Westernkonzert des Soundorchesters

High Noon in der Sportarena

Gewohnte Qualität lieferten Orchesterleiter Erhard Feil mit seinen rund 70 Musikern beim Western-Konzert in der Burgthanner Sportarena2012/11/sob1_New_1353505201.jpg

BURGTHANN – An zwei Abenden verzauberten die rund 70 Musikerinnen und Musiker des Sound Orchesters Burgthann unter Leitung von Erhard „Eddie“ Feil mit ihrer Show die Zuhörer in der Sportarena und ließen Winnetou und Co musikalisch lebendig werden.

Weite, Prärie, Herden, Staub, Einsamkeit, Sonnenuntergänge am Lagerfeuer – welche Bilder erscheinen nicht vor dem inneren Auge,sobald das Wort „Western“ fällt. Tapfere Helden kämpfen gegen Ungerechtigkeiten, Schurken morden und rauben, schwerfällige Wagentrecks arbeiten sich mühsam quer durch den Kontinent, trotzen Hitze und Kälte wie Indianerüberfällen. Und erst die Musik dazu, die all diesen Gefühlen und Stimmungen Ausdruck verleiht, der Entschlossenheit beim Showdown vor dem Saloon, dem zu allem entschlossenen Siegeswillen beim gemeinsamen Kampf gegen die erdrückende Übermacht. Westernmusik schrieb nicht nur im Film Geschichte, sondern prägte Generationen von Fans. Ein großartiges Wiederhören mit ihr machte jetzt das Burgthanner Soundorchester (SOB) bei seiner diesjährigen Mottoshow „Go West“ möglich.

„Newcomer“ stimmten ein

Wer kommt bei diesem romantischen Thema nicht ins Träumen? Bevor allerdings die Western-Show losgaloppierte, stimmten die „Newcomer“ mit einer schwungvollen Western-Suite und „Don’t be cruel“ (Elvis Presley) auf den Abend ein. Sieben bis 60 Jahre alt sind die 25 Ensemble-Mitglieder und der Mann am Schlagzeug, Moritz Kunst (7 Jahre), hatte an diesem Abend Premiere. Er war eine Woche davor das erste Mal zur Probe gekommen, hatte sich ans Schlagzeug gesetzt. Feil war gleich so von seinem Rhythmusgefühl beeindruckt, dass er ihn vom Fleck weg zum Auftritt bei der Motto-Show verpflichtete.

Nach großem Applaus für diesen temperamentvollen Auftakt öffneten sich endgültig die Türen des Burgthanner Western-Saloon und mit verschiedenen Medleys ging’s durch das weite Land der Westernmusik.

Flotte und humorvolle Moderation durch den Abend boten wie in den Jahren zuvor Sven Kurde (Sheriff Benno Stachelhammer) und Yvonne Kapp (Frosch Pancho) – sie suchten nach dem vermissten Frosch Sancho. Perfekte Lichtschau in allen Farben schließlich setzte die Bühne effektvoll in Szene, war damit das i-Tüpfelchen der grandiosen Show.

Herrlich das Wiederhören von „Wandrin’ Star“, das mit seinem gemütlichen Rhythmus an die Vieh- und Wagentrecks erinnert oder von „Bonanza“, bei dem man das Getrappel der Hufe hört und meint, gleich Hoss Cartwright heranreiten zu sehen. Mit viel Power, Tempo und Gefühl klang das beim SOB so perfekt wie die originale Filmmusik, souverän und mit professioneller Sicherheit gespielt von den Hobbymusikerinnen und -musikern.

Mit gewohnter Blasmusik hat das nicht mehr viel gemein, sondern ist, was Klang und Arrangements betrifft, sehr voll und komplex.

Musikalisch befindet man sich hier im oberen Schwierigkeitsgrad, wie Feil bestätigt, der jeweils das Thema der Motto-Show festlegt und die entsprechenden Noten und Arrangements internationaler Komponisten auswählt. Eine Qualität, die man hört und die mitreißt. Wie bei den „Moments of Morricone“, einem Medley zu Filmmusik von Ennio Morricone. Aus seiner Feder stammt unter anderem die unvergessliche Musik der Italowestern „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zwei glorreiche Halunken“. S

chon diese Titelmelodie („Harmonica“) ist an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten, während „Farewell to Cheyenne“ und „Once upon a time“ fast etwas Heiteres ausstrahlen. Großartig auch „Do not forsake me, my darling“ (High Noon) und die SOB-Version von „Die glorreichen Sieben“ aus dem gleichnamigen Film, der den Anstoß zu dem Western-Motto gab.

Doch nicht nur Western-Fans kamen auf ihre Kosten. Nach der Pause bewies das SOB, dass es sich auch bei Dixie- bis Marschmusik, von Disco- bis Tanzmusik zu Hause fühlt, beim River Kwai-Marsch wie „Don’t cry for me Argentina“ und „We are the Champions“.

Das ging ins Blut und still auf den Stühlen sitzen war eigentlich unmöglich. Soundorchester Burgthann steht für beste Stimmung, erstklassige Unterhaltung, großartigen Sound – Eddie Feil und seinem Orchester kann man zu dieser Idee und ihrer Motto-Show nur gratulieren.

Dorothée Krätzer

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