Herbstausstellung

IV+I im Hersbrucker Kunstforum K 5

Harmonisch fügen sich die Naturbilder von Karin Plank-Hauter mit den Skulpturen von Anita M. Franz zusammen. | Foto: A. Liedel2019/09/In-Harmonie.jpg

HERSBRUCK – Es ist die Vielfalt, die die diesjährige Herbstausstellung auszeichnet. Die Egensbacher Keramikerin Anita M. Franz suchte in Kooperation mit der Anna M. Scholz Stiftung vier unterschiedliche Maler, die die vier Räume des K 5 bestücken sollten.

Am Eröffnungstag nimmt Laudatorin Anna Schwarm die Besucher mit auf einen gedanklichen Rundgang. Vier namhafte Künstler, die jeweils einen Raum mit Werken in ihrer favorisierten Technik gestalten, dazwischen wie ein roter Faden die Skulpturen von Keramikerin Franz.

Welche Gefühle und Assoziationen kommen auf? Da wären einmal, im ersten Stock rechts, die Ölmalereien der aus Bologna stammenden Federica Burzi. Weiblichkeit und tiefe Emotionen strahlen aus den zahlreichen Gesichtern, ein „intimer Einblick“ wird gewährt, wie Schwarm bemerkt. Im Raum nebenan wird der Besucher einbezogen in einen Dialog, zum Ausdruck gebracht durch die Acryldrucke des Nürnberger Künstlers Gerhard Hacker. Mit ausgewählten Bildern aus seinen aktuellen Werkreihen öffnet der Maler Zeit und Raum, spielt eindrucksvoll mit Formen, Farben und Beziehungen.

Holz, Licht, Farbe

Der Raum im Erdgeschoss links strahlt die Dynamik und Kraft der abstrakten Gemälde von Luise Oechsler aus, mal sanft, mal voller Spannung. Die Künstlerin drückt ihre Beobachtungen durch Farben, Licht und Schatten aus, lässt dem Betrachter dabei Raum für eigene Gedanken. Und gegenüber präsentiert die Malerin Karin Plank-Hauter naturgetreue Abbildungen von Holz und Pflanzenteilen. Geschickt platziert führen die Bilder durch das Jahr, lassen ruhig werden und durchatmen, beinahe wie ein Besuch in der Natur.

Die Skulpturen von Franz verbinden und charakterisieren die Räume, mal als stiller Beobachter, mal als kraftvolle Persönlichkeit. Eindrucksvoll ergänzen die aufwendig in Holz- und Rakubrand gefertigten Werke die vier unterschiedlichen Charaktere der Räume. Dem aufmerksamen Beobachter werden die mehrsichtigen, kubischen Köpfe auffallen, die je nach Betrachtungsweise ein ganz eigenes Gesicht zeigen.

Vier plus eins, das bedeute zunächst einmal vier Ausstellungsräume mit vier Künstlern, die Gemälde in unterschiedlichen Techniken präsentieren, stimmig ergänzt durch die Skulpturen von Franz. Doch mit Zahlen lässt sich bekanntlich spielen, wie Schwarm in ihrer Laudatio beschreibt: Das Motto steht außerdem für vier Künstlerinnen plus einen Künstler; vier gegenständlich arbeitende Künstler plus eine abstrakte Malerin. Vielleicht noch für vier Räume plus dem Raum dazwischen: „Den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt.“

Die Herbstausstellung läuft bis einschließlich Sonntag, 24. November. Das Kunstforum K 5 ist zusätzlich zu Sonntag, von 14 bis 16 Uhr, nun auch samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung