Märchenstunde im Henfenfelder Schloss

Knusper, Knusper, Knäuschen…

Vorzüglich in ihrer Rolle als böse Hexe: Kristina Scherer in „Hänsel und Gretel“. Foto: J. Dechant2013/12/5_2_3_2_20131206_HAENSEL.jpg

HENFENFELD – Im Advent verwandelt sich das Henfenfelder Schloss in ein Märchenschloss, wenn das Märchenzentrum „DornRosen“ und die Opernakademie zusammenarbeiten. In diesem Jahr wurde im Roten Saal die Eigenproduktion „Hänsel und Gretel“ dargeboten. Die Erzählung des Märchens der Gebrüder Grimm übernahm Petra Hasengier, für den musikalischen Teil nach der Oper von Engelbert Humperdinck war Denette Whitter mit Künstlern der Opernakademie zuständig.

Whitter freute sich besonders über die vielen Kinder, die sich eingefunden hatten und deren Vorfreude deutlich zu sehen war. Fast andächtig zelebrierte sie als Pianistin die Ouvertüre und verstand es im weiteren Verlauf vorzüglich, eine gewisse Dramatik aufzubauen. In die Rolle der Gretel schlüpfte die Sopranistin Fabienne Carry, den Part des Hänsel übernahm die Mezzosopranistin Kathleen Gutsche.

Beim bekannten „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ wurde das erste bekannte Kinderlied hörbar, welches Humperdinck neben „Ein Männlein steht im Walde“ in sein Werk eingebracht hatte. Als Hänsel und Gretel fröhlich tanzen bei „Brüderchen komm tanz mit mir“ wurde aus dem Opernstück ein Volkslied. Peter, der Besenbinder, wurde von Herfinnur Árnafjall dargestellt. Auch bei seinem Lied von den armen Leuten fand sich schnell ein bekanntes Zitat: „Hunger ist der beste Koch“. Als Elena Bechter, die eigens von Bregenz angereist war, das Sandmännchen mimte, waren die Kinder hellauf begeistert.

Die Sopranistin übernahm danach auch die Rolle des „Taumännchens“ mit einer zauberhaften Kostümierung. Große Kulissenbilder zeigten den tiefen Wald und das Lebkuchenhaus, zu dem Hänsel und Gretel schließlich kamen und naschten. „Knusper, Knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen“ schallte es dort heraus. Die Antwort „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“ brachte den Geschwistern keinen Vorteil. Von der Hexe, die Kristina Scherer vorzüglich spielte, waren alle im Publikum beeindruckt, ihr schlimmes Ende blieb der Erzählerin vorbehalten.

Die Schauspielkunst der Akteure war beeindruckend, eine besondere Anforderung war, dass diese während des Märchenvortrags quasi erstarrten und danach wieder weiterspielten. Die Mischung aus wunderschönem Gesang und fein artikulierter Erzählung von Petra Hasengier begeisterte das ganze Publikum. Zum Schluss gab es tosenden Applaus, der dieses Mal mit kleinen Lebkuchen von den Künstlern vergolten wurde. Fließ!text>

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