„Wurzelwerk“ von Gerhard Preiß mit Essays und Gedichten

Die schönen Dinge des Lebens

Der Autor Gerhard Preiß. Foto: privat2014/11/Preiss.jpg

ALTDORF – Gerhard Preiß hat sein drittes Buch veröffentlicht. Essays, Gedichte und Bilder verschmelzen in „Wurzelwerk“ zu einer Ode an die Natur.

„Wurzelwerk“ heißt das neue Buch des Altdorfers Gerhard Preiß. Das Thema seines Werkes, die Natur, fächert er auf in zahlreiche Essays, Gedichte und Bilder, vergleichbar mit dem weitverzweigten „Wurzelwerk“ eines Baumes. Womit wir auch schon bei einem seiner Lieblingsthemen wären: Bäume.

Im Essay „Das Symbol der Lebenskraft“ schreibt er: „Ist die nächtliche Flucht der Vorfahren vielleicht der Grund, warum Kinder in die Arme ihrer Mutter fliehen und sich von ihnen so leicht in den Schlaf wiegen lassen? Und erinnert sie das leise ,Schhhh, schhh!‘ beruhigend an das Rauschen der Blätter?“ Das wirkt für den Leser etwas weit hergeholt.

Vorher geht Preiß ein auf das biblische Alter, das Bäume erreichen können. Viele werden überrascht sein zu lesen, dass zwei Linden in Franken, die Kasberger Linde und die Effeltricher Linde, etwa tausend Jahre alt sind.

Genaue Beobachtung

Der älteste Baum der Erde soll in Schweden stehen und 9550 Jahre auf dem Stamm haben. In allen Essays zeigt sich Preiß’ außergewöhnlich gute Gabe zur genauen Beobachtung: „Im Winter tauchten wundersame Frostblumen an den Fensterscheiben auf, ließen das Glas erblinden und umrahmten es hauchzart mit floralen Ornamenten, breiteten sich fächerartig aus wie Rispen aus gefrorenem Seidenpapier oder wuchsen farnwedlerisch in symmetrischer Feingliedrigkeit, kreierten noch nie gesehene Ranken und Blüten.“ Das schreibt er in „Das Erbe der Kindheit“.

Natürlich geht es nicht ausschließlich um die Natur in dem Werk des 73-Jährigen. Viel Raum nehmen auch die Themen „Wertschätzung des Einfachen“ und Kunst ein, die er bereits in seinen beiden Vorgängerwerken „Vom Wert des Einfachen“ und „Immer weiter gehen“ aufgegriffen hat. Kunstvoll ist auch die Aufmachung des Buches. Man merkt, dass Gerhard Preiß als Grafikdesigner gearbeitet hat. Stimmungsvolle Fotografien, Zeichnungen und Malereien, die alle von Preiß selbst stammen, lockern das Buch auf. Stimmig sind auch die Gedichte, eingewoben zwischen die Essays. Mal nachdenklich, mal düster, mal fröhlich.

Stimme der Armen

In den Essays wiederum erzählt der Altdorfer von seiner Begegnung mit einem Schweizer Wanderer, wie er Freundschaft mit dem Architekten Patrick schloss oder was er von der Verschmutzung der Weltmeere durch den Menschen hält. „Mein Traum ist es, den Armen und Benachteiligten dieser Welt eine Stimme zu geben, die mächtiger ist als die der mächtigen Wirtschaftslobby.“ Solche Sätze wirken ein wenig abgehoben, was die Schilderungen der netten Alltagsbegegnungen allerdings locker wieder wettmachen.

Wer das Landleben einem Leben in der Stadt vorzieht, sich gerne im Grünen aufhält, einen Sinn für die schönen Dinge im Leben hat oder einfach nur auf der Suche nach einem besonderen Buch ist, für den ist „Wurzelwerk“ das richtige.

„Wurzelwerk“ ist erhältlich beim Seubert-Verlag Nürnberg, Blütenstraße 5, Telefon 0911 4087173 oder direkt bei Gerhard Preiß, Am Ebersbach 1, Altdorf, Telefon 09187 3777.

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