Bea Weber stellt Debüt-Album vor

Ehrlich, geradlinig, persönlich

Gelungenes Debüt: Bea Weber überzeugt mit ihren musikalischen Wegbegleitern Wolfgang Vökl (links) und Manfred Christl Farnbach. | Foto: Voss2019/04/Altdorf-Beate-Weber-CD-Release.jpg

ALTDORF – Das Gitarrespielen lernt sie als Autodidaktin. Noten lesen kann die Ottensooser Bea Weber nicht. Bei der Vorstellung ihres Debüt-Albums „Footprint“ im ausverkauften Sport Bavaria in Altdorf merkt man davon jedoch nichts.

Viele Jahrzehnte hat Weber Musik gemacht und Songs geschrieben, die lange in der Schublade lagen. Eigentlich erstaunlich, weil sie unter anderem mit Manfred Christl Farnbach und Wolfgang Völkl Profis als musikalische Wegbegleiter an ihrer Seite hatte, mit denen sie auf Augenhöhe arbeitet. Gemeinsam mit Farnbach hat Weber jetzt ihr Debüt-Album „Footprints“ produziert.

Zwei Jahre Zeit haben sich beide dafür genommen. Entstanden sind einfühlsame Songs, die vom Leben mit all seinen Höhen und Tiefen erzählen, mit dezenter Percussion arrangiert, im Fokus Gitarrensound und Webers warme Stimme.

„Zieh’s durch. Wenn es keinem wehtut“

Im Sport Bavaria sind Farnbach und Völkl beim CD-Release vor ausverkauftem Haus dabei und Weber ist anzumerken, wie bewegt sie ist. Gar nicht einfach sei es, in Fränkisch zu texten und in Englisch Gitarre zu spielen, erklärt sie launig. Der Opener beschreibt die Angst davor, aufzugeben, ohne etwas je begonnen zu haben. Energisch setzt Weber nach: „I‘m not afraid of tomorrow!“ Angst kennt sie und hat gelernt, damit umzugehen. Die Songs des Albums machen Mut, dem Leben zu begegnen. Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, hat Weber eine klare Linie: „Zieh‘s durch. Wenn es keinem wehtut.“

Das Debüt geht unter die Haut

Webers Debüt im Sport Bavaria geht unter die Haut. Auch das Altdorfer Urgestein Volker Gross gesellt sich für einen Song dazu. Das Publikum ist begeistert und spart an diesem Abend nicht mit Applaus. Die Songtexte sind geradlinig und ehrlich, Weber sagt und singt, was sie bewegt und spart dabei nicht die dunklen Momente in ihrem Leben aus. Der Song „New Morning“, erzählt sie, habe es gerade noch auf die CD geschafft. Ein Titel, der ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte beschreibe. Es ist hör- und spürbar, dass am Ende dieses Kapitels ein Happy End stand.

Das Album überzeugt mit Tiefgang. Ein Gedanke an Leonard Cohen klingt dabei an: „There is a crack in everything, that‘s how the light gets in.“ Risse gibt es überall. Nur durch sie entsteht Dankbarkeit für die positiven Dinge des Lebens.

N-Land Susanne Voss
Susanne Voss