Revue zu Ehren Sinatras

Küsse und Hass

Alex Teubner und Karin Schubert sind Frank Sinatra und Ava Gardner. Foto: gz2014/01/5_2_3_2_20140129_REVUE.jpg

LAUF – Ach, das ist auch von Sinatra? Mit dem Stück „My Way“ lassen Alex Teubner und Karin Schubert das Star-Duo Frank Sinatra und Ava Gardner lebendig werden. Die Revue fand im ausverkauften Kultur-Raum der Pegnitz-Zeitung den intimen Rahmen, der ihr gut tut. Ein Paar zerlegt sich selbst und unterhält dabei doch amüsant das Publikum. Schubidubidu.

That s life! Bei ihm war es die zweite, bei ihr die dritte Ehe. Und sie hielt auch nur zwei Jahre. Heute kriegen so was auch große Politiker unangefochten hin. In den 1950er Jahren blieb derartiger Beziehungsglamour skandalträchtigen Hollywood-Stars vorbehalten – die dann wegen ihres Lotterlebens von den Medien gejagt wurden. Night and day you are the one.

Die Gier des Publikums von damals, das Liebesleben des Sängers Frank Sinatra und der Schauspielerin Ava Gardner mit Abscheu und Neid zugleich zu verfolgen, ist 60 Jahre später auch noch im heimeligen PZ-Kultur-Raum zu spüren. Denn das Stück von Andy Hallwaxx in der Regie von Michael Bliemel und Jan Burdinski (Fränkischer Theatersommer) konzentriert sich auf diese intensive, aber instabile Beziehung der beiden Stars. Die dürfen zwischen romantischen Episoden und Eifersuchtsanfällen den Klartext reden, der in konventionellen Ehen schlimmstenfalls gedacht wird. Frank: „Du schaust wunderbar aus!“ Ava: „Du mich auch!“ Sie: „Küss mich!“ Er: „Hast du gekotzt?“ The lady is a tramp.

Der Sänger und Schauspieler Alex Teubner und seine Bühnenpartnerin, die BR-Moderatorin Karin Schubert, geben dieses verrückte Paar so hingebungsvoll und schlagkräftig, dass im Eifer des Gefechts schon mal der Ehering vorzeitig vom Finger rutscht und die Blumengirlande zur Hochzeitsfeier welkt, bevor das traute Paar aufs junge Glück angestoßen hat. Sie: „Du hast mich nicht über die Schwelle getragen!“ Er: „Du bist viel zu schwer.“ That s life.

Dabei kann Franky-Boy wahnsinnig charmant sein. Dieses Betören der Damen mit eingefrästem Lächeln zelebriert Teubner auch mit dem Laufer Publikum hingebungsvoll. Sophia Loren und Lana Turner entdeckt er unter den Fans. Jeder Zuhörerin, so bekennt er, will er das Gefühl geben, nur für sie zu singen: I got you deep in my heart.

Die kurzweilige Revue streift auch harte Themen wie Sinatras Verbindung zur Mafia („du windiger kleiner Spagetti-Gangster“), seine Versagensängste auf der Bühne und im Bett. Sein bester Freund, Jack Daniels, ist fast immer dabei. I did it my way. Und echte Männer paffen eben pausenlos. I want to walk in a city that never sleeps. Das „New York, New York“ wird auf der kleinen Bühne in Lauf lebendig.

Das Stück lebt von den vielen Melodien, die auch Jüngere bis heute im Ohr haben. Und von den Textzeilen, die „die Stimme“, wie Sinatra genannt wurde, unsterblich gemacht haben. Alex Teubner hat da durchaus Timbre und Volumen, den Glammer der 1950er Jahre lebendig werden zu lassen. And now, the end is near, and so I face the final curtain. Schade, Frank.

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