TBC im PZ-Kulturraum

Humor mit Augenzwinkern und Biss

TBC-Frontmann Georg Königer, hier in einer Rocknummer. | Foto: Krieger2017/05/TBC-Kulturraum.jpg

LAUF — Auch wenn es Kulturraummanager Rainer Turba nach eigenen Worten zunächst etwas mulmig war, weil der ausverkaufte PZ-Kulturraum erstmals 120 Zuschauer fasste, verflog dieses Gefühl schnell beim kurzweiligen, hintersinnigen und hoch-amüsanten Abend mit dem Totalen Bamberger Cabaret.

Nach ihrem ersten, sehr erfolgreichen Gastspiel im Kulturraum 2016 mit dem Vorgängerprogramm „dAPPen wie wir“, schlagen TBC diesmal mit „Aller Unfug ist schwer“ zu.

Egal ob als tumbe Aida-Kreuzfahrer aus dem Ruhrpott im Schlauchboot, als sich gegenseitig überbietende Simulanten beim Arzt, Rocksänger, rüstige Rentner oder als Werte-Verwerter auf dem Wertstoffhof – die drei Franken, die übrigens nicht alle aus Bamberg kommen, turnen singend, Dialekte und Sprache jonglierend durch diesen Abend, an dem kaum ein Auge trocken, so mancher Lacher allerdings im Halse stecken bleibt.

Hinter dem augenzwinkernden Humor von Georg Königer, Florian Hoffmann und Michael A. Tomis steckt auch immer wieder der brenzlige Ernst der Lage, sei es politisch, sozial oder menschlich.

Absolut „up-to-date“ und zum Schreien komisch der Auftritt als „Live Chat“ in „YouDub“, als Bühnenbild der Original-Rahmen des bekannten Internet-Videoportals – selbstverständlich falsch, weil fränkisch, geschrieben. So lassen sich TBC darüber aus, wie viel zuverlässiger doch eine Liveshow als das Internet ist – klar, dass das nicht funktioniert und der Hackerangriff auf dem Fuße folgt – und wie „krass cool“ es doch ist, einen Brief völlig „oldschool“ zu „posten“.

Ein echter Franke ist Georg Königer allerdings nicht – er stammt aus Münster, hat aber seinen Einbürgerungstest mit dem Genuss eines Schäuferlas bestanden, wie er in einem Song beschreibt.

Dass die drei das Schäuferla zum Weltkulturerbe erheben wollen, verwundert daher nicht. Sie scheitern dann allerdings an dem Antrag, die prämierte Bratwurst eines Laufer Metzgers in den kulturellen Adelsstand zu erheben.

Der Wahlkampfberater eines fränkischen Dorfbürgermeisterkandidaten wendet amerikanische Methoden an und die Weltpolitik in Ungarn USA oder der Türkei wird kurzerhand in einer Hitparade verarbeitet. Verrückter geht’s kaum.
Nach etwa zweieinhalb Stunden Programm ist das gutgelaunte und begeisterte Publikum im PZ-Kulturraum endgültig mit TBC „infiziert“.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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