Getanzte Märchenstunde: „Hänsel und Gretel“

Über 40 Kinder tanzen in Dehnberg das bekannte Grimmsche Märchen: Die von Hänsel gestreuten Brotkrumen fressen die Vögel auf – dargestellt von den jüngsten Tänzerinnen. Foto: Müller2012/02/37863_ballettdhtkinderpremiere_New_1328547964.jpg

DEHNBERG — Ballett und zugleich Märchenlesung ist „Hänsel und Gretel“. Die neue Produktion, für die das Dehnberger Hof Theater mit dem Nürnberger Ballettförderzentrum kooperiert, hatte am Sonntag Premiere.

Über 40 Kinder und junge Erwachsene tanzen die Geschichte des berühmten Geschwisterpaars aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. Der Schauspieler Rolf Kindermann liest den leicht gekürzten Originaltext und führt so durch die Handlung.

Mit detailreichen Kostümen und Szenen voller Spannung begeistern die Tänzer des Ballettförderzen­trums Nürnberg ihre Zuschauer. Egal ob die Vögel, die die von Hänsel gestreuten Brotkrumen essen, die Bäume des dunklen Walds, die Flammen, die die Hexe verbrennen oder das Entlein, das Hänsel und Gretel über einen Fluss wieder zu ihrem Vater zurückbringt: Viele Elemente des Volksmärchens werden auf die Bühne gebracht.

So lenkt die Inszenierung den Blick auf die Kleinigkeiten, die beim bloßen Lesen des Märchens schnell unter den Tisch fallen. Auch Engel und Sterne treten, personifiziert durch Tänzerinnen, auf und sorgen für anmutige Ballettszenen. Sie symbolisieren die Nächte, die Hänsel und Gretel ausgesetzt im Wald verbringen müssen. Ein tänzerisches Highlight ist der Auftritt der bösen Hexe, die das Duo auf mit ihrem furiosen Tanz in Angst und Schrecken versetzt.

Der Text, den Schauspieler Rolf Kindermann in kurzen Teilstücken vorträgt, treibt die Handlung voran. Er ist dem Geschehen stets ein wenig voraus. So kann keine Verwirrung aufkommen. Darin sieht Ralf Weiß, der Leiter des Dehnberger Hof Theaters, einen großen Vorteil für Zuschauer, die sonst keine Ballettaufführungen besuchen: „So muss der Gast keine Angst haben, dass auf der Bühne Leute tanzen und er gar nicht versteht, worum es geht“, erklärt er.

Langjährige Kooperation

Seit zwölf Jahren schon arbeiten das Theater und das Ballettförderzentrum zusammen. In diesem Jahr ist – neben „Hänsel und Gretel“ – sogar noch ein weiteres gemeinschaftlich erarbeitetes Stück geplant: „Bilder einer Ausstellung“ soll im Herbst in Dehnberg als Ballett aufgeführt werden. Das Märchenballett „Hänsel und Gretel“ steht mindestens noch bis April oder Mai dieses Jahres auf dem Programm. Inszeniert hat es Raymund Maurin, der Leiter des Ballettförderzentrums.

Die Mitwirkenden im Alter von acht bis knapp über 20 Jahren befinden sich alle im Ballettförderzentrum entweder in der Vor- oder in der Berufsausbildung. Die Musik für das Märchenballett besteht fast ausschließlich aus unbekannteren Stücken des Komponisten Engelbert Humperdinck, der auch die Oper „Hänsel und Gretel“ verfasst hat.

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