Streckenbach und Köhler im PZ-Kulturraum

Ein virtuoses Duo

Streckenbach (rechts) und Köhler lieben und necken sich- und das Publikum gleich mit. | Foto: Stegmeier2017/02/Streckenbach.jpg

LAUF — Die Begrüßung durch das Publikum war Streckenbach ein wenig zu zurückhaltend. Der zweite Versuch war besser, der Beifall überzeugender – und von da an hatten „Streckenbach und Köhler“ mit ihrem Programm „Hüften aus Gold“ die Zuschauer im PZ-Kulturraum sicher im Griff.

Das ist wichtig bei einem Programm, bei dem das Publikum nicht nur applaudieren darf, sondern mitspielen muss, ob als dankbare Empfänger von Schokobonbons, als Chor oder als Mitspieler auf der Bühne. Bei dem rasanten Abend bleibt kein Auge trocken.

Es lebt vom Zusammenspiel des selbstverliebten „André von Streckenbach“, der stets auf seine klassische Gesangsausbildung verweist, mit „Köhler“, der eh nix zu sagen hat, und außer ein bisschen Klavier spielen, nix kann.

In Wirklichkeit kann das Alexander Köhler, ebenfalls studierter Musiker, natürlich hervorragend. Und dass er nicht erst am Schluss das Publikum auf seiner Seite hat, gehört ebenfalls zum Bühnenprogramm der beiden. Das bewegt sich musikalisch zwischen Klassik, Swing und Hip-Hop, die Musik-Kabarettisten bedienen sich ungeniert bei allen Stilrichtungen, die Texte werden frech umgedichtet und nach Lust und Laune ver- und bearbeitet.

Mit Freude am Experimentieren nimmt Köhler mittels Loopfunktion auf mehreren Spuren Geräusche auf, die den rhythmischen Untergrund für die eine oder andere Nummer legen. Und als Gegenpart zur narzisstischen Nabelschau des Tenors gewinnt er im Lauf des Abends als Underdog – wie könnte es anders sein – die Sympathien des Publikums.

Mit Lust am Blödeln und Spaß am musikalischen Unfug unterhielten die Komiker aufs Beste, wie immer bei Comedy, mussten insbesondere die Zuschauer in der ersten Reihe gute Miene zum nicht so ganz bösen Spiel machen. Doch Thomas, Sven und Sabine machten souverän mit und trugen damit zum Gelingen des Abends bei.

Das Publikum bedankte sich für zwei höchst amüsante und unterhaltsame Stunden mit lang anhaltendem Applaus. „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens wurde zum furiosen musikalischen Finale einer musik-kabarettistischen Show, die ihresgleichen sucht. Die zweite Zugabe zeigte dann eine ganz andere, ernsthafte Seite der beiden. Mit einem nachdenklichen, wunderbar interpretierten Chanson von  Reinhard Mey entließen die Komödianten ein begeistertes, nach dem furiosen Programm etwas beruhigteres Publikum in die Nacht.

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