Sebastian Reich und Amanda im DHT

Ein Nilpferd zum Küssen

Große Liebe: Amanda und Sebastian Reich im DHT. | Foto: Cichon2017/05/Sebastian-Reich-und-Amanda-DHT-2-ci1.jpg

LAUF — Abnehmen, Single-Dasein und eine geheime Kiste: Darum ging es beim Auftritt des Würzburger Bauchredners Sebastian Reich und seiner Kunstfigur Amanda, der frechen Nilpferddame. Im Dehnberger Hof Theater traten sie mit ihrem aktuellen Programm „Amanda packt aus“ auf. In dem rund zweistündigen Programm sorgte vor allem das vorlaute Nilpferd für zahlreiche Lacher.

Schon vor dem Auftritt zeigt sich die Beliebtheit des Duos: Einige Zuschauer tragen Fan-T-Shirts. Andere unterhalten sich begeistert über vorangegangene Auftritte. Ein Kind hält stolz eine Plüschausgabe von Amanda im Arm. Dann ist es soweit: Reich tritt auf die Bühne und testet erst einmal, die Applausqualitäten der Zuschauer. Denn: Der Bayerische Rundfunk zeichnet den Auftritt auf und strahlt ihn Ende Mai aus.

Bevor Reich sein Alter Ego Amanda auf die Bühne holt, nimmt er sich aber erst einmal Zeit für das Publikum. Er hängt eine ominöse Metallkiste an ein Gestell auf der Bühne. Diese gehöre der Nilpferddame und jemand müsse auf den Schlüssel aufpassen, bis Amanda die Kiste öffnen möchte, erklärt Reich. Schnell ist jemand aus dem Publikum auserkoren auf den Schlüssel aufzupassen: Udo.

Ehe sich der Gast groß wehren kann, bekommt er noch ein Schild mit der Aufschrift „Amanda, ich will ein Kind von dir!“ in die Hand gedrückt. Das solle er hochhalten, wenn Amanda auf die Bühne kommt. Und der kleine Fabian wird zu Amandas größtem Fan auserkoren, was er auch mit einem Schild ausdrücken soll.

Fleißig schwenken die beiden ihre Schilder, als Reich mit Amanda auf dem Arm, begleitet von einer Lichtshow und tosendem Beifall, zurück auf die Bühne kommt. Direkt beschwert sich das Nilpferd, dass Reich ihr nichts zu essen gebe, weil er versuche abzunehmen. „Neulich gab es Tomatensuppe à la Sebastian Reich. Das war heißes Wasser in einem roten Teller“, empört sich Amanda und heimst ein bedauerndes „Ooooh“ des Publikums ein.

Dann plaudert das forsche Nilpferd aus, dass Reich Single ist und schlägt ihm vor, eine Kontaktanzeige aufzugeben. „Aber du bist doch auch noch Single“, entgegnet er. „Ich war Single“, sagt Amanda mit Nachdruck und schmachtet ein langgezogenes „Udooo“ in Richtung Zuschauerraum. Reich meint, Amanda wisse ja gar nicht, wie man flirtet. „Du musst ein bisschen witzig sein“, rät er ihr. Daraufhin kalauert das Nilpferd: „Was heißt auf Englisch ‚die Kuh ist fort‘? „Oxford.“

Ein Schlagabtausch zwischen dem Bauchredner und seiner Kunstfigur folgt dem nächsten. Den Zuschauern gefällt es. Meist ist es das niedliche, aber eben nicht auf den Mund gefallene Nilpferd, das die Lacher auf sich zieht. Reich selbst gibt sich als eher machtloser Gegenpart. Ein Konzept, dass sich durch den Auftritt zieht.

Bevor sich dieses abzunutzen droht, sorgt ein neuer Charakter für Abwechslung: Schorsch, der frän-kisch sprechende Maulwurf. Dieser kennt zwar Reich nicht, obwohl er immer den Frankenfasching im Bayerischen Fernsehen anschaut, bei dem der Bauchredner zu Gast war. Dafür erinnert er sich sofort an Amanda, „des klaane Seepferdla“.

Auch nach der Pause steht das Publikum wieder im Mittelpunkt. Amanda hatte zuvor ganz heimlich Reichs Handynummer verraten, damit ihr die Zuschauer während der Unterbrechung Nachrichten schicken können. Und tatsächlich gingen 27 SMS ein. Tina und Dietmar bieten Amanda ein Einzelzimmer an, dass sie sich zuvor von Reich gewünscht hatte. In einer anderen Nachricht fragt jemand: „Hallo Amanda, warum gibt es Sebastian eigentlich nicht als Plüschfigur?“.

Es geht abwechslungsreich weiter. Reich präsentiert seine Geheimwaffe: den roten „Stimmungsnotfallkoffer“. Daraus kommt ein völlig überdrehter Esel zum Vorschein. Dieser brüllt ständig „Wir brauchen Stimmung!“ und rattert ohne Pause Kalauer herunter, bis ihn Reich wieder zurück in den Koffer verfrachtet. Dann verrät der Bauchredner Amanda, dass sie eigentlich nur durch ihn zum Leben erweckt wird. Daraufhin dreht sie den Spieß um und lässt ihn die Handpuppe spielen.

Zum Schluss bekommt Udo noch seinen großen Auftritt. Er darf Amandas geheimnisvolle Kiste öffnen. Darin sind Pralinen und ein Brief an ihn, in dem sie ihn um eine Umarmung und ein Küsschen bittet. Nach den Liebesbekundungen meint Amanda verschmitzt: „Horst, es ist nicht so, wie es aussieht.“

Der Bayerische Rundfunk strahlt den Auftritt von Sebastian Reich & Amanda im Dehnberger Hof Theater am kommenden Freitag, 26. Mai, und Freitag, 2. Juni, jeweils um 22 Uhr aus.

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