Sebastian Reich in Geru-Halle

Freches Nilpferd packt aus

Vertauschte Rollen – wer ist jetzt hier der Bauchredner? | Foto: S. Baderschneider2017/03/Amanda.jpeg

HERSBRUCK (sb) – In der bis auf den letzten Platz ausverkauften Geru-Halle in Hersbruck lieferten sich Bauchredner Sebastian Reich und sein kesses Nilpferd Amanda einen rasanten Schlagabtausch. Organisiert vom Förderverein der Grete-Schickedanz-Mittelschule lieferten Reich und seine tierischen Mitstreiter einen schweren Angriff auf die Lachmuskeln der Gäste.

Mit Reich und Amanda hat der Förderverein einen echten Künstler mit Reichweite eingeladen. Das „Duo“ aus der Nähe von Würzburg ist inzwischen in ganz Deutschland bekannt und erreicht mit Fernsehauftritten bei „Fastnacht in Franken“ aus Veitshöchheim oder auch „Nightwash“ aus Köln ein breites Publikum.
„Amanda geht es nicht gut“, erfährt das Publikum als vorsichtige Warnung, noch bevor der eigentliche Star auf der Bühne erschienen ist. Und um Amanda trotzdem milde zu stimmen, werden Motivationstafeln im Publikum verteilt. Die anwesenden Stöppacher werden kurzerhand zum Fanclub ernannt, die kleine Amy ist Amandas größter Fan und Jochen aus Baiersdorf hat die zweifelhafte Ehre, für einen Abend lang Amandas Objekt der Begierde zu sein.

Alltag mit Nilpferd
Sehr schnell wird klar: Das Zusammenleben mit einem launischen Nilpferd birgt im Alltag offenbar viele Tücken. Insbesondere, wenn der eine versucht, eine Diät durchzuhalten und die andere dies als hinterhältigen Anschlag auf das eigene Wohlbefinden wertet. Auch das Singledasein ist mit Nilpferd nicht einfacher. Die Frage, ob Amanda ein Einzelzimmer bekommt, muss nicht nur aus diesem Grund geklärt werden. Und bei näherer Betrachtung hört es sich in der Tat ein wenig bedenklich an, dass Reich darauf besteht, sich ein Doppelzimmer mit einer Puppe zu teilen, wenn man das mal so ganz offen anspricht.

Amanda packt übrigens wirklich aus! Kurz vor der Pause verrät sie Reichs Handynummer, damit ihre Fans (und heimlichen Verehrer) Lob und Fragen schicken können, die dann im zweiten Teil vorgelesen werden. Das lohnt sich für ein Nilpferd auf Diät: Drei Mädchen opfern ihre Schokoriegel, um Amanda bei Laune zu halten.
Das Programm lebt von der Interaktion mit dem Publikum und den frechen und manchmal auch ein bisschen gemeinen Respektlosigkeiten der Puppen. Denn Amanda ist nicht die einzige Protagonistin. Auspackhilfe bekommt sie vom fränkischen Hausmeister-Maulwurf und einem schwer kalauernden Esel, der – während sich Amanda zu tiefer Besinnung hinter die Bühne zurückgezogen hat – aus dem SNK (Stimmung-Notfall-Koffer) gezogen wird. Am Ende erscheint sogar der ominöse Spezi-Fisch, der sich durch das ganze Programm gezogen hat.

„Zaubereiiiii“
Zum Abschluss gibt Reich eine Kostprobe seiner zweiten Berufung als Bühnen-Magier. In dem Koffer, der zu Beginn des Abends fest verschlossen und gut sichtbar auf der Bühne platziert wurde, befindet sich ein Brief, in dem auf magische Weise alle Beteiligten aus dem Publikum aufgelistet sind – inklusive Stöppacher Fanclub. Wie das sein kann? Amanda weiß Bescheid: „Zaubereiiiii!“

N-Land Hersbrucker Zeitung
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