Schau bis 19. August

„Kunst im Fluss 2“ lässt die Pegnitz leuchten

Italienische Kunst am Wassertor: Giulio Giancaspro aus Apulien und seine Frau freuen sich mit passender Tasche und T-Shirt über die gelungene Platzierung des Werks an der Brücke. | Foto: U. Scharrer2019/08/Kunst-im-Fluss-Eroeffnung-3.jpg

HERSBRUCK – Hersbruck ist noch schöner als sonst schon – diesen Eindruck hat man, wenn Kunstwerke im Wasser mit den schönen Fachwerkfassaden, den begrünten Ufern und den Brücken über die Pegnitz in eine spannende Korrespondenz treten. „Kunst im Fluss“ ist zurück.

Bei der Eröffnung würdigten die Sprecher vor allem die Gemeinschaftsanstrengung der Künstler, der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, aber auch der Sponsoren, des Bauhofs und der Wasserwacht – und den Fluss selbst. „Ich bin so schön hier, ich hab so viele Arme, sieh mal, was für tolle Ufer, welch‘ lauschige Brücken! Warum machst Du nicht etwas mit mir, statt immer nur Kunst in stickige Räume zu stecken?“ So habe die Pegnitz selbst zu Christoph Gerling gesprochen, berichtet der Initiator von „Kunst im Fluss“, als er nach der Entstehung seiner Idee für das Kunstereignis im Freien befragt wird.

Und: Damit die Gäste die wegen des Gitarrenfestivals zum „Hören“ nach Hersbruck reisen, auch etwas zu „Sehen“ bekommen, läuft „Kunst im Fluss“ terminlich parallel zum Musikevent. Aber auch viele, viele Hersbrucker zeigen Interesse an der Neuauflage, füllen neben den Sponsoren und Stadträten die Turnhalleninsel und ziehen anschließend mit dem Flyer bewaffnet los, um die Wasseroberfläche abzusuchen.

Konkurrenz im Wasser

22 Kunstschaffende aus Deutschland und Italien, mehr als vergangenes Jahr, haben sich allerhand einfallen lassen, um die Kunst-Spaziergänger anzusprechen – und die Enten, die neugierig die Objekte in ihrem Revier beäugen. Dabei entstand manches ansprechende Fotomotiv. Franz Weidingers über dem Wasser schwebende Schwimmende aus Holz mit dem Wassertor im Hintergrund reizt die Smartphone-Fotografen. Um ein Werk besonders schön vor die Linse zu bekommen, krempelt sich auch mal jemand die Hosenbeine hoch und watet in die Pegnitz.

Viel tiefer hinein gingen beim Aufbau die Freiwilligen der Wasserwacht, um schwimmende Kunstwerke sicher im schlammigen Flussgrund zu verankern. Der Bauhof half, schwere Objekte ins Wasser zu hieven. Diese Gemeinschaftsanstrengung würdigte Bürgermeister Robert Ilg in seiner Ansprache, hörbar stolz auf Hersbruck als Mittelpunkt der Kunstszene der Region, die auch internationale Gäste anzieht.

Die italienischen Künstler, mit denen Christoph Gerling eifrig Kontakte knüpft, waren zahlreich anwesend, weswegen Teile der Ansprachen immer wieder ins Italienische wechselten. Cornelia Trinkl, stellvertretende Landrätin, griff den Schriftzug auf Gerlings T-Shirt auf, um zu betonen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebe – die Kunst sei wichtig.

Im Fluss versenkt

Der Leiter des Kunstmuseums Hersbruck, Uli Olpp, stellte den Katalog vor, der an „Kunst im Fluss 2018“ erinnert. Ebenso wie alle Vorbereitungen wurde das qualitativ hochwertige und schön anzusehende Druckwerk weitgehend in ehrenamtlicher Arbeit erstellt und unterstützt die Arbeit des Kunstmuseums Hersbrucks. Der Katalog bildet selbstverständlich die Situation des Vorjahres ab – buchstäblich eine Stunde vor der Eröffnung wurden die letzten Arbeiten erst in den Fluss gesenkt, wie Uli Olpp berichtete. Über „Kunst im Fluss 2019“ wird ein Katalog für 2020 aufgelegt.

Eine gelöste und dankbare Stimmung lag an der Eröffnung in der Luft: Dankbarkeit für die vielen helfenden Hände und Geldbeutel, für das Interesse der Bevölkerung und das Wetter, das der Veranstaltung einmal mehr einen südlichen Anstrich verlieh – auch die italienischen Gäste strichen sich prustend den Schweiß von der Stirn.

Bis zum 19. August ist täglich von 17 bis 19 Uhr der Pavillon von „Kunst im Fluss“ auf der Turnhalleninsel geöffnet. Besucher können sich Flyer und Weganweisungen holen, den schön gestalteten Katalog für 15 Euro kaufen und sich Fragen beantworten lassen. Es können spontan Führungen entstehen.

N-Land Ute Scharrer
Ute Scharrer