Tonstudio in Hersbruck

Für die CD zu Hersbrooklyn Recordings

Florian Helleken ist an den hunderten Reglern seines Mischpults voll in seinem Element. | Foto: Gurguta2021/01/DSC03002.jpg

HERSBRUCK (jg) – Der Keller der Musikschule Helleken-Bielesch im Hersbrucker Süden birgt ein Geheimnis. Neben Musikunterricht können hier seit 2018 Bands und Musiker ihr neuestes Material in einer heimeligen Atmosphäre aufnehmen. Alles unter der Leitung des Hersbrucker Multiinstrumentalisten und Lokalmatadors Florian Helleken.

Erste Berührungspunkte mit Musik hat Florian Helleken schon in seinen ersten Lebensjahren erfahren. Seine Eltern betrieben gemeinsam eine Musikschule, in der sie eine große Bandbreite an Instrumenten lehrten. „Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich Schlagzeuger in einer Band werden will“, erzählt er. Und so kam es auch. Bereits mit sieben Jahren gründete er seine erste Band „Spiderboys“ mit Freunden aus dem Kindergarten. Seitdem habe er die Drumsticks nicht mehr aus der Hand gelegt. Einflüsse habe es über die Jahre viele gegeben. Derzeit beeindrucke ihn der Stil des bereits verstorbenen Led Zeppelin-Drummers John Bonham.

Tour durch Europa

Ab 2003 besuchte er die Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen, die er als staatlich geprüfter Leiter im Laienmusizieren abschloss. Zeitgleich verbuchte er erste Erfolge mit „The Audience“. 2006 verschlug es ihn nach Frankfurt an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Wegen regelmäßiger Tourneen durch ganz Europa und des ständigen Pendelns zwischen Frankfurt und Hersbruck habe er sein Studium verlängern müssen. „Das war auch sehr wichtig für mich, denn Praxis hat meiner Meinung nach oberste Priorität in der Musik“, erklärt der 34-Jährige. Das sei auch für seine Dozenten verständlich gewesen. „Für diese Unterstützung bin ich ihnen heute sehr dankbar“, sagt er.

Der Erfolg dieser Herangehensweise machte sich spätestens 2009 bemerkbar. In diesem Jahr gewann „The Audience“ den Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Drei Jahre später, nach insgesamt neun Jahren Bandgeschichte, löste sich die Gruppe auf. Grund dafür seien die verschiedenen Prioritäten der Bandmitglieder gewesen. Groll habe Helleken deswegen nie gehegt, er hatte Verständnis. „Jeder befand sich in einer anderen Lebenssituation, das ist auch ganz normal“, ergänzt er.

Vom Schüler zum Lehrer

Dieser Rückschlag habe Florian Helleken aber keineswegs an seinem Lebenstraum gehindert. Ihn treibe nicht nur die Musik selbst an, sondern alles, was damit zusammenhängt. Seit mehreren Jahren schon tritt er in die Fußstapfen seiner Eltern und verdient sein Geld unter anderem als Schlagzeuglehrer. „Das hat mir von Anfang an gefallen, denn nicht nur meine Schüler lernen von mir, sondern ich lerne auch von meinen Schülern“, sagt er glücklich.

Dabei gehe es ihm nicht um das Geld. Durch den Unterricht habe er auch seine pädagogische Ader erkannt. Er lehrt an zwei staatlichen Schulen und trainiere außerdem privat zahlreiche Schüler aus Hersbruck und Nürnberg.

Die Corona-Pandemie habe ihn trotz Selbstständigkeit nicht hart getroffen, weil er sehr schnell das Potenzial von Lehrstunden über Skype erkannte. „Natürlich war das anfangs eine große Umstellung, aber jetzt sind meine Schüler und ich sehr zufrieden.“ Am stärksten ausgewirkt habe sich die Pandemie auf die zahlreichen Bands, in denen er derzeit spielt. Menschenansammlungen und Events sind wegen der strengen Auflagen seit einem Jahr nicht mehr oder nur begrenzt möglich. „Wenn alle Konzerte ausfallen fehlt einfach etwas, egal ob als Zuschauer oder als Musiker“, erklärt er.

Aufnahmen für alle

Sein neustes Projekt versteckt sich im Keller der Musikschule Helleken-Bielesch in der Leutenbachstraße in Hersbruck. Diesen habe sein Opa, ein gelernter Schreiner, gemeinsam mit seinem Vater vor langer Zeit ausgebaut und abgedämmt. Geplant als Raum, um ungestört musizieren zu können. „Außerdem die perfekte Voraussetzung für ein Aufnahmestudio“, ergänzt Helleken.

Diesen Traum konnte er sich 2018 erfüllen, als er Hersbrooklyn Recordings ins Leben rief. „Der Name ist ursprünglich ein Running Gag unter Freunden“, erklärt er amüsiert. Außerdem schätze er schon immer die amerikanische Musikszene aus Brooklyn. Mittlerweile seien schon acht Bands und Musiker bei ihm gewesen. „Die Musiker kamen nicht nur aus Hersbruck und Nürnberg, sondern auch aus Wiesbaden, Würzburg, Berlin, Bremen, aber auch aus Texas und Glasgow“, erzählt er stolz. Das ergebe sich alles dank seiner guten Kontakte in die Bandszene.

Gelernt habe er das Aufnehmen einerseits theoretisch in seinem Studium und andererseits praktisch durch Übung mit seinen Bands. Falls er doch mal an seine Grenzen kommt, könne er sich auf seine zwei Mitstreiter und Freunde Christian Hielscher und Peter Derrfuß verlassen. Die beiden Nürnberger Tontechniker und Musikproduzenten bringen eigene langjährige Erfahrung mit. Willkommen sei in seinem Studio jeder Musikstil. „Allerdings sollte es einen gemeinsamen Konsens geben“, ergänzt Helleken. Auch preislich liege er weit unter dem Standard größerer Studios.

Dabei solle die Qualität allerdings nicht zu kurz kommen. „Mir geht es um eine schöne Erfahrung und gute Aufnahmen, das ist es, was zählt“, erklärt er. Die Rolle von Hersbruck sei dabei auch wichtig. Es handele sich nicht nur um seine Heimat und Jugend, sondern auch um eine Szenestadt. „Hersbruck hatte schon immer einen starken musikalischen Spirit und der soll auch in Zukunft bestehen bleiben!“

Wer Interesse hat, kann Florian Helleken kontaktieren: Mobil: 
0171/ 9929143, E-Mail: [email protected], Homepage: http://florianhelleken.de/index.
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