen mit seinem Vater in dessen Blaskapelle musizieren durfte. Anfang der 80er Jahre zog die Familie nach Deutschland und Vater und Sohn setzten die Tradition der gemeinsamen Auftritte noch einige Zeit in der Blaskapelle Schwarzenbruck fort. Doch dann schlug Sohn Eddie in Sachen Bläsermusik einen anderen Weg ein – Der Bote sprach mit ihm.

Vor 15 Jahren gründeten Sie das Sound-Orchester Burgthann – welche Ideen wollten Sie damit verwirklichen?

Eddie Feil: Ich wollte Blasmusik in anderem Stil, geprägt von der Musik der Bigbands, die ich während meines Studiums an der Nürnberger Hochschule für Musik kennengelernt hatte. Es sollte eine Mischung aus Pop, Rock und Swing sein, vielseitig und mit großem Repertoire, gespielt von einem Orchester und nicht in der klassischen Besetzung einer Bigband mit 25 Mann. Dafür wollte ich alle Instrumente mehrfach besetzen – zwei- oder sogar dreifach – wozu ich mindestens 60 Bläserinnen und Bläser brauchte. Das sei verrückt und ich würde es nie schaffen, wurde mir damals gesagt …

Wozu brauchen Sie so ein großes Ensemble?

Feil: Ganz einfach, damit wir immer spielbar sein können und nicht blockiert sind, falls jemand einmal ausfällt. Etwas fördert das natürlich auch die Konkurrenz untereinander und damit das Niveau.

Das war sicher nicht sofort umzusetzen – welche Probleme gab es anfangs?

Feil: Wir begannen 1998 mit elf Mitgliedern, die alle aus der Blasmusikszene kamen. Sie waren es gewohnt, ihre Noten akkurat zu spielen und brav im Takt zu bleiben. Die Schwierigkeiten lagen in der musikalischen Umsetzung meiner Musik, bei mir sollten sie plötzlich die Musik fühlen, einen eigenen Sound entwickeln. Dieses Swing-Feeling zu vermitteln war harte Arbeit. Für die Rahmenbedingungen hatten wir von Beginn an die beste Unterstützung, sei es von der Gemeinde Burgthann, sei es seitens des Vereinsvorstandes (Sound-Orchester Burgthann e.V.), die sich alle mit viel Engagement einsetzten. Ein weiteres Problem zeigte sich später in der Fluktuation der jugendlichen Orchestermitglieder. Wenn sie nach der Schule zum Studium oder Berufsausbildung wechseln, bleibt oft keine Zeit mehr für das SOB. Das reißt dann immer wieder Lücken auf. Daher ist es wichtig, verlässliche, führende Leute im Orchester zu haben, die andere mitreißen und anspornen.

Wie bekommen Sie so viele Ensemblemitglieder unter einen Hut?

Feil: Das ist das Besondere beim SOB, das Miteinander. Es war und ist mir besonders wichtig, dass sich alle wie in einer großen Familie fühlen und an einem Strang ziehen. Daher haben wir schon immer viel privat zusammen unternommen. Wir fahren beispielsweise jedes Jahr an Ostern zum Skifahren mit abendlichen Musikproben, waren schon mehrfach zusammen im Urlaub in Spanien. Zuletzt sind wir nach Hermannstadt (Sibiu) gereist. Zwei Konzerte haben wir dort gespielt, über die zwei Fernsehteams berichteten – ein ganz großartiges Erlebnis.

Wie schaffen Sie das alles finanziell?

Feil: Unsere Finanzplanung steht auf zwei Säulen. Geld bekommen wir zum einen durch unsere Auftritte, zum anderen unterstützen uns Sponsoren. Anfangs bekamen wir sogar Noten von Nachbarn geschenkt. Wir hatten sie gefragt, welche Musikstücke ihnen gefallen würden und einige kauften uns daraufhin die Notenhefte. Vieles läuft dazu ehrenamtlich, beispielsweise meine ganze Tätigkeit als Dirigent und Organisator.

Am 15. und 16. November feiert das SOB sein Jubiläum – womit überraschen Sie die Konzertbesucher?

Feil: Es wird im ersten Teil stilistisch eine Mischung aus Rock, Latin und Pop sein, ein Best Of aus 15 Jahren SOB, das wir in Medleys zusammengefasst haben. Den zweiten Teil gestalten wir zusammen mit Streichern, unter anderem Stücke von Robbie Williams, moderieren werden Sven und Alina Kurde.

Pläne für die Zukunft?

Feil: Weiter am Konzept und an der Qualität arbeiten, quasi als professionelle Amateure, damit wir uns überall sehenlassen können. Dazu gehört das ganze Konzept, die Präsentation, der Rahmen, wie bei unserer jährlichen Motto-Show in Burgthann.

Interview: Dorothée Krätzer

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