Sänger „Flamyngus“ drehte sein Musikvideo in Laufer Friseursalon

Ein musikalischer Träumer

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Der Laufer Pop–Musiker Stefan Beranek tritt seit Januar unter seinem neuen Künstlernamen „Flamyngus“ auf. Das Musikvideo zu seiner ersten Single „Zerstreut“ hat er in einem Friseursalon in der Laufer Kunigundensiedlung gedreht. Seit gestern ist das Lied auf Youtube zu sehen.

Stefan Beranek ist ein mittelgroßer, dünner Mann, der vor allem durch seine hochtoupierten, blonden Haare und die silberne Kette an seinem linken Ohr auffällt. Begeistert erzählt der 24-Jährige von seinen Zielen und der Aussage, die er mit seiner Musik verbreiten möchte. „Wir leben in einer Gesellschaft, die viele feste Regeln hat und sehr perfektionistisch denkt. Der Druck auf die Menschen ist extrem“, sagt Beranek.

Er wolle als Musiker dazu animieren, diese zwanghaften Konventionen hinter sich zu lassen und den eigenen Träumen zu folgen. „Wir sollten uns in den 70, 80 Jahren, die wir leben, nicht mit Selbstvorwürfen wie ,Ich bin nicht gut genug‘ oder ,Ich sehe nicht so aus wie die anderen‘ plagen. Wir sind die Generation ‚Burn–Out‘, die sich bis zum Limit pusht“, findet Beranek. Er selbst verabschiedete sich von den aktuellen Regeln der Musikbranche als er vor zwei Jahren beschloss, für seine Lieder den Stil Deutsch–Pop mit modernen Electro–Beats und dem Pop der 80er Jahre zu vermischen.

Beranek wuchs in der Laufer Kunigundensiedlung auf und kommt aus einer musikalischen Familie. Auf die Blockflöte mit sechs Jahren folgte die Klarinette und anschließend die Gitarre. In der 12. Klasse am Christoph–Jacob–Treu–Gymnasium fasste er sich ein Herz und nahm Gesangsunterricht. „Ich wollte schon immer singen, aber ich habe mich vorher nicht getraut. Mit meiner damaligen Band spielte ich bei unserem Abiball mein erstes selbst geschriebenes Lied und die Reaktionen waren positiv. Da habe ich beschlossen: ,Jetzt probierst du es‘“, erzählt Beranek.

An der Berufsschule für Musik in Dinkelsbühl machte er eine dreijährige Ausbildung zum Gesangslehrer und Chorleiter, womit er heute sein Geld verdient. Im Sommersemester 2017 begann er sein Wunschstudium des Pop–Gesangs an der Musikhochschule Osnabrück. Neben dem Studium formt er seit zwei Jahren das Projekt Flamyngus. Er komponiert Lieder, die er mit seiner Band einspielt und plant seine Auftritte.

Marketing, Aufnahmen, Bewerbungen bei Festivalleitern – noch ohne Label übernimmt Beranek alle nötige Organisation selbst und bezahlt Werbung, Reisekosten und Videodrehs aus seiner Tasche als Gesangslehrer.

„Am Anfang fehlten die Kontakte, aber gerade läuft es recht gut und es macht mir Spaß, mich endlich auszuleben“, sagt Beranek.
Das erste Lied, das von Flamyngus erschienen ist, heißt „Zerstreut“. Auf der Suche nach einem passenden Drehort für das Musikvideo kam ihm das Friseurstudio „Hair Innovation“ in der Laufer Kunigundensiedlung in den Sinn. Dort lässt er sich seit Jahren regelmäßig die Haare schneiden.

„Das Friseurstudio ist eigentlich ein Ort der Entspannung. Ich wollte in meinem Video darstellen, dass sich die Person, von der das Lied handelt, selbst dort nicht entspannen kann. Die vielen Spiegel und Neonlichter passen außerdem perfekt zu meinem Stil“, erzählt Beranek.

Der Inhaber von „Hair Innovation“, Christopher Mayer, war sofort einverstanden. Am Drehtag im vergangenen Oktober räumte Beranek mit einem Filmteam aus Nürnberg das gesamte Studio aus und klebte die Fenster ab. Bis in die Nacht filmte das Team die Choreografie Beraneks, die er mit Stühlen und Föhnen daheim im Wohnzimmer geprobt hatte.

Im Januar stand die fertige Version des Videos, die seit Freitag, 15. März, auf Youtube betrachtet werden kann.

In der Zwischenzeit hat Beranek schon längst an seinen nächsten Vorhaben gebastelt. Vor seinem Auftritt auf dem Fürthfestival im kommenden Juli soll das zweite Video erscheinen. Für den Herbst ist eine Tour geplant.

Die Musik sieht Beranek als seinen Lebensmittelpunkt und als Flamyngus möchte er sich einen Namen in der Szene machen. „Es wird klappen!“, davon ist Beranek überzeugt.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck