Auftritt im PZ-Kulturraum

Lachen mit dem Vogelmayer

„Der Vogelmayer“ mit seinem aktuellen Programm „Dahoam“ im PZ-Kulturrraum. | Foto: Dorn2019/09/Vogelmayer-Kulturraum-Foto-Dorn.jpg

LAUF. Zum dritten Mal ist er in Lauf, der Vogelmayer, und jedes Mal war es anders. Sagt er, und das stimmt ziemlich sicher. An diesem Abend jedenfalls ist es ganz anders, weil gleichzeitig die Hämmernkirchweih und das Straßenmusikfestival laufen. Deswegen ist der PZ-Kulturraum an diesem frühen Sonntagabend spärlicher besetzt als Organisatoren und Publikum es gewohnt sind.

Thomas Mayer alias Vogelmayer, stilecht in Lederhose und Haferlschuh, nicht ganz so stil-echt im für das Programm werbenden T-Shirt, wäre aber kein niederbayerischer Kabarettist, würde er das nicht gleich zum Thema machen und ankündigen: „Im nächsten Jahr mache ich eine Bushäuschentour. Wenn sich da mehr als 10, 15 Leute anmelden, muss ich halt noch einmal auftreten.“

Die ersten Lacher, und als er dann mehrere Besucher direkt anspricht, auch unvermittelt von der Bühne springt und durchs Publikum marschiert, ist die Verbundenheit zwischen Akteur und Zuhörern hergestellt.
Er betont, dass er heute für die Franken sein gepflegtes Niederbayerisch spricht, weil sonst wäre es noch schwieriger, seine Pointen zu verstehen, und das ist gut so – denn er spricht nicht nur niederbayerisch, sondern auch ziemlich schnell. Bei seinen Wortspielereien muss man eh schon aufpassen, dass man deren Sinn mitbekommt, da wäre ein unverfälschtes und temporeiches Waldlerisch mehr als hinderlich.

Das Programm, das der Vogelmayer auf die Bühne bringt, ist deutlich deftiger, ungeschminkter als seine vorherigen. Gags und Witze, zum Teil auch die Lieder, bewegen sich zumeist in der Nähe der Gürtellinie – bei größerem Publikum sichere Schenkelklopfer, weil der eine den andern mitreißt, in dem kleineren Rahmen aber laufen manche seiner Sprüche ins Leere. Dennoch – die Wortklaubereien, die hinterlistigen Sprüche mit doppeltem Boden, sie kommen meistens an. Es ist weniger das laute Gelächter als mehrheitlich ein amüsiertes Kichern, was aus dem Publikum zu vernehmen ist.

Besonders, wenn er dörfliches oder kleinstädtisches Leben ins Aberwitzige verdreht, der Ursprung aber nachvollziehbar, nahe an persönlichen Erfahrungen bleibt, löst das schallendes Gelächter aus. Hier setzt er Erinnerungen in Gang, und das Kopfkino surrt. Mittendrin kommt er auf sein Buch „Gaudi zum Beruf machen“ zu sprechen und liest daraus einige herrlich gedrechselte Gedichte und derbe Witze vor – eine Lachparade, die gelegentlich ins Kalauern abgeleitet.

Kurz vor dem Ende der Vorstellung schlenzt der Mitterfelser aus der Nähe von Straubing elegant über ein paar klare politische Aussagen hin zu einem ziemlich nachdenklich stimmenden Lied über die wachsende Dummheit auf der Welt, erkennend, dass er sie mit diesem Song wohl kaum verringern wird.

Mit der ersten Zugabe schlägt der Vogelmayer die Brücke zu seinem ersten Auftritt, nämlich einem „saukomplizierten Lied“ über vier bunte Ritter, die von einem ebenso bunten Drachen verzehrt werden. Zwei weitere zeigen, dass er mit seinem eher auf ein altbayerisches Wirtshaus zugeschnittenen Programm hier in Franken dennoch weitaus überwiegend angekommen ist. 

Vinzenz Dorn

N-Land Pegnitz-Zeitung
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