Im Hersbrucker Stadthaus

Dominik Heinz liest aus Krimidebüt

Immer wieder geht der Blick nach oben: Manche Passagen seines Krimis kann Dominik Heinz auswendig. | Foto: M. Wildner2019/03/Heinz1.jpeg

HERSBRUCK – Als „fulminant“ beschrieb Martin Lösch das Krimidebüt von Dominik Heinz. Die Besucher im gut besetzten Stadthaus waren wohl ähnlicher Meinung, lauschten sie doch gebannt der Lesung des ehemaligen HZ-Volontärs.

Ein ungewöhnliches Erstlingswerk habe der Autor da geschrieben, sagte Buchhändler Martin Lösch eingangs. Die Erklärung für den harten Krimistoff, der in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg spielt, lieferte Heinz postwendend: Sein Geschichtsinteresse habe er mit seinem Faible für die Kriminalistik verbunden, die er unter anderem bei regelmäßigen Einsätzen als Gerichtsreporter für die HZ entwickelt habe.

Erschrockene Blicke

Leises Raunen und erschrockene Blicke zum Nachbarn waren bei der Beschreibung zweier Leichen zu hören und zu sehen, die Heinz‘ Hauptfigur am Anfang des Buches vorfindet. Auch bei den grausigen Erinnerungen des Kriminalassistenten an seinen Einsatz an der Front entfuhr manchem Gast ein entsetztes „Oh 
Gott“.

Obwohl vor allem am Anfang zu merken war, dass dem Jungautor noch etwas Lesungserfahrung fehlt, folgten die Besucher doch gebannt der Geschichte. Und so, wie sich mit jedem gelesenen Absatz die Spannung erhöhte, schien der Autor im Gegenzug lockerer zu werden. Er ließ besonders einen Dialog zwischen dem Kommissar und einem Postboten sehr lebendig wirken.

Auch die Fahrt der Kriminalkommissare durchs Pegnitztal schien Eindruck zu hinterlassen. So kommentierte eine Besucherin, sie habe überlegt, welcher reale Ort Obergubach Pate stand.

Markante Stellen

Gekonnt pickte Heinz markante Stellen heraus und fügte dazwischen Erklärungen an, wodurch seine Gäste gut folgen konnten. Dass die sich auch für den Mann hinter dem Buch interessierten, wurde in der Pause deutlich: Mehrmals kam die Frage auf, woher Heinz sein Wissen nahm. Kurz darauf wich das heitere Geplapper wieder konzentriertem Zuhören.

Heinz gelang es, bei seiner erst zweiten Lesung die Besucher in die Welt der frühen 20er Jahre zu entführen. Und auch eine persönliche Signatur des Autors ließ sich der ein oder andere nicht entgehen.

„Drudenholz“, Emons Verlag, ISBN: 978-3-7408-0450-3, 256 Seiten, 10,90 Euro.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner