Pressekonferenz

Einstimmung aufs Gitarrenfestival Hersbruck

Bürgerbüro-Chef Matthias Brunner, künstlerischer Leiter Johannes Tonio Kreusch, Bürgermeister Robert Ilg und Mario Pichler von der Psorisol (v. links) stimmten auf das Gitarrenfestival ein. | Foto: A. Pitsch2019/07/IMG_6066.jpg

HERSBRUCK – „Ich gestalte das Festival so, dass mir an keinem Tag langweilig wird.“ Und den Gästen und Teilnehmern soll es beim 20. Internationalen Gitarrenfestival Hersbruck auch so gehen, wünscht sich Johannes Tonio Kreusch.

Als er vor 15 Jahren dazugestoßen sei, sei die Veranstaltung klein gewesen, aber schon mit besonderem Flair. Zum 20. Geburtstag wollte der künstlerische Leiter keines Falls ein Klassentreffen veranstalten. „Denn man kann ja nicht allen gerecht werden und einladen.“

Daher habe er sich für die „eine Woche Gitarrengenuss pur“, wie es Bürgermeister Robert Ilg sagte, für „ganz viele neue Gesichter“ entschieden. Die Stars der Gitarren- und anderen Musikszenen habe er wieder ungewöhnlich miteinander kombiniert, so Kreusch.

Schmankerln in Vorfeld

Aber müsste es zum 20-Jährigen nicht etwas Besonderes geben? „Wir wollen festhalten an dem, was das Festival groß und stark gemacht hat“, ergänzte Ilg. Dafür habe es ja im Vorfeld „ein tolles Jubiläumswochenende“ in der Region gegeben. Als weiteres Schmankerl wartet am 9. August die Eröffnung der zweiten Auflage von „Kunst im Fluss“, verriet Ilg.

Für die Musiker sei es mittlerweile ein Muss, in Hersbruck aufzutreten; erst dann sei die künstlerische Vita komplett, erzählte Ilg stolz und gab damit Mario Pichler von der Psorisol recht, dass Kreusch mittlerweile eine Bewerberliste führen kann. Pichler, der die Pressekonferenz in der Klinik als Wertschätzung für sein Haus empfindet, resümierte, dass die Psorisol zwar älter sei als das Festival, aber nicht so kosmopolitisch.

Und wer die Liste der Künstler liest, wird rasch merken, dass die halbe Welt vertreten ist. Schon alleine am Eröffnungsabend (Samstag, 10. August, 19.30 Uhr, Geru-Halle) treffen Deutschland und Argentinien aufeinander. Während „einer der bekanntesten Klarinettisten Deutschlands“, so Kreusch, David Orlowsky, mit seinem Trio auf Abschiedstournee ist, wird das Luis Borda Trio ein „Tribute to Piazzolla“ mitbringen.

Aus aller Welt

Gleich 15 Stipendiaten – dank der Unterstützung von Förderverein und Hersbrucker Bürgerstiftung, wusste Kreusch zu berichten – werden am Sonntag, 11. August, um 10 Uhr die Matinée in der Fackelmann Therme gestalten. Sie kommen laut Kreusch unter anderem aus Mexiko, Chile und dem Iran.

Ab 19.30 Uhr lasse sich dann in der Stadtkirche konzertant die Entwicklung der Gitarre verfolgen. Eduardo Egüez, Jan Depreter und Pavel Steidl bringen Laute, romantische Gitarre und Stücke des vergangenen Jahrhunderts zum Klingen. „Wer noch frühere Musik kennenlernen will, der muss Montag kommen“, lud Kreusch um 19.30 Uhr in die Geru–Halle ein. Das Rabih Abou-Khalil-Trio steht für Weltmusik. Eingeleitet werde der Abend von Flamenco-Star Jose Carlos Gomez.

Mehrere Uraufführungen im Beisein der Komponisten sowie „bekannte Gitarrenschmankerl“ pries Kreusch für Dienstag (13. August, 19.30 Uhr, Geru-Halle) an. Dafür sorgen werden Anabel Montesinos und Marco Tamayo, Philippe Villa sowie Atanas Ourkouzounov und Mie Ogura.

Bei der Fingerstyle Night zu Wochenmitte (14. August, 19.30 Uhr, Geru-Halle) hatte vergangenen Sommer der Finne Petteri Sariola beeindruckt, schwärmte Kreusch. Daher komme er wieder. Die Bühne teilt er sich mit Alexandr Misko und dessen „einzigartiger Gitarrentechnik“ sowie Liedermacherin Christina Lux und ihren „tollen Botschaften“.

Legendär werde es am Donnerstag (15. August, 19.30 Uhr, Geru-Halle) mit den Assad Brothers, so Kreusch. Gleiches gelte für den Freitag (16. August, 19.30 Uhr, Geru-Halle). Der Grund heißt Carlos Barbosa-Lima. „Er hat sein Deutschland-Debut hier gegeben, deshalb haben wir ihn zum 20. eingeladen“, erläuterte Kreusch. Zugleich geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, so Kreusch: Stochelo Rosenberg und das Gismo Graf Trio kommen in die Stadt. „Das gelingt dank langjähriger Sponsoren, von denen einige zum Geburtstag noch was draufgelegt haben“, gab Ilg preis.

Bagger im Ohr

Vorher findet um 16 Uhr das Abschlusskonzert der Workshopteilnehmer im AOK-Bildungszentrum statt. Rund um dieses werden Bauarbeiten stattfinden, informierte Marco Krämer von der AOK Bayern. Denn am 8. Juli werde die Baustelle eingerichtet und während des Festivals laufen die Bodenarbeiten für den Neubau, so Krämer.

„Die Bauphase ist bis Juli 2022 geplant, das alte Gebäude wird derweil in voller Auslastung weiter genutzt.“ Bis Dezember 2022 sollen Abriss, Renaturierung und Entsiegelung geschafft sein. Daher freute sich Ilg über die Zusage der AOK, die Hersbruck Musik Akademie bis 2021 weiter zu beherbergen.

Diese wird in diesem Jahr mit einem „breit gefächerten Programm wie nie“ aufwarten, machte Kreusch neugierig. Die Lehrer geben in zig Seminaren, Workshops und Vorträgen „Einblick in ihre Kunst“. Da wird Kreusch sicher nach dem Festival wieder – wie jetzt schon so oft – hören: „Ihr habt ein so tolles Programm.“

Interview mit dem Künstlerischen Leiter Johannes Tonio Kreusch und Hersbrucks Erstem Bürgermeister Robert Ilg
N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch