DAV-Jubiläum mit Coro Alpino Trentino

Konzert mit Freunden

Der italienische Chor überzeugte mit schönen Stimmen und Themen, die zu Herz gingen. Die Besucher und Freunde vom DAV waren begeistert. | Foto: Kramer2017/05/gardolo2.jpg

ALTDORF – Der DAV Sektion Altdorf begeht in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Der Auftakt der Feierlichkeiten war gleichzeitig Glanzpunkt: Ein Konzert des durch Rundfunk- und Fernsehauftritte bekannten und berühmten Trientiner Bergsteigerchores „Coro Alpino Trentino di Gardolo“.

„Amici miei“ – meine Freude – mit diesem Lied zur Melodie „Ein schöner Tag ward uns beschert“ eröffnete der Chor das Konzert. Dieser Titel passte wunderbar, denn die Sektion Altdorf ist mit den Mitgliedern des Bergsteigerchores aus Gardolo, einem Vorort von Trient/Italien, schon seit 41 Jahren befreundet. Die Liebe zum Bergsteigen, zu Musik und Gesang hat die Sänger des Männerchores mit einigen Mitgliedern des Alpenvereins Altdorf zusammengeführt. Durch gemeinsame Bergtouren im Trient, gegenseitige Besuche, gesellige Abende und Chorkonzerte wurde aus freundschaftlichen Beziehungen eine tiefe Verbundenheit.

Erstmals in Altdorf 1976

DAV-Vorsitzender Ulrich Reichert freute sich, gute Freunde in Altdorf willkommen zu heißen, und erinnerte an das erste Konzert des Chores 1976 im Historischen Universitätshof Altdorf mit 950 Besuchern. Besonders begrüßte Reichert Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer, Pfarrerin Ursula Kronenberg von der Evangelischen Kirche, Pfarrer Albert Börschlein von der Katholischen Kirche, Gerhard Bogner als Vertreter der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht, den Altdorfer Sparkassenchef Hermann Vogel, Anni Eckstein für die Firma Getränke Münz und Toni Martin mit einer Delegation der Trachtengruppe aus Altdorf / Uri in der Schweiz sowie die Schirmherrin des Jubiläumskonzertes, Karola Fuchs. Den Vertretern der Nachbarsektionen des Deutschen Alpenvereins und den Sportvereinen galt ein weiterer Gruß.

Maddalena Tomasi, Tochter des Dirigenten Franco Tomasi, führte charmant durch das weitere Programm. In deutscher Sprache gab die junge Italienerin vor jedem Lied eine kurze Zusammenfassung der Botschaft, die darin steckt.

Der Coro in der Laurentiuskirche2017/05/gardolo1.jpg

 

Der „Coro Alpino Trentiono di Gardolo“ singt wohlklingende Lieder vom Alltagsleben der Menschen als Hirten in den Bergen, der Verbundenheit mit den Bergen, der Liebe und der Sehnsucht. Durch besondere Stimmen und Interpretationen zeichnet der Männerchor sich aus. So hört das Publikum bei „Son dai monti“ – ich bin aus den Bergen – das leise „Blub – Blub“ eines Wassertropfens. Bei „La negritella“ bringt ein Bergbauer seiner Angebeteten mit den schwarzen Augen einen Strauß aus Bergwiesenblumen und einen Jodler, der, auch Dank der hervorragenden Akustik, so klingt, wie der Widerhall an der Felswand in den Bergen. Vielseitig und abwechslungsreich ist das Repertoire aus Trentiner Bergliedern und Volksweisen. Dabei ist es erstaunlich, wie ein sehr getragenes Stück wie „Era sera“ – Es war Abend – so leise, aber dennoch stimmgewaltig erklingen kann.

Mit Volldampf ging es in die kurze Pause: „La strata ferata“ – Die Eisenbahn – fährt von Triest nach Wien, und immer wieder waren das Pfeifen der Lok und ein „Tsch-Tsch-Tsch-Tsch“ deutlich zu hören. Die Zuhörer quittierten dies mit begeistertem Zwischenapplaus. Unter anhaltendem Beifall zog der Männerchor aus, um die Stimmen für den zweiten Teil zu „ölen“.

Mit Liedern von Geschichten bei Mondschein, sternenklaren Nächten und vom Glück im Tal wurden die Zuhörer in die friedliche Welt der Berge entführt. Bei dem Eselsritt vom Berg Bel – „da monte Bel“ – wurde wieder sehr deutlich das Klappern der Eselshufe herausgearbeitet. Akzente setzte der „Coro Alpino Trentino“ auch durch hervorragende Solisten.

Neue Mitglieder im Chor

Als besondere Überraschung kündigte Tomasi drei neue Mitglieder des Bergsteiger-Chores an: Davide, Francesco und Andre. Die jungen Männer waren noch ohne Chorkleidung und reihten sich in die altgedienste Truppe ein. Sehr schwungvoll und lustig erklangen die Fragen einer kleinen Tochter an ihren Vater „Marike la me popa“ – Papa, warum…?, die auf eine Zeitreise zum Vater und zurück in die eigene Kindheit führten.

Das klassische Volkslied „La Villanella“ – bella bimba im Walzertakt summten einige Zuhörer schon mit und bei „Me compare Giacometo“ – dem Hahn Jakob, der nicht krähen kann und trotzdem von seinen Hühnern verehrt wird, klatschte das Publikum rhythmisch mit.

Im Schlusswort bedankte sich Ulrich Reichert für den zahlreichen Besuch des ersten Glanzpunktes zum 50-jährigen Jubiläum des DAV Sektion Altdorf bei den Verantwortlichen für einen tollen Konzertabend.

An den Beginn der Freundschaft im Jahre 1976 und die vielen geselligen Begegnungen erinnerte auch ein Sprecher des Bergsteiger-Chores. Auf Chorreisen nach Österreich und Deutschland habe es sonst nie so innige Beziehungen gegeben. Den Chor und die Sektion Altdorf verbinde eine besondere Freundschaft und das Gründungsjahr 1967: auch der „Coro Alpino Trentino“ feiert im Herbst sein 50-jähriges Bestehen.

Unter stehendem Applaus forderte das begeisterte Publikum eine Zugabe.
Der Bergsteiger-Chor gab „La montanara“ zum Besten. Mit diesem Lied erlangte der Bergsteiger-Chor Berühmtheit. Als Beweis für die tiefe Verbundenheit zu ihren fränkischen Freunden sangen die italienischen Männer auch noch „Muss i denn zum Städtele hinaus“ in deutscher Sprache.
Dies ist bewundernswert, da die Chormitglieder reine Amateure sind, die aber aus Leidenschaft singen – mit Erfolg!

Christiane Kramer

N-Land Der Bote
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